ESPNWhat the heck just happened and what does it mean? Connelly on an epic Week 7The Jerusalem PostUS Supreme Court snubs bid to revive plea deal for accused 9/11 mastermindDaily MaverickLOCAL ELECTIONS 2026: ‘Who do I vote for?’ Reader questions answered on coalitions, councils and votingBollywood HungamaAamir Khan met Raj Thackeray for THIS reason; childhood friendship and family milestone behind the visitInquirer EntertainmentWin Gatchalian silent on details of breakup with Bianca ManaloInquirerLTFRB clears 1,131 buses for Undas travel surgeESPN Deportes¿Qué necesita Kimi Antonelli para ser campeón de F1 en el GP de Austin?BillboardFrom Here: Twenty One Pilots Go Big and Come Home With Biggest, Boldest, Longest Show Ever at Hometown Stadium: 12 Best MomentsZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioSRF NewsWohnbauprojekt in Zürich – Massive Verzögerung bei Vermietung auf dem Koch-ArealConsequenceApu Speaks for the First Time in Nearly a Decade on The SimpsonsBBC NewsKenya cult leader who told parents to starve children guilty of 191 murders
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 19, 2026

Alternative zu Ozempic & Co.?: Neue Spritze soll Fettzellen gezielt absterben lassen

Translate

Alternative zu Ozempic & Co.?Neue Spritze soll Fettzellen gezielt absterben lassen

19.10.2026, 16:19 Uhr

2155730
Mikroskopische Aufnahme von Fettgewebe. (Foto: picture-alliance / dpa)

Statt Fettzellen nur zu verkleinern, soll ein neuer Wirkstoff deren kontrollierten Selbstzerstörungsprozess auslösen und sogar einen Jo-Jo-Effekt nach dem Absetzen verhindern. Erste Studien zeigen Erfolge. Doch Forscher warnen vor möglichen Nebeneffekten in der Leber.

Eine Spritze, die Fettzellen nicht einfach schrumpfen lässt, sondern sie gezielt zum Absterben bringt: Genau das soll der experimentelle Wirkstoff CBL-514 leisten. Erste Studien am Menschen zeigen, dass die Behandlung Fett direkt unter der Haut verringern kann. Neue, bislang nur auf einem Fachkongress vorgestellte Daten deuten nun darauf hin, dass auch das gesundheitlich besonders problematische Fett rund um die inneren Organe zurückgehen könnte. Und Tierversuche nähren noch eine weitere Hoffnung: Die Methode könnte womöglich helfen, die Gewichtszunahme nach dem Absetzen von Abnehmspritzen zu bremsen.

CBL-514 funktioniert anders als die bekannten GLP-1-Medikamente. Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid dämpfen vor allem den Appetit und führen so dazu, dass Menschen weniger essen. Fettzellen werden dabei kleiner, ihre Zahl nimmt aber nicht unbedingt ab. CBL-514 soll dagegen direkt im Fettgewebe wirken: Der Wirkstoff stößt in Fettzellen die sogenannte Apoptose an - einen kontrollierten Selbstzerstörungsprozess, mit dem der Körper unerwünschte oder beschädigte Zellen beseitigt. Anders als bei einer unkontrollierten Zellschädigung soll das umliegende Gewebe dabei möglichst verschont bleiben.

Dass der Wirkstoff tatsächlich Unterhautfett reduzieren kann, ist inzwischen auch in einer begutachteten Phase-2-Studie gezeigt worden, die auf dem Kongress "European Association for the Study of Diabetes" vorgestellt wurde. 108 Erwachsene erhielten bis zu vier Behandlungen am Bauch mit dem Wirkstoff oder einem Placebo. Vier Wochen nach der letzten Behandlung war das gemessene Unterhautfett in der CBL-514-Gruppe im Mittel um gut 20 Prozent zurückgegangen, während es sich in der Placebogruppe praktisch nicht verändert hatte. Auch zwölf Wochen später war der Unterschied noch nachweisbar. Die Untersuchung wurde vom Hersteller Caliway Biopharmaceuticals finanziert, mehrere Autoren arbeiten für das Unternehmen oder halten dort Anteile.

Vielversprechende erste Ergebnisse

CBL-514 soll auch eine andere Art von Fett bekämpfen, die deutlich gefährlicher für die Gesundheit ist: das viszerale Fett, das tiefer im Bauchraum liegt und die Organe umgibt. Zu viel davon steht mit einem erhöhten Risiko für unter anderem Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung. Für die beim europäischen Diabeteskongress EASD vorgestellte Analyse wertete das Forschungsteam MRT-Aufnahmen von 41 Teilnehmern aus zwei Phase-2-Studien aus. Die Probanden hatten einen Body-Mass-Index zwischen 22 und 30.

Das Ergebnis: Vier Wochen nach der letzten Behandlung war das viszerale Fettvolumen in der CBL-514-Gruppe im Mittel um 12 Prozent gesunken. In der Placebogruppe war es dagegen um 5,7 Prozent gestiegen. Auch bei einer späteren Kontrolle acht bis zwölf Wochen nach der Behandlung blieb der Unterschied bestehen. Das klingt zwar vielversprechend, die Studie umfasst aber nur eine kleine Untergruppe und liegt bislang lediglich als Konferenzbeitrag vor - eine vollständige, begutachtete Veröffentlichung gibt es für diese Analyse noch nicht.

"Diese Ergebnisse liefern ermutigende erste Hinweise darauf, dass CBL-514 das Volumen des viszeralen Fetts im Bauchraum reduzieren kann", sagt Marie Spreckley von der University of Cambridge, die nicht an der Forschung beteiligt war. Die MRT-Messungen und der Vergleich mit einer Placebogruppe seien Stärken der Untersuchung. Gleichzeitig warnt sie vor vorschnellen Schlüssen: "Diese Ergebnisse am Menschen zeigen nicht, ob die Behandlung Menschen beim Abnehmen hilft oder ihre Gesundheit verbessert." Dafür seien größere Studien und deutlich längere Nachbeobachtungen nötig.

Weicht das Fett an ungünstigere Orte aus?

Noch spekulativer ist die Hoffnung, CBL-514 könne eines der größten Probleme der heutigen Abnehmmedikamente entschärfen: die Gewichtszunahme nach dem Absetzen. Viele Menschen nehmen nach dem Ende einer Behandlung mit GLP-1- oder verwandten Wirkstoffen wieder zu. In Tierversuchen zeigte sich, dass CBL-514 bei übergewichtigen Ratten die Gewichtsabnahme durch Tirzepatid verstärkte und nach dessen Absetzen die erneute Gewichtszunahme tatsächlich ausbremste. "Das liefert einen Grund, zu untersuchen, ob CBL-514 Menschen helfen könnte, einen Gewichtsverlust zu halten", sagt Spreckley. "Dieser Nutzen muss beim Menschen aber erst noch nachgewiesen werden."

Auch der Abbau von Fettzellen ist nicht automatisch nur von Vorteil. Justin Rochford, Stoffwechselforscher an der University of Aberdeen und ebenfalls nicht an der Studie beteiligt, weist auf ein mögliches Problem hin: Unterhautfett dient dem Körper auch als Speicher. Geht davon zu viel verloren, könnten überschüssige Fette theoretisch an ungünstigere Orte ausweichen - etwa in die Leber. Aus seltenen Erkrankungen mit fehlendem Fettgewebe wisse man, dass eine solche Fettumverteilung Stoffwechselstörungen begünstigen kann. Entscheidend sei deshalb, zu prüfen, "was mit dem Fett in der Leber, den Blutfetten und der Kontrolle des Blutzuckers passiert", so Rochford.

Der Hersteller treibt die Entwicklung derweil weiter voran. Im September 2026 wurde nach Unternehmensangaben der erste Teilnehmer einer internationalen Phase-3-Studie behandelt, in der CBL-514 zur Verringerung größerer Mengen von Unterhautfett am Bauch untersucht wird. Ob aus der Fettzellen-Spritze tatsächlich einmal ein Medikament wird, das neben dem Bauchumfang auch Gewicht, Stoffwechsel und langfristig die Gesundheit verbessert, müssen die nächsten Studien erst zeigen.

View the original on n-tv →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.