Parteispitze kritisiert Sachsen: Nominierung von Constantin Schreiber sorgt für Zwist im BSW

Parteispitze kritisiert SachsenNominierung von Constantin Schreiber sorgt für Zwist im BSW
07.11.2026, 15:27 Uhr
Constantin Schreiber ist vor allem als Journalist und früherer "Tagesschau"-Sprecher bekannt. Nun nominiert ihn das BSW in Sachsen für die Bundesversammlung - und begründet den Schritt mit Meinungsvielfalt. Doch aus den eigenen Reihen kommt Gegenwind.
Die BSW-Spitze hat Nominierung des früheren "Tagesschau"-Sprechers Constantin Schreiber für die Bundesversammlung kritisiert. "Wir sehen diese Nominierung kritisch", heißt es in einer Erklärung der BSW-Parteichefs Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali. "Schreiber hat mittlerweile selbst klargestellt, dass er wesentliche Positionen des BSW zu Nahost, zum Ukraine-Krieg und zur Wirtschaftspolitik nicht teilt." Deswegen überzeuge diese Personalie nicht.
Nach der Nominierung distanzierte sich Schreiber von inhaltlichen Positionen des BSW und kündigte an, dass er einen eigenen Vorschlag für das Amt des Bundespräsidenten machen will. "Ich möchte nicht einfach nur zwischen den Kandidaten wählen, die uns die Parteien dann irgendwie präsentieren", kündigte Schreiber an. "Ich möchte nämlich selbst nach einer Persönlichkeit suchen, die dieses Amt vielleicht wirklich auch verdient." Von diesem Recht eines Wahlmannes wolle er Gebrauch machen, sagte Schreiber.
Der sächsische BSW-Fraktionschef Ronny Kupke hatte die Nominierung damit begründet, dass es bei der Bundesversammlung auch darum gehe, die Meinungsvielfalt abzubilden. Schreiber stelle sich gesellschaftlichen Konflikten und scheue nicht vor kontroversen Debatten zurück. Meinungsvielfalt bedeute nicht Beliebigkeit, hielten nun De Masi und Mohamed Ali dagegen. "Selbstverständlich stehen wir weiterhin konsequent zu unserer Kritik am Genozid in Gaza und an der Komplizenschaft der Bundesregierung durch ihre Waffenlieferungen."
Die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag hat den 47-Jährigen für die Bundesversammlung nominiert. Das Gremium kommt am 30. Januar 2027 in Berlin zusammen, um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu bestimmen. Die CSU unterstützt eine Kandidatur von Ilse Aigner. Auch mehrere einflussreiche CDU-Politiker haben sich inzwischen offen für Aigner ausgesprochen, darunter alle drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten.
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