Nach Impf-Lüge: Xhaka verpasst Traumsuite wie in 1001 Nacht

Darum gehts
- Die Schweizer Nati bereitet sich im Fünf-Sterne-Hotel Kempinski The Dome in Belek, Türkei, auf die Nations League vor.
- Das Trainingslager wird nötig, weil in der Schweiz kaum geeignete Plätze und Hotels verfügbar sind.
- Nati-Coach Murat Yakin freut sich besonders: Als passionierter Golfer mit Single-Handicap liegen zwei 18-Loch-Plätze direkt neben dem Hotel.
- Nicht vor Ort ist Granit Xhaka nach seiner Impf-Lüge.
Fünf Tage wie in 1001 Nacht – Sonne, Palmen, Mittelmeer. Belek bietet praktisch alles, was ein Fussballerherz begehrt – wohl auch jenes von Granit Xhaka. Das Ding: Xhaka verpasst dieses Paradies nach seiner Corona-Lüge und seinemGeständnis: «Ich habe eine Impfbestätigung erworben.»
Wer dafür vom Palast schwärmen kann, ist Murat Yakin. «Ich freue mich auf alles», sagt der 51-jährige Basler mit türkischen Wurzeln auf die Frage von 20 Minuten. «Die Qualität der Infrastruktur ist sehr wichtig. Die Plätze sind top – und wenn etwas nicht passt, gibt es noch 100 weitere Plätze. In der Türkei gibt es alles, was wir uns wünschen.»
Das ist derzeit in der Heimat nicht so – abgesehen vom Wetter. «Wir haben grosse Mühe in der Schweiz zwei Trainingsplätze mit unseren Anforderungen zu finden», heisst es beim SFV. Aktuell genügt nur das Gelände des FC St. Gallen den Ansprüchen der Nati. «Doch diesmal waren alle Hotels in der Region wegen Messen ausgebucht», sagt Yakin.
Heisses Training: Pralle Sonne bei 30 Grad
Der Nati-Coach macht aus der Not eine Tugend und bezieht vor dem Auftakt zur Nations League (am Samstag in Skopje gegen Nordmazedonien) für ein Kurz-Trainingslager in Belek eine ziemlich feudale Adresse: das Kempinski Hotel The Dome. Der Name ist Programm – in der Fünf-Sterne-Residenz lässt es sich tatsächlich ein bisschen wie im Palast leben.
Die Anlage liegt direkt am Mittelmeer und erstreckt sich über rund 70’000 Quadratmeter. Die Architektur ist im seldschukischen Stil gehalten – mit orientalischen Formen, viel Marmor, grosszügigen Grünflächen und Villen zwischen den Golfplätzen. Dazu kommen Privatstrand, Pools, Spa, Fitnessbereich und elf Restaurants, Cafés und Bars. Das Hotel bezeichnet sein Konzept als luxuriöses All-inclusive-Angebot.
Etwas übertrieben ist auch das Wetter. In Belek werden zum Auftakt des Nati-Aufenthalts rund 30 Grad erwartet, bei überwiegend sonnigen Bedingungen. Die Nächte bleiben mit rund 22 Grad angenehm warm. Perfekte Voraussetzungen also, um nach dem Training den Abend unter der Mondsichel zu verbringen.
Fussballplatz vor der Suite
Für die Nati ist allerdings nicht der Pool die wichtigste Infrastruktur, sondern der Rasen. Und der liegt praktisch vor der Haustür. Das Hotel verfügt über ein professionelles Fussballfeld mit Naturrasen und den Massen 68 auf 105 Meter. Direkt daneben befindet sich ein zusätzlicher Trainingsplatz mit 20 auf 68 Metern. Beide Plätze sind mit Flutlicht ausgestattet.
Für die Schweizer Profis bedeutet das: Zimmer verlassen, Trainingsklamotten anziehen, ein paar Schritte – und schon steht die nächste Einheit an. Lange Busfahrten zu Trainingsplätzen? Fehlanzeige.
Auch YB, der HSV und Alemannia Aachen gastierten bereits im Kempinski. Der damalige Alemannia-Trainer Helge Hohl brachte es nach der Ankunft ziemlich passend auf den Punkt: Das sei «sicher nicht der Standard für einen Viertligisten». Die Mannschaft trainierte zweimal täglich und nutzte die freie Zeit unter anderem für Golf, Shopping und die Hotellandschaft.
Und dann wäre da noch das Golf-Paradies
Besonders interessant dürfte der Aufenthalt für Murat Yakin sein. Der Nati-Coach ist passionierter Golfer und spielt mit einem Single-Handicap. Viel passender könnte die Adresse deshalb kaum sein.
Denn direkt neben dem Hotel liegen die beiden 18-Loch-Plätze des Antalya Golf Club: The Pasha und PGA Sultan. Der Pasha ist ein Par-72-Platz über 5731 Meter. Der PGA Sultan misst 6477 Meter und spielt sich als Par 71. Die beiden Plätze wurden von European Golf Design und dem nordirischen Golfprofi David Jones entworfen.
Auch für die Spieler gibt es genügend Möglichkeiten, den Kopf nach dem Training frei zu bekommen. Neben Fussball stehen unter anderem Tennis und Padel auf dem Programm – das Hotel verfügt über vier beleuchtete Courts. Dazu kommen Basketball, Beachvolleyball, Fitness, Spa und verschiedene Wassersportangebote.
Wohnen wie im Trainingslager-Palast
Und auch bei den Zimmern ist das Wort Luxus nicht übertrieben. Das Hotel hat seine 158 Zimmer und Suiten komplett renoviert und zusätzlich 31 Lagoon Suiten sowie zwölf Lagoon Golf Suiten geschaffen. Die 90 Quadratmeter grossen Lagoon Suiten verfügen unter anderem über einen eigenen Aussenbereich und direkten Zugang zum Lagoon Pool. Die Golf-Suiten liegen direkt auf dem Golfgelände.
Billig ist das Vergnügen allerdings nicht. Aktuell werden auf Buchungsplattformen für das Kempinski je nach Zimmer und Datum Preise ab rund 663 Franken pro Nacht angezeigt.
Auf den gängigen Hotel-Plattformen sind derzeit die Lagoon Suite für rund 777 Schweizer Franken und eine Lagoon Golf Suite für rund 855 Franken pro Nacht gelistet – jeweils für zwei Erwachsene und abhängig von den gewählten Daten. Ganz oben in der Preisliste steht die Sultan Villa: Sie wird aktuell mit rund 2105 Franken pro Nacht angeboten.
Nach dem historischen WM-Viertelfinal in den USA – verbunden mit einer Fifa-Prämie von 15 Millionen Franken – ein Luxus, den die Nati stemmen kann.
Wie findest du, dass sich die Nati für ein Trainingslager in ein Luxusresort in der Türkei zurückzieht?
Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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