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Thursday, October 15, 2026

„Anno“-Studio betroffen: Ubisoft will rund 100 Stellen in Deutschland abbauen

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Ubisoft will bei drei deutschen Studios rund 100 Stellen abbauen, berichtet der Branchen-Newsletter Game File. Betroffen sind demnach die Standorte in Düsseldorf, Mainz und Berlin. Möglichst viele Beschäftigte sollen das Unternehmen freiwillig gegen eine Abfindung verlassen, um Kündigungen zu vermeiden.

Ein Ubisoft-Sprecher bestätigte gegenüber Game File, dass das Unternehmen Gespräche mit dem Betriebsrat über ein freiwilliges Ausscheidungsprogramm aufgenommen hat. Die Zahl von rund 100 Stellen bestätigte Ubisoft dabei nicht. Eine Anfrage von heise online hat Ubisoft nicht unmittelbar beantwortet.

Laut Game File haben Ubisoft und der Betriebsrat bereits über eine Abfindungsformel gesprochen: 1,5 Monatsgehälter pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Die Formel ist demnach noch nicht final, sie kann nach oben oder unten angepasst und um Boni ergänzt werden. Ubisoft wollte sich gegenüber Game File zu konkreten Vorschlägen nicht äußern, solange die Verhandlungen laufen.

Ubisoft Mainz ist das bekannteste der drei Studios. Das Team leitet die Entwicklung der Aufbaustrategie-Reihe „Anno“. Im November 2025 erschien „Anno 117: Pax Romana“, nach Angaben von Ubisoft das am schnellsten verkaufte Spiel der Reihe. Die bislang größte Erweiterung „Erwachen des Deltas“ soll im November erscheinen. Düsseldorf und Berlin arbeiten dagegen als Unterstützungsstudios anderen Ubisoft-Teams zu und arbeiteten etwa an „Rainbow Six Siege“ und an der Neuauflage „Rayman Legends Retold“. Düsseldorf hat zudem die Aufbaustrategie-Reihe „Die Siedler“ mitentwickelt.

Düsseldorf ist mit Abstand das größte der drei Studios. Eine mit den Teams vertraute Quelle beziffert die Belegschaft dort gegenüber Game File auf über 400 Personen, Mainz und Berlin kämen auf jeweils etwas mehr als 100. Laut Game File will Ubisoft über 50 Stellen in Düsseldorf abbauen.

Ubisoft baut seit mehreren Jahren Personal ab. Seit 2022 hat Ubisoft seine Kosten nach eigenen Angaben um fast 325 Millionen Euro gesenkt, bis 2028 sollen weitere 180 Millionen Euro wegfallen. Ein Schritt dahin: Ubisoft will das finnische „Trials“-Studio RedLynx mit rund 52 Beschäftigten schließen, berichtet Videogames Chronicle. In Singapur sollen demnach zudem 70 Stellen wegfallen. Ubisoft Singapore hat zuletzt die Entwicklung von „Assassin's Creed Black Flag Resynced“ geleitet, das sich am ersten Tag zwei Millionen Mal verkaufte. Schon im Juni hatte Ubisoft angekündigt, seine Studios in Winnipeg und Belgrad zu schließen, in Barcelona sollen 51 Stellen wegfallen.

Für die deutschen Studios ist es nicht die erste Sparrunde: Im Januar 2025 hatte Ubisoft laut Game File in mehreren europäischen Studios 185 Stellen gestrichen, rund 65 davon in Düsseldorf. Damals handelte es sich um Kündigungen. Mit dem freiwilligen Programm wählt Ubisoft nun einen Weg, den das Unternehmen im Herbst 2025 bereits beim schwedischen Studio Massive Entertainment gegangen ist. Dort reichten die freiwilligen Abgänge allerdings nicht aus: Im Januar 2026 entließ Ubisoft bei Massive und Ubisoft Stockholm 55 Angestellte.

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