ESPN DeportesChepo de la Torre: No pagamos el precio por ser los mejoresESPNRice bests Boone's belief by slugging homers 40, 41The Jerusalem PostIsrael Election 2026: What does Itamar Ben-Gvir's Otzma Yehudit stand for?InquirerEx-DPWH exec in Zaldy Co case to cite lack of equipment as defenseBollywood HungamaKaran Johar’s Rs. 480 crore jump: How he went from 5th to 4th on Hurun’s Bollywood Rich ListRTP DesportoDinis Ferreira vice-campeão do mundo de triatlo de junioresPunchJUST IN: Anthony Joshua, Tyson Fury to fight in Cardiff December 11Global NewsKenneth Law’s sentencing hearing to hear from more victims’ familiesWirtualna PolskaMetropolita przemyski apeluje o modlitwę w intencji ofiar z Jarosławian-tv"Es ist beängstigend": Ex-England-Stürmer Carroll: "Wurde sexuell missbraucht"CBS NewsTrump to host China's Xi at White House with AI and tariffs on the agendaRai NewsSalerno, 20enne accoltellata alle spalle da uno sconosciuto mentre cammina per strada
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, September 24, 2026

«China ist keine unaufhaltsame Macht, hat aber Druckmittel»

Translate
  • Mit Xi Jinping und Donald Trump treffen sich in Washington die Präsidenten der beiden grössten Volkswirtschaften der Welt.
  • Im Zentrum der Gespräche werden Handel und Technologie stehen, insbesondere Künstliche Intelligenz, Halbleiter und kritische Rohstoffe.
  • China-Expertin Simona Grano sagt, das Treffen könne dazu dienen, ein besseres Gesprächsklima zu schaffen. Die zentralen Konflikte zwischen den zwei Grossmächten würden aber kaum gelöst.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist für drei Tage zu Gast bei Donald Trump in Washington. Es ist sein erster Staatsbesuch in der US-Hauptstadt seit 2015. Simona Grano, China-Expertin der Universität Zürich, beantwortet die drängendsten Fragen.

Als erstes Resultat wurde bekannt, dass die Zollpause verlängert wird. Ist das ein Zeichen für echte Fortschritte oder eher ein erwartbarer Aufschub?

Grano spricht eher von einer Stabilisierung als von einem Durchbruch. Die Zollpause wurde bis zum 10. Januar 2027 verlängert. «Das ist durchaus relevant, weil beide Seiten damit Zeit gewinnen und eine erneute Eskalation vermeiden.» Aber die strukturellen Konflikte bei Technologie, industrieller Konkurrenz, kritischen Rohstoffen und Taiwan blieben bestehen. Ein besseres Gesprächsklima sei nicht dasselbe wie gelöste Konflikte. «Ersteres ist möglich, Letzteres ist nicht zu erwarten.»

Donald Trump hatte im Frühling 2025 einen Zollstreit vom Zaun gebrochen – mit China, aber auch mit anderen Ländern.

Donald Trump hatte im Frühling 2025 einen Zollstreit vom Zaun gebrochen – mit China, aber auch mit anderen Ländern.AFP

Was sind die wichtigsten Themen?

Im Zentrum der Gespräche stünden Handel und Technologie, insbesondere KI, Halbleiter und kritische Rohstoffe. «Bei der KI dürfte es auch um gemeinsame Sicherheitsmechanismen gehen. Gleichzeitig liegt hier ein grundlegender Widerspruch: Die USA wollen ihren technologischen Vorsprung sichern, während China die amerikanischen Exportkontrollen als Versuch betrachtet, Chinas technologischen Aufstieg auszubremsen», sagt Grano. Genau diese Exportkontrollen seien für Peking ein zentraler Streitpunkt.

Die Expertin

Simona A. Grano ist China- und Taiwan-Expertin an der Universität Zürich und leitet dort den Forschungsbereich China-Taiwan-Beziehungen. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Beziehungen zwischen China, Taiwan und den USA sowie die Auswirkungen des US-chinesischen Machtkampfs auf die Schweiz. Seit 2024 ist sie zudem Senior Fellow am Center for China Analysis der Asia Society.

China wiederum verfüge über erhebliche Druckmittel bei den seltenen Erden und kritischen Mineralien. «Die Abhängigkeit ist nicht nur ein amerikanisches Problem: China kann solche Lieferketten auch gegenüber anderen Staaten als Hebel einsetzen, wie sich zuletzt etwa gegenüber Japan gezeigt hat. Die USA versuchen deshalb gleichzeitig, ihre Abhängigkeit zu reduzieren.»

«Für Peking ist Taiwan eine rote Linie.»

Daneben werde Taiwan zweifellos auf der Agenda stehen. «Für Peking ist Taiwan eine rote Linie. Xi dürfte versuchen, bei Waffenlieferungen oder bei der amerikanischen Haltung zur taiwanischen Unabhängigkeit kleinere Zugeständnisse zu erreichen.»

Taiwan bleibt ein zentraler Konfliktpunkt. Können Treffen wie dieses die Spannungen tatsächlich abbauen?

«Sie können die Spannungen managen, aber nicht den Taiwan-Konflikt lösen», sagt Grano. China dürfte versuchen, Trump zumindest symbolische oder praktische Zugeständnisse abzuringen. Ein Punkt sei die Wortwahl der USA zur taiwanischen Unabhängigkeit: «Washington sagt traditionell, dass es Taiwans Unabhängigkeit nicht unterstützt. Peking möchte dagegen, dass sich die USA ausdrücklich gegen eine Unabhängigkeit aussprechen. Das wäre politisch nicht dasselbe.»

Auch US-Waffenlieferungen an Taiwan dürften eine Rolle spielen. Ein Paket im Umfang von rund 14 Milliarden Dollar wird laut Grano derzeit zurückgehalten. Sie hält es für denkbar, dass Trump die Entscheidung darüber weiter hinauszögert oder mit anderen Verhandlungsergebnissen verknüpft. «Das wäre aber etwas anderes als eine grundlegende Änderung der amerikanischen Taiwan-Politik.»

Wie hat sich das Kräfteverhältnis zwischen den USA und China seit der Eskalation im Handelsstreit 2025 verändert?

«Das Bild ist komplizierter geworden», sagt Grano. China habe sich wirtschaftlich und technologisch widerstandsfähiger gezeigt als erwartet. Gleichzeitig zeigten die chinesischen Exportkontrollen bei seltenen Erden, «dass auch die USA verwundbare Abhängigkeiten haben». Das bedeute aber nicht, dass China nun schlicht «stärker» sei als die USA.

China selbst habe ebenfalls grosse Probleme, etwa bei Demografie, Immobilien und Binnennachfrage. Das Land sei deshalb nicht einfach die unaufhaltsam aufsteigende Macht, als die es teilweise dargestellt werde. «Beide Seiten verfügen über erhebliche Machtmittel, aber auch über Verwundbarkeiten. Das erklärt, weshalb beide ein Interesse daran haben, die Konkurrenz zu managen, statt sie vollständig eskalieren zu lassen.»

Was bedeutet es konkret für den Rest der Welt und für die Schweiz, wenn sich die Beziehungen verbessern oder verschlechtern?

Eine Stabilisierung der Beziehungen schafft laut Grano kurzfristig mehr Planbarkeit für Unternehmen und Lieferketten. Eine neue Eskalation würde dagegen den Druck erhöhen, Lieferketten breiter aufzustellen und Abhängigkeiten zu reduzieren. Für die Schweiz sei das besonders relevant, weil sie wirtschaftlich eng mit China, den USA und Europa verbunden sei. Exportkontrollen bei Halbleitern, Maschinen, Pharma oder kritischen Rohstoffen könnten Schweizer Firmen deshalb auch indirekt treffen.

«Wirtschaftspolitik und Sicherheitspolitik verschmelzen immer stärker miteinander.»

Dahinter steckt laut Grano eine grössere Entwicklung: «Wirtschaftspolitik und Sicherheitspolitik verschmelzen immer stärker miteinander.» Technologien wie KI und Halbleiter sowie Rohstoffe wie seltene Erden würden zunehmend als strategische Ressourcen betrachtet. «Für Länder wie die Schweiz bedeutet das, dass die wirtschaftliche Neutralität nicht automatisch vor den Folgen geopolitischer Blockbildung schützt.»

Granos Fazit: «Das Treffen kann die Beziehung stabilisieren, aber nicht die strategische Konkurrenz beenden. Wahrscheinlicher ist eine Art kontrollierte Konkurrenz – mit Gesprächskanälen und punktuellen Deals, aber gleichzeitig anhaltendem Wettbewerb um Technologie, Lieferketten und Einfluss.»

Kümmert es dich, was die USA und China machen?

Daniel Graf

Daniel Graf (dgr) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Leiter des Ressorts News und seit September 2023 Mitglied der Redaktionsleitung.

View the original on 20 Minuten

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.