Mira kündigt als Lehrerin – und verdient Hunderte Euro im Wald

- Dank einer starken Ernte in den Wäldern von Kainuu überbrückte eine arbeitslose Lehrerin ihre Einkommenslücke.
- Die finnische Sprachlehrerin Mira Heikkinen hatte im Sommer gekündigt und verkaufte Beeren und Steinpilze.
- Seit September unterrichtet sie wieder, das Sammeln will sie weiterführen und anderen beibringen.
Im Sommer hat Mira Heikkinen ihre Stelle als Sprachlehrerin gekündigt. Damit ist ein regelmässiges Einkommen weggefallen. Obwohl ihr der Schritt Angst machte, konnte sie ihren Job nicht weiterführen. Es seien verschiedene Dinge passiert, schreibt die finnische Zeitung «Iltalehti».
Um die Zeit bis zum Antritt einer neuen Stelle finanziell zu überbrücken und weiterhin zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen zu können, griff sie auf Fähigkeiten zurück, die sie sich in ihren frühen Zwanzigern angeeignet hatte: das Sammeln von Beeren und Pilzen.
Gutes Erntejahr
«Iltalehti» schreibt, über die Jahre hinweg konnte Mira ihr Wissen über gute Sammelstellen und die Launen der Natur erweitern. «Der Wald war für mich schon immer ein Ort, an dem ich Kraft schöpfen kann. Dort fühle ich mich wie zu Hause», sagt sie.
Das und noch etwas haben ihr in dieser Situation mit ungewissem Ausgang nun weitergeholfen: Die Wälder von Kainuu haben in diesem Jahr eine starke Ernte hergegeben. Molte- und Heidelbeeren waren reichlich vorhanden. Mira ging meistens an vier Tagen pro Woche in den Wald. An ihrem besten Tag sammelte sie ganze 104 Kilogramm Heidelbeeren. Mehrere Hundert Euro holte sie aus dem Verkauf der Ernte heraus.
«Dieses Jahr und die Beharrlichkeit, die in mir steckt, sind auch eine Hommage an meine Mutter, die eine unglaublich fleissige Beerensammlerin war. Wir haben sehr viel gemeinsam gesammelt, sowohl Beeren als auch Pilze.»
Bei Steinpilzen muss es schnell gehen
Auch die Steinpilze schossen zeitweise zuhauf aus dem Boden. Die Sorte ist die grosse Leidenschaft von Mira und ihrer Schwester. Gemeinsame Ausflüge in den Wald gehören für die Sprachlehrerin zu den Höhepunkten des Jahres.
In diesem Jahr dauerte die Hochsaison nur wenige Tage. «Es kamen unvorstellbar viele Steinpilze. Am Fuss einer einzigen Kiefer konnten Dutzende kleine Steinpilze wachsen», erzählt Mira «Iltalehti». Einmal reif, müssen sie schnell gesammelt werden, da sonst Madenbefall begünstigt wird. Die Frische eines Pilzes bestimmt zudem Qualität und Preis beim Verkauf.
Für Mira gibt es ein Happy End: Im September, kurz bevor eine 45-tägige Sperre für den Bezug von Arbeitslosengeld ausgelaufen ist, konnte sie eine neue Stelle als Sprachlehrerin antreten. Das Beeren- und Pilzesammeln wird trotzdem ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens bleiben. Sie hofft auch, zukünftig Menschen dabei anleiten zu können.
Hast du oder hat jemand, den du kennst, Probleme mit dem Job?
Hier findest du Hilfe:
Arbeit.swiss, Informationen und Adressen für Stellensuchende
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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