SPD-Politiker Müller hält Linke Elif Eralp für erpressbar
Die Debatte über eine mögliche Koalition in Berlin beschäftigt Grüne und SPD. Einzelne Parteimitglieder sprechen sich gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken aus.
25.10.2026 | 4:25 minBerichte über die mögliche neue Regierende Bürgermeisterin in Berlin Elif Eralp (Linke) könnten Konsequenzen für eine mögliche rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt haben. Das sagt der ehemalige Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) dem Fernsehsender Phoenix.
Müller bezog sich auf einen Bericht des "Spiegels", wonach Eralp intern eingeräumt haben soll, Angst vor Terrorsympathisanten mit Kontakten zur Hamas zu haben.
Das würde bedeuten, dass die Regierende Bürgermeisterin erpressbar ist. Das muss man so klar sagen.
Michael Müler (SPD)
Sofern der Bericht stimme, gebe es "erheblichen Klärungsbedarf und eine erneute große Hürde auf dem Weg zu einer Koalition mit dieser Partei", so Müller.
Michael Müller, von 2014 bis 2021 Regierender Bürgermeister von Berlin
Quelle: phoenixEralp hat "Angst vor diesen Leuten"
Eralp hatte in einer Nachricht an den Spiegel geschrieben, sie und ihr Mann hätten "Angst vor diesen Leuten" und damit offenbar propalästinensische Terrorsympathisanten mit Kontakten zur Hamas gemeint.
Das geht aus internen Anmerkungen zu einem Interview hervor, das das Magazin mit ihr geführt hat. Das Dokument wurde offenbar versehentlich samt der Kommentare von Eralps Büro an den "Spiegel" geschickt. Das Interview wurde am Montag geführt, eine Autorisierung eines schriftlichen Interviews ist in Deutschland nicht unüblich.
Innenminister Alexander Dobrindt will Vergesellschaftungen, wie sie die Linke plant, deutlich erschweren. „Ich gehe klar davon aus, dass das verfassungswidrig ist“, so Elif Eralp (Linke).
26.10.2026 | 5:07 minPanne bei Interview-Autorisierung?
Der Spiegel sprach in dem Interview nach eigenen Angaben auch das Thema Organisierte Kriminalität (OK) an. In den Anmerkungen, die Eralps Büro offenbar unbeabsichtigt zurückschickte, heißt es dazu:
"Das LKA hat damals gesagt, sie empfehlen, nie konkrete Namen zu nennen. Damals ging es um OK. Jetzt geht's um Leute mit Kontakten zur Hamas.
Ich kann mich und meine Familie für den SPIEGEL nicht in Gefahr bringen. Was machen wir jetzt? Das ganze Interview stornieren?
Interne Anmerkungen aus Eralps Büro
Eralp wollte sich zu der Veröffentlichung bisher nicht äußern. Der Berliner SPD-Vorsitzende Steffen Krach zeigte sich in einer ersten Reaktion durch den Bericht erschüttert. "Es zeigt, dass wir ein ernsthaftes Problem mit organisierter Kriminalität in dieser Stadt haben", so Krach.
Quelle: ZDF, phoenix, dpa
Über dieses Thema berichtete Phoenix am 29.10.2026 ab 10:00 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.