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Tuesday, September 8, 2026

«Fantasievorstellungen!»: Ernährungs-Initiative sorgt für hitzige Debatte

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«Fantasievorstellungen!»

Ernährungs-Initiative sorgt für hitzige Debatte

70 Prozent Selbstversorgung in zehn Jahren – für die einen ein notwendiges Ziel, für die anderen völlig unrealistisch. Nach der hitzigen SRF-«Abstimmungsarena» gehen auch bei den Lesern die Meinungen zur Ernährungs-Initiative weit auseinander.

Publiziert: 07.09.2026 um 17:16 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Bundespräsident Parmelin kritisiert Ernährungs-Initiative scharf
  • Initiative fordert 70 Prozent Selbstversorgung, aktuell nur 42 Prozent erreicht
  • 88 Prozent der konsumierten Hülsenfrüchte werden importiert, Ziel als «utopisch» kritisiert
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Am 27. September stimmt die Schweiz über die Ernährungs-Initiative ab. Sie fordert, dass die Schweiz ihren Netto-Selbstversorgungsgrad innerhalb von zehn Jahren auf mindestens 70 Prozent erhöht. Dafür soll die Landwirtschaft mehr Lebensmittel für den direkten menschlichen Konsum produzieren und weniger Ackerfläche für Tierfutter verwenden. Gleichzeitig sollen Böden und Trinkwasser stärker geschützt werden.

In der SRF-«Abstimmungsarena» prallten die unterschiedlichen Positionen nun heftig aufeinander. Besonders zwischen Bundesrat Guy Parmelin und Initiantin Franziska Herren wurde es emotional. Während Herren der Agrarpolitik vorwarf, die Tierproduktion zu begünstigen, wies Parmelin die Kritik scharf zurück. Auch Bauernpräsident Markus Ritter warnte vor den Folgen der Initiative und bezeichnete das 70-Prozent-Ziel als unrealistisch. Die Befürworterinnen sehen dagegen gerade bei der heutigen Nutzung von Ackerflächen und den hohen Lebensmittelimporten grosses Potenzial für mehr Selbstversorgung.

Leser zweifeln am 70-Prozent-Ziel

Die hitzige Diskussion in der «Abstimmungsarena» hat auch bei unseren Leserinnen und Lesern für Reaktionen gesorgt. Dabei wird vor allem die Ausrichtung der Ernährungs-Initiative kritisch hinterfragt.

Leser Erwin Giger hält einen höheren Selbstversorgungsgrad grundsätzlich für sinnvoll, die geforderten 70 Prozent aber für zu hoch. «Die Initiative verlangt mit 70 Prozent einfach zu viel. So ist es eine Zwängelei und leider zum Scheitern verurteilt.» Einen Selbstversorgungsgrad von rund 60 Prozent hält Giger hingegen für realistischer. «Dann könnte man mit ruhigem Gewissen Ja stimmen.»

Auch Max Frey meint: «Franziska Herren hat utopische Fantasievorstellungen von der Selbstversorgung mit Lebensmitteln in der Schweiz.» Er bezweifelt, dass die Schweiz das 70-Prozent-Ziel angesichts der zunehmenden Überbauung und der wachsenden Bevölkerung überhaupt erreichen kann. «Jeden Tag werden x Quadratmeter Land zubetoniert. Die kleiner werdende Anbaufläche für Lebensmittel wird nie reichen für 70 Prozent Selbstversorgung.»

Michael Ronner spricht sich ebenfalls gegen die Initiative aus. «Was nützt ein verordneter Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent, wenn die Ware am Markt nicht gefragt ist?» Gute Agrarpolitik müsse seiner Ansicht nach realistisch bleiben, die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten respektieren und zugleich auf Herausforderungen wie Hitzesommer und Klimawandel reagieren. «Das gelingt aber nicht mit erzieherischen Subventionsumleitungen, Bürokratie und starren Quoten, sondern mit Innovation, Züchtung und Technologie auf dem Feld. Die Politik kann lenken und steuern – aber nicht umerziehen!»

Befürworter halten dagegen

Doch es gibt auch Zustimmung für die Ernährungs-Initiative. Leser Mario Solario etwa sieht bei Pestiziden und Antibiotika grosse Probleme für die Natur und wirft den Bauern vor, finanzielle Interessen zu verfolgen. «Ich finde, Frau Herren hat klar aufgezeigt, was wichtig ist und bald umgesetzt werden muss.» Statt Stillstand fordert er deshalb neue Ansätze. «Versuchen wir doch was Neues – also ein Ja!»

Für Userin Lisa Kramer ist klar: «Die Schweiz kann es sich nicht leisten, bei der Ernährungssicherheit weiterhin so stark vom Ausland abhängig zu sein. 70 Prozent mögen ambitioniert sein, aber ohne klare Ziele wird sich nichts verändern. Deshalb stimme ich Ja.»

Silvan Kummer findet ähnliche Worte. Er lobt die Initianten als «logisch, authentisch überzeugend» und kritisiert, dass sich Parmelin und Bauernpräsident Ritter aus seiner Sicht nicht für eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. «Ein Ja zur sinnvollen Ernährungs-Initiative als erster Schritt zu einer auf den Klimawandel ausgerichteten nachhaltigen Landwirtschaft und eine neue Verteilung der Direktzahlungen nach klimagerechten Kriterien ist unbedingt nötig!»

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