Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike beklagt ständige Schmerzen
Stand: 30.10.2026 • 16:46 Uhr
Als erste Frau seit 200 Jahren sollte Christa Pike in Tennessee hingerichtet werden. Doch sie überlebte die Gabe eines eigentlich tödlichen Medikaments. In einer ersten Stellungnahme berichtet sie von ständigen Schmerzen.
Nach ihrer gescheiterten Hinrichtung mit der Giftspritze im US-Bundesstaat Tennessee leidet Christa Pike nach eigenen Angaben unter ständigen Schmerzen. Sie habe weiterhin Schwierigkeiten beim Sprechen, erklärte sie in ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme seit dem Hinrichtungsversuch im September, die sie über ihre Anwälte veröffentlichte.
"Seit jener Nacht gab es keinen Moment, in dem ich keine Schmerzen hatte. Mein Körper tut weh. Meine Arme tun weh. Meine Hände tun weh. Mein Hals tut weh", so Pike. Die Schmerzen seien nicht nur körperlich, sondern beträfen auch ihre Psyche und ihre Seele.
Pike dankt medizinischem Personal
Pike erklärte, sie sei darauf vorbereitet gewesen, in Frieden zu sterben, als sie die Hinrichtungskammer betreten habe. Stattdessen sei sie allein und verwirrt in einem Krankenhausbett aufgewacht.
Über ein Leben nach ihrem Hinrichtungstermin habe sie zuvor nicht nachgedacht. Sie sei zutiefst verletzt durch die Inkompetenz, die so viele Menschen in diese schreckliche Lage gebracht habe und denke außerdem weiterhin an die Familie ihres Opfers und deren Schmerz und Verlust. Zugleich dankte Pike dem medizinischen Personal, das ihr Leben gerettet habe, und den Menschen, die ihr mit Freundlichkeit begegnet seien.
"Ich weiß nicht, warum ich jene Nacht überlebt habe. Ich weiß nicht, was als Nächstes kommt", erklärte sie. Sie versuche nun, Tag für Tag zu heilen, und halte sich an der Liebe und Freundlichkeit der Menschen fest, die sie daran erinnert hätten, dass sie nicht allein sei.
1995 wegen Mordes zum Tode verurteilt
Pike war 1995 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin zum Tode verurteilt worden. Zur Tatzeit war sie 18 Jahre alt. Sie wäre die erste Frau seit mindestens 200 Jahren gewesen, an der in Tennessee die Todesstrafe vollstreckt worden wäre.
Doch die 50-Jährige überlebte zwei Dosen Pentobarbital und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie mehrere Tage künstlich beatmet werden musste. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Hinrichtungsversuch offenbar an Problemen mit Venenzugängen gescheitert. Die mit der Hinrichtung betrauten Mitarbeiter hätten erhebliche Schwierigkeiten gehabt, funktionsfähige Venenzugänge zu legen.
Ermittler sollen prüfen, wie es zu dem Vorfall sowie zu einer ähnlich verlaufenen Panne im Mai kommen konnte. Damals war es Gefängnismitarbeitern nicht gelungen, dem Todeskandidaten Tony Carruthers einen intravenösen Zugang zu legen.
Hinrichtungen in Tennessee vorerst ausgesetzt
Bis Ende des Jahres sind Hinrichtungen im Bundesstaat Tennessee ausgesetzt. Pikes Fall hatte eine erneute Debatte über die Todesstrafe in den USA ausgelöst.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.