Der Tank ist leer: Gladbachs Hoffnungen ruhen auf einem neuen Retter

Null Punkte, 16 Gegentore, Letzter: Borussia Mönchengladbach braucht dringend einen Retter. Kommt Alexander Blessin?
Rouven Schröder war bedient. Von der Tabelle, von der Gegentor-Flut, vom Spielverlauf. Und daher verschwand der Sportchef des neuen Schlusslichts Borussia Mönchengladbach nach dem 3:4 (1:2) gegen den FSV Mainz 05 erst einmal in der Kabine, ehe er doch noch vor die Mikrofone trat. "Vier Spiele, null Punkte, das ist der denkbar schlechteste Start", sagte Schröder geknickt: "Das einzig Positive ist, dass die Saison noch nicht vorbei ist."
Die Alarmglocken schrillen indes schon jetzt. Alle Hoffnungen ruhen nun auf einem Retter, und viel deutet dabei auf Alexander Blessin hin. Der ehemalige Coach des FC St. Pauli (2024 bis 2026) wird nicht nur in mehreren Medien als Topfavorit gehandelt, sondern folgt neuerdings auch der Borussia bei Instagram. Und, wenn man das als Zeichen deutet möchte: Am Samstagabend setzte Blessin ein "Like" unter den Beitrag zum Spiel.
Ob nun Blessin oder nicht: Der neue Trainer werde "zeitnah" verkündet, sagte Schröder, eine "mündliche Einigung" mit dem neuen Mann sei bereits erzielt. Fest steht: Auf den Coach wartet viel Arbeit.

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16 Gegentore hat die Borussia nach vier Spieltagen kassiert - das wäre ein Rekord in 64 Jahren Bundesliga gewesen, hätte Union Berlin diesen nicht schon am Freitag auf 17 geschraubt. Auch gegen Mainz offenbarte die VfL-Abwehr derart viele Lücken, dass die Tore von Rückkehrer Florian Neuhaus (11.), Isac Lidberg (59.) und Shuto Machino (90.+5, Handelfmeter) nicht einmal für ein Remis reichten.
Die Suche nach etwas Zählbarem
Schon einen Punkt hätte Schröder mit Kusshand genommen. "Das ist einfach der Treibstoff in jedem Auto. Du brauchst etwas Zählbares in deiner Hand", sagte er. Doch nach den Gegentoren von Phillip Tietz (18.), Sheraldo Becker (45.+1), Eric Martel (78.) und Danny da Costa (89.) war der Tank noch immer leer.
Und nun? Der neue Trainer, so Schröder, müsse "eine gewisse Erfahrung" mit schwierigen Situationen haben, dies sei "ein elementar wichtiger Punkt." Fast drei Wochen wird der neue Chefcoach Zeit haben, um die verunsicherte Mannschaft auf das Derby beim 1. FC Köln einzustellen. Nun sei ein Mann nötig, der "von außen kommt und die Dinge ganz nüchtern und klar analysiert".
Dass noch Hoffnung besteht, deutete die Borussia zumindest an. Nach dem verschossenen Handelfmeter durch Kevin Diks steckte das Team nicht auf und traf nur zwei Minuten später zum 2:2. Und auch Neuhaus, eigentlich schon auf dem Abstellgleis gelandet und nun von Interimstrainer Jan-Moritz Lichte in die Startelf geholt, überzeugte.
Noch mehr Mut macht der Blick zurück: Erst einmal war Gladbach ebenfalls mit vier Niederlagen gestartet. 2015 war das, damals ging es am fünften Spieltag ebenfalls nach Köln. Dort setzte es zwar eine weitere Pleite, danach begann aber eine furiose Aufholjagd, die erst in der Champions League endete. Ein Szenario, das aktuell Lichtjahre entfernt scheint.
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