Selenskyj weiß von nichts: Trump behauptet: Kiew und Moskau stimmen "Energie-Waffenruhe" zu

Selenskyj weiß von nichtsTrump behauptet: Kiew und Moskau stimmen "Energie-Waffenruhe" zu
11.10.2026, 17:20 Uhr
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Es ist nicht die erste Ankündigung dieser Art: Einen Tag nach seiner Forderung für einen Machtwechsel in Kiew verkündet Trump, dass Russland und die Ukraine auf Angriffe auf ihre Energiesektoren verzichten wollen. Selenskyj unterbreitet ihm indes ein Angebot.
Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einer "Energie-Waffenruhe" zugestimmt. Dies verkündete Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social mit den Worten: "Brecht sie nicht!" Weitere Einzelheiten nannte er aber nicht. Es fehlt bislang auch eine Bestätigung aus Kiew oder Moskau. Trump hatte schon öfter solche "Energie-Waffenruhen" verkündet, zuletzt Mitte September, meistens liefen die Angriffe dennoch weiter.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, von der verkündeten "Energie-Waffenruhe" mit Russland nichts gewusst zu haben. Er sei jedoch bereit, eine solche Vereinbarung zu akzeptieren, sollten die Russen zustimmen, sagt Selenskyj in einem Interview des US-Nachrichtenportals "Axios". Die Ankündigung sei neu für ihn gewesen. "Wenn Präsident Trump das mit Putin ausgehandelt hat - sagen Sie uns bitte, wann die Waffenruhe beginnt - wir sind bereit und werden sie akzeptieren", zitiert das Portal den ukrainischen Präsidenten.
Kurz zuvor hatte Selenskyj bereits angeboten, die Angriffe auf russische Öl- und Diesel-Raffinerien einzustellen, falls der Kreml im Gegenzug die ukrainische Energieinfrastruktur verschone. "Wenn die Russen nicht wollen, dass wir ihre Diesel-Raffinerien attackieren, dann bitten wir Präsident Trump, ihnen zu signalisieren, dass sie nicht die Energieinfrastruktur der Ukraine angreifen." Weiter: "Greift uns nicht an, tötet nicht unsere Kinder, dann stoppen wir die Angriffe auf eure Diesel-Infrastruktur", erklärte Selenskyj beim US-Sender ABC. "Ich denke, es ist ein fairer Deal."
Trump hatte einen Stopp der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien gefordert und sich für eine Ablösung Selenskyjs ausgesprochen. Zuvor hatte er Diesel-Lieferungen aus dem mit internationalen Sanktionen belegten Russland angekündigt. Trump und seine Republikaner stehen wegen hoher Energiekosten in den USA vor den Midterms am 3. November unter innenpolitischem Druck. Der ukrainische Präsident wies indes darauf hin, dass ein Angriffsstopp auch auf Gegenseitigkeit beruhen muss. Jeder Schritt auf Deeskalation müsse zudem mit echten Garantien einhergehen, schrieb Selenskyj auf Telegram.
Zudem bot er Trump in dem ABC-Interview auch an, Wahlen in der Ukraine zu organisieren - im Gegenzug für eine 60-tägige Waffenruhe. "Bitte sagen Sie (Kremlchef Wladimir) Putin: Geben Sie uns zwei Monate, 60 Tage eines vollständigen Waffenstillstands - 60 Tage -, und wir werden Wahlen organisieren", sagte Selenskyj. Er habe US-Präsident Trump und seinem Team schon oft gesagt: "Wir wollen Frieden, wir sind für eine Waffenruhe bereit, wir sind bereit für jede Art der Deeskalation."
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