Die 7 kultigen Martullo-Blocher-Momente

Höchst erfolgreiche Wirtschaftsführerin, mächtige SVP-Nationalrätin und Frau der robusten Ansagen: Ems-Chefin und Milliarden-Erbin Magdalena Martullo-Blocher hat mit ihrer manchmal ruppigen Art schon fast Kultstatus erreicht. Das sind die Highlights.
Publiziert: vor 32 Minuten
Aktualisiert: vor 17 Minuten
- Magdalena Martullo-Blocher polarisiert als SVP-Politikerin und Ems-Chefin in der Schweiz
- Ihre kontroversen Aktionen reichen von Masken-Debatten bis Porsche-Fahrten
- 100 Millionen sahen ihr Masken-Video 2020 in China auf Social Media
Magdalena Martullo-Blocher (57) macht die Dinge gern auf ihre Art. Ob die anderen mitmachen? Nicht zwingend nötig.
Die SVP-Nationalrätin und Ems-Chefin hat jedenfalls keine Angst davor, ihren Weg zu gehen. Oft wirkt sie dabei furchtlos, manchmal ziemlich eigensinnig. Das kann anecken. Aber es gehört eben auch eine Portion Mut dazu, gegen den Strom zu schwimmen.
Sieben Momente, wie sie wohl nur Martullo-Blocher produziert.
Die «Seven Thinking Steps»
«You dream, du.» – «Can you tell me the Seven Thinking Steps?» – «What do you do when the beamer breaks down?» Die Sätze stammen natürlich von Martullo-Blocher. Längst gehören sie «zum kollektiven Gedächtnis der Schweiz», wie Blick einmal schrieb.
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Legendäres Video:Die «Seven Thinking Steps» von Magdalena Martullo-Blocher
2010 begleitete ein Filmer des Schweizer Fernsehens die Unternehmerin. In einem Seminar nahm Martullo-Blocher ihre Kaderleute in die Mangel. Die Ausschnitte entwickelten ein Eigenleben: Auf Youtube wurden sie millionenfach angesehen, später verbreiteten sie sich als Memes.
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Magdalena Martullo-Blocher:«Inzwischen ist es ja Kult»
Die Maske
Anfang März 2020. Das Coronavirus beschäftigt die Schweiz, doch die neue Realität ist im Alltag noch nicht ganz angekommen. Masken sind im Bundeshaus noch kein alltäglicher Anblick. Martullo-Blocher trägt eine – und wird dafür belächelt. Die Nationalratspräsidentin fordert sie auf, die Maske abzunehmen. Martullo-Blocher weigert sich und verlässt stattdessen den Saal. Sie warnt vor dem Ansteckungsrisiko und findet, die Session hätte gar nicht stattfinden sollen.
Knapp zwei Wochen später wird die Session abgebrochen. Und die Maske? Was bei der SVP-Nationalrätin noch belächelt wurde, wird Monate später Alltag. Sie war ihrer Zeit voraus. «Als ich mit der Maske aus dem Nationalrat rausgeworfen wurde, sahen das Video über 100 Millionen Personen in China!», sagte sie einst zu «20 Minuten». Das wurde noch öfter gesehen als ihre «Seven Thinking Steps».
Das Turmzimmer
Im Sommer 2024 sorgt Martullo-Blocher im Bundeshaus für Gesprächsstoff. Eines der begehrten Sitzungszimmer in den Türmen, das Zimmer 339, ist während der Session auffällig häufig auf ihren Namen reserviert. Andere Parlamentarier ärgern sich. Es kommt sogar der Verdacht auf, sie könnte dort Ems-Geschäfte erledigen. Belegt ist das nicht.
Martullo-Blocher sagt, sie brauche den Raum für ihre politische Arbeit und zahlreiche Besprechungen. Die Ratsleitung appelliert schliesslich an «Eigenverantwortung und Selbstdisziplin».
Der Porsche
Dass sich der Chef eines Milliardenkonzerns chauffieren lässt: selbstverständlich. Ems-Lenkerin Martullo-Blocher wird allerdings nicht auf dem Rücksitz eines schwarzen S-Klasse-Mercedes oder 7er-BMWs gesehen. Die SVP-Nationalrätin wurde schon mehrfach auf dem Beifahrersitz eines silbergrauen Porsche 911 gesichtet. Für Aufsehen sorgt dieser, weil sich Martullo-Blocher auch beim Bundeshaus abholen lässt, mit privilegiertem Parkplatz.
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Direkt vor dem Bundeshaus:Hier wird Martullo-Blocher mit dem Porsche abgeholt
Besonders praktisch scheint die Wahl des tiefliegenden Sportflitzers nicht. Aber typisch Martullo: Sie geht ihren eigenen Weg. Ob sie ein Faible für schnelle Sportwagen besitzt, ist nicht bekannt.
Die Ehe
Schnelle Entscheide, klare Linie: Das gilt offenbar nicht nur im Geschäftsleben. Ehemann Roberto Martullo (64) wollte einst mit einem Wirtschaftsklub eine Führung durch die Getränkefabrik Rivella machen, bei der die junge Magdalena Blocher damals arbeitete. Martullo-Blocher sagte Nein zur Betriebsführung, liess sich aber zu einem Mittagessen überreden, wie sie SRF einst erzählte.
Auf das Mittagessen folgte ein Abendessen – und die Entscheidung für eine gemeinsame Zukunft. «Nach dem Znacht bin ich gleich eingezogen.» Das Paar heiratete kurz darauf. Roberto Martullo ist heute selbst als Unternehmer aktiv. Er hat die Aargauer Schuhmarke Künzli übernommen und will sie weiter ausbauen.
Die Rebellin
Als ältestes von vier Geschwistern galt Martullo-Blocher als rebellisch. Sie habe Freiheiten erkämpft, von denen ihre jüngeren Schwestern später profitierten, erzählte sie in der SRF-Sendung «Persönlich» einst. Wenn die Diskussionen mit Mutter Silvia Blocher (80) eskalierten, habe diese Vater Christoph (85) in der Firma angerufen, der dann wenig erfreut nach Hause gekommen sei.
Martullo-Blocher erinnerte sich später an ein besonderes Versteck. «Hinter dem Duschvorhang ist das eigentlich sehr gut gewesen», verriet sie einmal. Dort versteckte sie sich vor dem «nicht gerade sehr motivierten» Vater.
Das «Käi Luscht»
16 Milliarden Franken besitzt die Familie Blocher. Wäre die Erbschaftsinitiative der Juso im vergangenen Jahr angenommen worden, hätte das die Familie empfindlich treffen können. Doch Auskunft dazu wollte die Milliardärin gegenüber der SRF-«Rundschau» nicht geben. «Ou, nei», beschied sie dem Journalisten im Bundeshaus in ihrer robusten Art. Dann lief sie weiter, drückte mehrfach auf den Liftknopf und fuhr davon, als der Aufzug endlich kam.
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Über Erbschaftssteuerinitiative:Martullo-Blocher verschwindet nach dieser Frage in den Lift
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