Physik-Nobelpreis geht an Francis Halzen aus Belgien
Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den belgisch-amerikanischen Neutrinoforscher Francis Halzen. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt.
Halzen erkannte, dass sich das Eis am Südpol zur Verfolgung von Teilchen nutzen lässt, die als Neutrinos bekannt sind. Seine Vision und seine wissenschaftliche Führungsrolle seien von grundlegender Bedeutung für "IceCube" gewesen - ein Kubikkilometer Eis, der mit Sensoren ausgestattet ist. Mit dem Observatorium können Forscher Neutrinos aus extrem energiereichen Prozessen im fernen Universum erfassen.
Neutrinos - auch Geisterteilchen genannt - zählen zu den geheimnisvollsten Elementarteilchen. Sie besitzen keine elektrische Ladung und fast keine Masse und reagieren nur sehr schwach mit normaler Materie. Daher ist der Nachweis äußerst schwierig. Ein Neutrino sei ein geisterhafter Bote aus dem Weltraum, sagte der Vorsitzende des Physik-Nobelkomitees, Mark Pearce.

Im Mittel treffen in jeder Sekunde zehn Milliarden Neutrinos auf jeden Quadratzentimeter der Erdoberfläche. Wenigstens einige der Neutrinos nachweisen sollen große Detektoranlagen wie "IceCube" im antarktischen Eis.
125 Jahre nach Wilhelm Conrad Röntgen
Erster Physik-Nobelpreisträger war 1901 der Deutsche Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Die Nobelpreise gehen auf den Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Er legte in seinem Testament fest, dass diejenigen mit den Preisen ausgezeichnet werden sollten, die der Menschheit in den einzelnen Preiskategorien zuletzt den größten Nutzen erwiesen haben. Die Physik war dabei die erste Kategorie, die Nobel erwähnte.
Überreicht werden die Nobelpreise traditionell an Nobels Todestag, dem 10. Dezember. Dann werden in Stockholm auch die deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie Karl Deisseroth aus den USA ihre prestigeträchtigen Medaillen erhalten, die sie am Montag für ihre Entdeckungen auf dem Feld der Optogenetik (Kategorie Medizin) zugesprochen bekamen. Das Preisgeld liegt bei umgerechnet gut einer Million Euro.
Im Reigen der diesjährigen Verkündungen folgen am Mittwoch die Chemie und am Donnerstag die Literatur. Wer den Friedensnobelpreis 2026 erhält, wird am Freitag in Oslo bekanntgegeben. Den Abschluss bildet am kommenden Montag der von der schwedischen Zentralbank gestiftete Wirtschaftsnobelpreis.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.