Thuner Meisterheld: «Ein Wechsel zum FC Basel war nie ein Thema»

- Michael Heule wechselte nach dem Sensations-Meistertitel mit dem FC Thun zum deutschen Zweitligisten 1. FC Heidenheim.
- Der 25-jährige Linksverteidiger dementiert Gerüchte über Verhandlungen mit dem FC Basel: «Basel war nie ein Thema für mich.»
- Nati-Trainer Murat Yakin lobt Heule ausserordentlich und hat ihn auf der Pikettliste – ein Aufgebot bleibt für Heule ein Traum.
Noch vor weniger als anderthalb Jahren kickte Michael Heule bei Stade Lausanne-Ouchy in der Challenge League. Nun heisst die Realität für den 25-jährigen Ostschweizer 2. Bundesliga beim 1. FC Heidenheim, nachdem er in der letzten Saison einen gewichtigen Anteil am sensationellen Meistertitel des FC Thun hatte.
«Es brauchte nicht viel Zeit, um mich in Heidenheim einzuleben. Ich wurde gut aufgenommen», sagt Heule im exklusiven Interview mit 20 Minuten. Dass mit Hoffenheim-Leihgabe Alessandro Vogt noch ein zweiter Schweizer beim Bundesliga-Absteiger im Kader steht, komme ihm natürlich auch entgegen.
Schweizer Connection mit Ex-St. Galler Vogt
«Einen zu haben, der letzte Saison auch in der Schweizer Liga spielte, ist gut. Da hat man immer Diskussionsstoff», meint Heule über den Ex-St. Galler. Neckende Sprüche, weil er mit Thun letzte Saison vor dem FCSG in der Tabelle landete, gebe es aber keine. «Er hat ja mit St. Gallen auch den Cup gewonnen», hält der frühere Espen-Junior fest.
Nach vollbrachtem Meistermärchen mit Thun war es für Heule klar, die nächste Herausforderung in seiner Karriere anzugehen. «Ich wollte etwas Neues sehen und traute mir den Schritt ins Ausland zu», erzählt der oft unermüdlich scheinende Linksverteidiger.
Wechsel zum FC Basel war nie ein Thema
Nach den Gesprächen mit Heidenheims Trainer-Legende Frank Schmidt und dem Rest der sportlichen Führung des 1. FCH sei es für ihn ausser Frage gestanden, diesen Schritt machen zu wollen. «Es ist ein familiärer, gut geführter Verein. Das war für mich wichtig, weil ich von Thun komme – einem Verein, der auch familiär ist», betont Heule. «Das waren für mich die richtigen Werte, die der Verein vorlebt und die ich auch selber lebe.»
Mediengerüchte, wonach er im Sommer auch beim FC Basel ein Kandidat gewesen sein soll oder sogar Verhandlungen mit dem FCB geführt habe, dementiert Heule. «Nein, Basel war nie ein Thema für mich», so der Aussenläufer kurz und knapp.
Lustrinelli pushte ihn täglich ans Limit
Auf die Zeit im Berner Oberland blickt die Stütze der Thuner Meistermannschaft gerne zurück, auch wenn Heules letztes Pflichtspiel für den FCT mit einem denkwürdigen 0:7 in der Europa-League-Quali in Posen endete. «Da haben wir einfach alle zusammen einen rabenschwarzen Tag erlebt. Ich war aber mit dem Kopf nicht schon weg von Thun, sondern wollte bis zum Schluss immer das Beste für den Verein geben.»
Den märchenhaften Titelgewinn mit seinem Ex-Verein habe er noch immer nicht komplett realisiert, meint Heule. Die Zusammenarbeit mit Mauro Lustrinelli habe ihn täglich an seine Limiten gepusht und nach vorne gebracht. Die mehreren Feierlichkeiten in Thun seien «unglaubliche Erinnerungen» und würden für ihn unvergessen bleiben.
Der Traum von der Nationalmannschaft
In Heidenheim sofort zum Stammspieler avanciert, schaffte es der Ex-Thuner zuletzt auf die Pikettliste der Schweizer Nationalmannschaft. Bei der Pressekonferenz zur Kadernomination der vergangenen Nations League lobte ihn Murat Yakin ausserordentlich. «Von der Mentalität, vom Einsatz und von der Intensität her ist er einer der Besten», schwärmt der Nati-Trainer und meint, es wäre schon mal interessant, Heule im Kreise der Nati zu sehen.
Den Neo-Heidenheimer ehren solche Worte selbstredend, auch wenn er bislang noch keinen direkten Kontakt mit Yakin hatte. «Für mich ist es aber schon etwas Schönes, auf der Pikettliste zu stehen, und eine Wertschätzung meiner Leistungen», sagt Heule. «Natürlich wäre es für jeden Spieler ein Traum, für die Nati spielen zu können. Ich werde mein Bestes geben bei Heidenheim, aber schlussendlich ist es der Entscheid des Trainers. Ich bin da komplett gelassen.»
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Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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