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Friday, November 6, 2026

«Die 13. AHV für alle war einer der dümmsten Volksentscheide!»

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Streit um Rente für Wohlhabende

«Die 13. AHV für alle war einer der dümmsten Volksentscheide!»

Zwei wohlhabende Rentner wollen ihre 13. AHV-Rente der Caritas spenden, weil sie das Geld nicht benötigen. Ihre Geste entfacht eine Grundsatzdebatte: Hätte die Rente gezielter an Bedürftige gehen sollen, statt auch Wohlhabende zu begünstigen?

Publiziert: vor 31 Minuten

  • Zwei pensionierte Unternehmer verzichten auf ihren zusätzlichen Rentenbatzen und spenden ihn an die Caritas
  • Leser hinterfragen das Giesskannenprinzip der 13. AHV und hätten die Mittel lieber gezielt gegen Altersarmut eingesetzt
  • Kritische Stimmen hätten eine stärkere Unterstützung von Menschen mit knappen finanziellen Mitteln bevorzugt
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Im Dezember erhalten 2,6 Millionen Rentnerinnen und Rentner erstmals die 13. AHV-Rente. Während viele darauf angewiesen sind, gibt es auch Pensionierte, die finanziell gut aufgestellt sind und das Geld nicht benötigen. Zu ihnen gehören Bernard Kümmerli und Ruedi Blatter (beide 68). Kümmerli war Unternehmensberater, Blatter unter anderem Chef von Lindt & Sprüngli in Kanada. Sie kritisieren das Giesskannenprinzip: «In wenigen Wochen werden viele eine 13. AHV-Rente erhalten, die sie nicht wirklich brauchen», sagt Kümmerli. Deshalb wollen die beiden ihre zusätzliche Rente der Caritas spenden und damit armutsbetroffene Menschen unterstützen.

Streit um Verteilung

Ihre Geste löst in der Blick-Community eine Grundsatzdebatte aus. Sollte die 13. AHV überhaupt allen zugutekommen – auch jenen, die finanziell nicht darauf angewiesen sind? Oder hätte das Geld gezielt an Rentnerinnen und Rentner mit kleinen Einkommen gehen sollen?

Für Leser Martin Beutler ist die Antwort klar: «Ich bin Rentner. Und dennoch halte ich die 13. AHV für einen Fehler. Besser wäre es gewesen, die EL zu unterstützen und damit Bedürftige gezielt zu unterstützen.»

Auch Sarah Keller stört sich daran, dass bei der Auszahlung nicht nach dem tatsächlichen Bedarf unterschieden wird. Ihre Forderung: «Geld nur noch denen verteilen, die es wirklich brauchen!» Das Giesskannenprinzip sei genau das Problem solcher Aktionen: «Es werden alle unterstützt, ungeachtet ihres Bedarfs. Es hätte viel gezieltere und hilfreichere Instrumente gegeben, um Rentnern individuell zu helfen und wohlhabende Rentner nicht noch zusätzlich zu beschenken.»

Noch deutlicher wird User Markus Bachmann: «Die 13. AHV für alle war einer der dümmsten Volksentscheide!» Dass manche Rentnerinnen und Rentner auf das zusätzliche Geld angewiesen sind, bestreitet er nicht. «Doch das Giesskannenprinzip und das Verschenken von Milliarden an die reichste Vermögensschicht im Land, nämlich die Rentner Ü65, wird uns noch ein paar Jahre beschäftigen», findet er.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Leser Mario Solario spricht sich dafür aus, dass die 13. AHV allen zugutekommt – auch Gutverdienenden. «An der AHV darf nicht gerüttelt werden», appelliert er. Schliesslich bezahle jeder entsprechend seinem Einkommen in die Kasse ein und erhalte später eine Rente. «Gerechter geht's ja gar nicht!», findet er. Dass Gutverdienende trotz deutlich höherer Einzahlungen nicht mehr als die Maximalrente erhalten, sei schliesslich sogar ein Nachteil. «Sie bekommen eigentlich nur ein Trinkgeld zurück, während andere mehr bekommen, als sie je einbezahlt haben.»

Auch Max Frey verteidigt das Prinzip der AHV als Sozialversicherung. Für ihn ist klar: «Alle haben Anspruch auf eine Rente, wenn sie und ihre Arbeitgeber die verlangten Prämien bezahlt haben, unabhängig von ihrem Vermögen. Es ist keine Giesskannen-Aktion!»

Albert Inglin thematisiert zudem, dass Wohlhabende bereits einen grossen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten würden. «10 Prozent der Wohlhabenden zahlen über 50 Prozent der Steuern», schreibt er. Die AHV werde schliesslich nicht nur über Lohnbeiträge, sondern auch über Steuern von Bund und Kantonen finanziert. «Und woher kommen diese Steuern? Vielleicht kann man dies ja auch wieder mal in Erinnerung rufen, statt immer mit dem Finger auf die Reichen zu zeigen!»

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