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Friday, November 6, 2026

Luzerner Krähen droht der Abschuss

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«Man kann nicht mehr draussen sitzen»

Luzerner Krähen droht der Abschuss

Lärm, Dreck und verzweifelte Anwohner: Die Krähenplage sorgt in Luzern für Ärger. Nun will die Regierung neue Massnahmen prüfen. Dabei bringt sie auch gezielte Abschüsse ins Spiel.

Publiziert: vor 17 Minuten

  • Die Krähenplage sorgt in Luzerner Wohnquartieren für Lärm und Dreck
  • Die Regierung prüft gezielte Abschüsse ausserhalb der Siedlungen
  • Ein mögliches Pilotprojekt könnte rund 50'000 Franken kosten

Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Fertig lustig! Im Kanton Luzern könnten Jäger bald gezielt dazu motiviert werden, mehr Saatkrähen abzuschiessen. Die Kantonsregierung will prüfen, ob sich die Krähenplage mit einer verstärkten Jagd eindämmen lässt. Ein Pilotprojekt soll zeigen, ob dadurch die Bestände reduziert werden können. Noch muss das Vorhaben allerdings ein paar politische Hürden nehmen.

Hintergrund ist ein Vorstoss von FDP-Kantonsrat Martin Birrer (53). Er hatte im Frühling schärfere Massnahmen gegen die Krähenplage gefordert. «In manchen Quartieren kann man nicht mehr draussen sitzen», sagte Birrer damals zu Blick. Herkömmliche Vergrämungsaktionen würden kaum etwas bringen. In Anlehnung an den Filmklassiker brachte er die Lage so auf den Punkt: «Hitchcocks Vögel sind ein Dreck dagegen.»

Anreizsystem für Jäger?

Nun hat sich die Regierung dazu geäussert. Und sie zeigt sich überraschend offen: Konkret will sie mit betroffenen Gemeinden und der Jägerschaft abklären, ob Interesse an einem gemeinsamen Pilotprojekt besteht. Im Raum steht ein Anreizsystem für die Jagd.

Im Klartext: Jäger könnten mit Geld dazu bewegt werden, gezielt Saatkrähen aus den problematischen Kolonien abzuschiessen. Die Kosten schätzt die Regierung grob auf 50'000 Franken. Auch die Gemeinden müssten sich finanziell beteiligen.

Eine Jagd mitten in den Wohnquartieren kommt für den Regierungsrat aber nicht infrage. Der Einsatz von Schusswaffen sei dort «weder erwünscht noch umsetzbar». Die Gefahr von Personen- und Sachschäden wäre zu gross.

Anders sieht es ausserhalb der Siedlungen aus. Dort könnten Jäger während der erlaubten Jagdzeit Saatkrähen abschiessen. Allerdings ist das nicht einfach: Die Vögel legen auf der Nahrungssuche mehrere Kilometer zurück. Gezielt jene Krähen zu erwischen, die zu den problematischen Kolonien gehören, wäre entsprechend schwierig.

Die Teilnahme der Jäger wäre freiwillig. Denkbar wären deshalb Aufwandsentschädigungen und die Finanzierung spezieller Ausrüstung wie Tarnschirme und Lockbilder. Noch ist allerdings vieles Theorie, die Stellungnahme der Regierung steckt voller Konjunktive.

«Grosses Problem in Siedlungsgebieten»

Wie gross der Ärger ist, zeigt sich etwa in Emmen. Dort sei es «aktuell in gewissen Gebieten kaum mehr möglich, sich im Freien aufzuhalten, ohne von Tausenden Krähen belästigt zu werden», beklagte die Luzerner FDP im Frühling.

Auch in der Stadt Luzern sorgten die Vögel für Schlagzeilen. Beim Löwendenkmal liess sich eine brütende Krähenkolonie nieder. Die «Luzerner Zeitung» berichtete im Frühjahr von «fast permanentem Gekreische».

Nester könnten entfernt werden

Neben der Jagd nennt die Regierung weitere Massnahmen. So könnten Bäume mit Krähennestern ausserhalb der Brutzeit gefällt oder Nester vor der Eiablage entfernt werden. Beides, gibt die Regierung zu bedenken, könnte jedoch auf Widerstand stossen. Abschreckungsmassnahmen wie künstliche Uhus hätten bisher nur bescheidene Wirkung gezeigt. Erschwerend kommt hinzu, dass Saatkrähen vom 16. Februar bis zum 31. Juli eine absolute Schonzeit geniessen.

Nun ist das Luzerner Parlament am Zug. Die Regierung beantragt, den Vorstoss von Kantonsrat Birrer teilweise erheblich zu erklären. Damit könnte die Bereitschaft für einen Pilotversuch abgeklärt werden.

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