«In Asien ist Badminton ein Volkssport»: Darum ist Asien im Badminton kaum zu schlagen
«In Asien ist Badminton ein Volkssport»
Darum ist Asien im Badminton kaum zu schlagen
An der Badminton-WM und Olympia gehören asiatische Nationen einmal mehr zu den Top-Favoriten. Warum Europa und die Schweiz trotzdem Fortschritte machen und weshalb der Rückstand noch immer so gross ist, erklärt die Schweizer Nummer 1 Milena Schnider.
Publiziert: vor 8 Minuten
Darum gehts
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- Badminton-WM in Neu-Delhi: Schweiz mit acht Teilnehmern dabei
- In Asien ist Badminton Volkssport, Millionen trainieren auf Weltklasseniveau
- P. V. Sindhu hat fast 4 Millionen Instagram-Follower in Indien
China, Japan, Indonesien, Südkorea oder Malaysia – wer an Badminton denkt, denkt an Asien. An der Weltmeisterschaft in Neu-Delhi gehören die grossen Nationen einmal mehr zu den Top-Favoriten. Die Schweizer Nummer 1 Milena Schnider (24) weiss, weshalb.
«In Asien ist Badminton ein Volkssport», sagt sie im Gespräch mit Blick. Während Badminton hierzulande häufig mit einem lockeren Federball-Spiel im Garten verbunden wird, geniessen die Stars dort einen ähnlichen Stellenwert wie Fussballer oder Tennisspieler in Europa. Entsprechend gross ist die Konkurrenz. «Es gibt extrem viele Spielerinnen und Spieler. Dadurch ist auch die Qualität viel höher.»
Wie gross der Stellenwert des Sports in Indien ist, zeigt auch Schniders grosses Vorbild: P. V. Sindhu (31). Die ehemalige Weltmeisterin und Olympiamedaillengewinnerin ist in ihrer Heimat ein Superstar und zählt auf Instagram fast vier Millionen Follower. «Sie spielt unglaublich schnell und variantenreich», sagt Schnider. «Sie war schon immer mein Vorbild.»
Schweiz hat aufgeholt
Der Unterschied beginnt bereits im Nachwuchs. Weil Millionen Kinder Badminton spielen, entsteht automatisch eine enorme Leistungsdichte. «Man hat dort einfach viel mehr gute Trainingspartner», erklärt Schnider. Wer sich in Asien an die Spitze kämpft, gehört automatisch zur Weltklasse.
In der Schweiz sieht die Situation anders aus. Zwar entwickelt sich der Verband seit Jahren positiv, doch die Auswahl ist deutlich kleiner. «Wir haben in den letzten Jahren einen grossen Schritt gemacht», sagt Schnider. «Es gibt heute viel mehr gute Spielerinnen und Spieler als noch vor einigen Jahren.»
Auch die Trainingsbedingungen hätten sich verbessert. Internationale Sparringslager wie zuletzt in Bern mit Athleten aus Deutschland, Frankreich oder Italien helfen, den Rückstand etwas zu verkleinern. «Früher mussten viele Schweizer ins Ausland gehen, um auf diesem Niveau trainieren zu können. Heute ist das in der Schweiz viel besser möglich.»
Der Weg bleibt lang
Ganz schliessen lässt sich die Lücke aber noch nicht. «Damit man ganz vorne mitspielen kann, braucht es Trainer, die davon leben können, und Spieler, die sich vollständig auf den Sport konzentrieren können», sagt Schnider. In vielen asiatischen Ländern sei genau das längst Realität. Dazu ist es in der Schweiz noch ein langer Weg.
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