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Tuesday, October 20, 2026

Orangensaft-Publikumstest – Lohnt sich teurer Orangensaft aus dem Kühlregal?

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Orangensaft aus dem Kühlregal kann im Detailhandel doppelt so viel kosten wie ungekühlter Saft. «Kassensturz» will wissen: Lohnt sich der Aufpreis? Und welcher Orangensaft ist der beste?

So haben die Orangensäfte abgeschnitten

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Antworten liefert die grosse Publikumsdegustation in der Mall of Switzerland in Ebikon LU: Über 1300 Becher gingen über den Tresen, auf Tablets gaben die Passantinnen und Passanten ihre Bewertungen ein zu Aussehen, Geruch, Mundgefühl und Geschmack der Orangensäfte. Das Marktforschungsinstitut Sensoplus besorgte für «Kassensturz» die Datenerhebung.

Ungekühlte vorn mit dabei

Gut schneiden in der Degustation die Orangensäfte der Migros ab: Der Bio-Direktsaft für Fr. 4.75 pro Liter aus dem Kühlregal schmeckt den Passantinnen mit Note 5.4 am besten.

  • «Kassensturz» hat bei den jeweiligen Anbietern immer die teuersten ungekühlten und gekühlten Säfte aus dem Sortiment oder die teuersten Eigenmarken gekauft.
  • Alle Testpersonen im Einkaufszentrum «Mall of Switzerland» in Ebikon LU bekamen ein Set mit vier Säften zur Degustation.
  • Die Proben waren nummeriert, es liessen sich keine Rückschlüsse ziehen, um welche Säfte es sich handelt.
  • Zu jedem Saft mussten die Testpersonen in einem Tablet eine Note vergeben und kommentieren, was ihnen gefällt und was nicht.
  • Die Säfte waren auf den Sets in unterschiedlicher Reihenfolge angeordnet, um Verzerrungen zu vermeiden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Publikumsdegustation

  • «Kassensturz» hat 1368 Becher Orangensaft ausgeschenkt.
  • 342 Personen haben insgesamt am Test teilgenommen.
  • Jede Orangensaftprobe wurde von 110 bis 118 Personen bewertet.
  • Es haben 66% Frauen, 34% Männer und 1%, die sich als divers bezeichnen, an der Befragung teilgenommen.
  • 47% der Teilnehmenden waren zwischen 14 und 29 Jahre alt, 16% zwischen 30 und 44 Jahre, 18% zwischen 45 und 60 Jahre und 19% über 60 Jahre.

Auf den zweiten Platz in der Gesamtbewertung mit der Note 5.3 hievten sie den Orangensaft Rio D’Oro aus dem Aldi. Er ist einer der wenigen ungekühlten Direktsäfte und kostet mit Fr. 2.45 nur halb so viel wie der Gewinnersaft aus der Migros.

Positiv fällt auch der ungekühlte Bio-Orangensaft der Migros aus Konzentrat (Fr. 2.– Fr./Liter / Note 5.0) auf: Er schlägt alle anderen Säfte aus Konzentrat im Test, und mundet dem Plenum sogar besser als die beiden Direktsäfte von Coop (Naturaplan-Direktsaft, Fr. 3.50 / Note 4.8) und Aldi («bio», Fr. 3.79 / Note 4.6).

Im oberen Mittelfeld der Degustation finden sich die Direktsäfte von Coop mit Note 5.1, Andros mit Note 5.2 und Solevita Bio von Lidl mit Note 5.2 – alle aus dem Kühlregal.

Klassiker auf den hinteren Rängen

Auf den hinteren Rängen landen die Klassiker Hohes C (Fr. 4.40 /Liter) und Granini (Fr. 3.70/Liter): Beide werden aus Konzentrat hergestellt und müssen sich mit der Note 4.4 begnügen: Zu bitter und zu sauer ist Hohes C für die einen, zu wässrig und etwas künstlich Granini für die anderen. Etwas besser schmeckten den Testern Solevita Bio von Lidl und der Ramseier-Orangensaft mit Note 4.5, beide Säfte sind aus Konzentrat.

Nestlé Waters (Suisse) SA: Granini 100% Orange und Hohes C, ungekühlt, Note 4.4: «Hohes C und Granini geniessen seit vielen Jahren das Vertrauen der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten.

Die Ergebnisse dieser Publikumsdegustation überraschen uns daher und sollten aus unserer Sicht nicht überinterpretiert werden, zumal weder die Teilnehmenden noch das Test-Setup in einem Einkaufszentrum repräsentative Rückschlüsse auf die Zielgruppe oder die Gesamtbevölkerung zulassen.»

Ramseier: Max Havelaar Orangensaft Premium, ungekühlt, Note 4.5: «Es freut uns besonders, dass der fruchtige Geruch, die Farbe des Produktes und der angenehme Nachgeschmack überdurchschnittlich positiv wahrgenommen wurden.

Bei einer Blinddegustation mit einer breiten und heterogenen Testgruppe können die individuellen Vorlieben hinsichtlich Säure oder Intensität des Geschmacks naturgemäss unterschiedlich ausfallen. Unser Anspruch bleibt es, den Konsumentinnen und Konsumenten ein qualitativ hochwertiges Produkt mit einem ausgewogenen und natürlichen Orangengeschmack zu bieten.»

Coop: Naturaplan Bio, Kühlregal, Note 5.1: «Wir werden mit dem Produzenten eine Rezepturänderung hinsichtlich der Fruchtfleischmenge prüfen.»

Naturaplan Bio, ungekühlt, Note 4.8: «Wir werden mit dem Produzenten eine Rezepturänderung hinsichtlich der Bitterkeit prüfen.»

Fazit: Direktsäfte schneiden in der Degustation besser ab als Produkte aus Konzentrat. Es lohnt sich aber, im Geschäft nach ungekühlten Direktsäften umzuschauen: Sie kosten weniger als jene aus dem Kühlregal.

Ist Direktsaft gesünder?

Aus gesundheitlicher Sicht sind Direktsäfte und Säfte aus Konzentrat vergleichbar, sagt Christine Brombach vom Institut für Getränke- und Lebensmittelinnovation der Zürcher Fachhochschule ZHAW: «Allerdings sollte man beim Orangensaft immer bedenken, dass er sehr viel Zucker enthält, und zwar durchaus vergleichbar mit einem Süssgetränk wie einer Cola», warnt die Forscherin.

Deshalb sei Orangensaft auch kein Durstlöscher, und wenn, dann sollte er mit Wasser verdünnt werden. Am besten ist es aber, die Orange als ganze Frucht zu essen: «Da sind noch alle Nährstoffe drin, die Ballaststoffe, das Vitamin C, das licht- und sauerstoffempfindlich ist», erklärt Christine Brombach und betont: «Ich sage immer: Das ist genau das, was wir brauchen.»

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