Vision von Amazon-Gründer Jeff Bezos: Führt KI zur 3-Tage-Woche?

- Amazon-Gründer Jeff Bezos prognostiziert, dass KI die Produktivität so stark steigert, dass eine 3-Tage-Woche möglich wird.
- Laut Bezos könnten Familien künftig von einem einzigen Einkommen leben – einer der Elternteile hätte dann mehr Zeit für die Kinder.
- Selbst wenn die KI-Blase platzt, bringe die Technologie Vorteile.
Fast die Hälfte aller Menschen in der Schweiz befürchtet laut Umfrage einen Jobverlust wegen Künstlicher Intelligenz (KI). Ein Bericht geht zwar davon aus, dass nur 15 Prozent aller Angestellten unter Rationalisierungsdruck kommen, das wären aber immer noch Hunderttausende Angestellte, die sich neu erfinden müssten.
Deutlich optimistischer ist die Vision von Amazon-Gründer Jeff Bezos. In einem Interview mit dem US-Sender «Fox News» sagte der laut «Fortune» zweitreichste Mensch der Welt, er teile nicht die Ansicht derjenigen, die ein besorgniserregenderes Szenario mit Stellenabbau prognostizierten.
Profitieren die Angestellten?
Bezos glaubt, dass KI in der gesamten Wirtschaft Produktivitätssteigerungen im zweistelligen Bereich bringt. Das könne manchen Familien ermöglichen, die Arbeitszeit zu verkürzen. Andere Haushalte könnten künftig von nur noch einem einzigen statt zwei Einkommen leben. Dann hätte die Mutter oder der Vater mehr Zeit für die Kinder.
Dadurch entstünden neue Herausforderungen für Unternehmen. Wenn sich die Menschen dafür entscheiden würden, weniger zu arbeiten, sei die Folge ein Arbeitskräftemangel. «Es wird tatsächlich schwierig werden, Mitarbeiter einzustellen, weil die Produktivität in der Wirtschaft dazu führen wird, dass Menschen, die nicht zwei Jobs ausüben wollen, dies auch nicht müssen», sagte er.
Als der Fox-Journalist nachhakte, warum Amazon dann seit dem vergangenen Jahr rund 30'000 Stellen abgebaut hat, verwies Bezos auf eine «ganz besondere Lage» des Unternehmens. Amazon habe seine Belegschaft während der Corona-Krise erheblich aufgestockt.
Wie stehst du zu Jeff Bezos' Idee einer 3-Tage-Woche dank KI?
Während in die KI-Branche astronomische Summen investiert werden, bleibt die Profitabilität noch gering. So enttäuschte etwa ChatGPT-Anbieter OpenAI zuletzt mit seinen Umsatzzahlen und Milliardenverlusten. Viele sprechen bei KI deshalb von einer Blase und erwarten, dass sie platzt.
Nach seiner Meinung zur Blase gefragt, antwortete Bezos, das sei schwer zu beantworten. Allerdings würden die Technologien auch dann überleben, wenn Investoren Geld verlieren. «Die Erfindungen verschwinden nicht, wenn die Blase platzt», sagte er.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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