P-Frage treibt Union um: Merz erwähnt Aigner - und der Saal tobt

P-Frage treibt Union umMerz erwähnt Aigner - und der Saal tobt
24.10.2026, 12:58 Uhr

Wer folgt Frank-Walter Steinmeier als Staatsoberhaupt? Die CSU hätte gern Ilse Aigner als Bundespräsidentin. Doch die CDU zögert. Auf dem CSU-Parteitag sieht der Kanzler aber, wie groß die Unterstützung für die bayerische Landtagspräsidentin ist.
CDU-Chef Friedrich Merz hat zu Beginn seiner Rede auf dem CSU-Parteitag mit der Begrüßung der CSU-Politikerin Ilse Aigner stehenden Applaus ausgelöst. "Lieber Markus Söder, liebe Ilse Aigner, ...", sagte Merz in München. Vor dem Hintergrund einer zwischen CDU und CSU noch ungeklärten Kandidatur Aigners um das Bundespräsidentenamt wurde Merz von den 700 Delegierten durch starken Beifall unterbrochen. Viele erhoben sich von ihren Sitzen. Erst dann fuhr Merz mit der Begrüßung weiterer CSU-Spitzenpolitiker fort.
Am Freitag hatte CSU-Chef Markus Söder erneut für seine Parteikollegin Ilse Aigner als Bundespräsidentin geworben und damit auf dem Parteitag begeisterten Applaus ausgelöst. Söder machte zugleich deutlich, dass sich traditionell die Unionsparteien und ihr Koalitionspartner auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigen. Die bayerische Landtagspräsidentin Aigner nahm den Beifall lächelnd entgegen und hielt sich weiter bedeckt zur Frage, ob sie kandidieren werde.
Die Nominierung ist heikel, weil sich insbesondere die CDU bisher nicht festgelegt hat. Aus CDU-Kreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, dass die CDU den Anspruch auf die eigene Besetzung des Postens nicht aufgegeben hat. Im Gespräch waren in der CDU zuletzt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Familienministerin Karin Prien und die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier scheidet nach zwei Amtszeiten von zusammen zehn Jahren verfassungsgemäß im März aus dem Amt. Über die Nachfolge entscheidet am 30. Januar 2027 die Bundesversammlung, der die Abgeordneten des Bundestags und Vertreter der Landtage angehören. Dort haben Union und SPD zusammen eine Mehrheit.
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