«Meinen letzten Tag würde ich auf der Aare verbringen»

- Nach Verletzungen und dem Abstieg mit Leicester City meldet sich Alisha Lehmann fit für die neue Saison.
- Die 27-Jährige ist zudem das neue Gesicht von Peace Tea, der Eistee-Marke von Coca-Cola.
- Langfristig will Lehmann in London bleiben – eine Rückkehr in die Schweiz kann sie sich derzeit nicht vorstellen.
An einem Julimorgen stand Alisha Lehmann in einer zweistöckigen Location im industriellen Stil im 20. Pariser Arrondissement vor der Kamera. In einer weiss-roten Kleiderkombination wechselte die 27-Jährige gut gelaunt zwischen den verschiedenen Sets, begleitet von Kamera- und Make-up-Team und fast durchgehend mit einem Lächeln im Gesicht.
Lehmann ist das neue Markengesicht von Peace Tea, einer kalorienarmen, koffeinhaltigen Eistee-Marke von Coca-Cola. Die Zusammenarbeit passe zu ihr, sagte die Nati-Stürmerin. «Ich bin mit Zitronen-Eistee aufgewachsen. Früher kaufte ich ihn für 65 Rappen und ging damit zum Fussballplatz.» Deshalb sei es schwierig gewesen, die zweijährige Partnerschaft abzulehnen.
Das Shooting war einer ihrer letzten Termine während der Ferien. Danach ging es zurück nach England, wo für Lehmann die Saisonvorbereitung mit Leicester City begann. Hinter ihr lag aus sportlicher Sicht ein turbulentes halbes Jahr. Verletzungen häuften sich, auf dem Platz lief es nicht wie erhofft und am Ende folgte der Abstieg in die zweithöchste englische Liga.
Inzwischen sei sie wieder bereit. «Verletzungstechnisch ist alles top. Ich bin wieder zusammengeflickt», sagte Lehmann schmunzelnd. Während ihrer Sommerferien in Jamaika und der Schweiz ging es nicht ohne das runde Leder. «Ich habe den ganzen Sommer trainiert, damit ich topfit in die Saison zurückkehre.»
Mit der vergangenen Spielzeit habe sie abgeschlossen. «Manchmal darf man nicht in die Vergangenheit zurückschauen. Jetzt konzentriere ich mich auf das, was bevorsteht.» Bei Leicester fühle sie sich wohl. Die Mannschaft, der Staff und die Trainingsbedingungen würden stimmen. «Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Up the Foxes!»
Wie der Weg für sie danach weitergeht, lässt Lehmann offen. Langfristige Pläne seien ohnehin nicht ihre Stärke. «Ich bin so spontan, dass sich meine Pläne immer wieder ändern können. Ich ändere sie nonstop.» Das täte ihr auch ein wenig leid für die Leute um sie herum.
Die WM 2027 als grosses Ziel
Einen Plan verfolgt sie jedoch mit grosser Zielstrebigkeit: Die Stürmerin will mit der Schweizer Nati zur WM 2027 nach Brasilien. «Ich werde Gas geben, damit ich dabei sein kann», sagte sie. Turniere mit der Nati seien für sie immer besondere Erlebnisse. Der Zusammenhalt im Team sei über die Jahre immer stärker geworden, die Heim-EM in der Schweiz im vergangenen Sommer sei unbeschreiblich gewesen.
«Es ist immer cool, mit meinen Teamkolleginnen solche Turniere zu erleben. Ich hoffe, im Sommer so fit wie noch nie zu sein», erzählt die 27-Jährige.
«Die Schweiz ist das beste Land der Welt»
Abseits des Fussballs hat sich Lehmann in England aber gut eingelebt. Besonders London hat es ihr angetan. «London ist meine Lieblingsstadt und ich möchte für immer dort bleiben. Ich liebe die Stadt und die Leute.» Eine baldige Rückkehr in die Schweiz könne sie sich deshalb nicht vorstellen. «Wenn du in einer grossen Stadt wie London gelebt hast, merkst du den Unterschied. In der Schweiz ist es ruhig und auch die Mentalität ist anders.»
Ganz ohne Heimatliebe geht es trotzdem nicht. «Die Schweiz ist für mich das beste Land der Welt. Ich liebe die Schweiz, ich liebe Migros, Coop, alles», sagte Lehmann lachend. Besonders die Aare hat es ihr angetan. «Aareböötle ist meine absolute Lieblingsbeschäftigung. Wenn ich entscheiden könnte, was ich an meinem letzten Tag machen würde, würde ich Aareböötle gehen. Es ist sauber, man kann baden und es macht Spass.»
Lehmann mit Botschaft an die Jungen
Lehmann sprach auch über ihre Vorbildfunktion für Junge in der Öffentlichkeit. Diese nehme sie heute reflektierter wahr. «Als ich jünger war, war es mir egal, was andere über mich dachten. Jetzt bin ich ein bisschen älter und denke mehr darüber nach.»
Besonders bei einem Public Viewing eines Schweiz-Spiels habe Lehmann diese Wirkung gespürt. «Die Jungen hatten so grosse Freude.» Ihre Botschaft an junge Menschen sei deshalb klar: Man solle den eigenen Weg gehen und müsse nicht so sein wie alle anderen. «Die Jungen sollen wissen, dass es verschiedene Optionen gibt», sagte Lehmann.
Fabrizio Bonazza (bnz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Er ist Social-Media-Redaktor im Ressort Sport mit Fokus auf Trends, Videos und unterhaltsame Inhalte.
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