Ukraine gelingt begrenzte, aber relevante Gegenoffensive
Der Ukraine ist nördlich von der ostukrainischen Stadt Lyman ein begrenzter, operativ relevanter Erfolg gelungen. Die Gegenoffensive läuft offenbar seit Monaten und wurde erst am 15. September öffentlich. Brigadegeneral Andrij Bilezkyj nennt für die erste Phase 75 Quadratkilometer, die von eingedrungenen russischen Truppen "bereinigt" worden seien, sowie zehn Quadratkilometer zurückerobertes Gebiet, darunter der Ort Serednje.
Die Angaben sind nicht unabhängig bestätigt.
Nach einer kurzzeitigen Feuerpause während des Besuchs der Unterhändler von US-Präsident Donald Trump in der Ukraine hat Russland seine Luftangriffe auf Kiew wieder aufgenommen.
08.09.2026 | 2:03 minGegenangriff der Ukraine hält Vorstoß Russlands vorerst auf
Die Bedeutung liegt weniger in der Fläche als in der Lage. Russland versucht, den ukrainischen Festungsgürtel im Donbass von Norden und Südwesten zu umfassen. Die Gegenstöße werfen den nördlichen Arm dieses Umfassungsversuchs zurück. Damit ist der russische Ansatz vorerst aufgehalten, nicht entschieden.
Eine Ausnahme, aber kein Zufall
Die Operation "Vivaldi" ist auch über Lyman hinaus relevant. Der Krieg in der Ukraine bleibt in weiten Teilen ein Stellungskrieg. Das bedeutet keine völlige Starre: Örtliche Gegenangriffe können Gelände zurückgewinnen. Bewegung bleibt jedoch die Ausnahme.
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Bei "Vivaldi" kamen mehrere Voraussetzungen zusammen. Die Ukraine hielt die Operation geheim, störte nach ukrainischer Darstellung russische Aufklärungsdrohnen und elektronische Kampfführung und griff Treibstoffversorgung und Depots hinter der Front an. Dann rückten Bodentruppen vor, unterstützt durch eigene Aufklärung, Drohnen und Feuer. Der Beitrag der einzelnen Elemente ist nicht unabhängig messbar. Zusammen bieten sie aber eine plausible Erklärung für den Erfolg.
... gilt als führender Experte für europäische Verteidigung und transatlantische Sicherheit. Seit November 2025 ist er Direktor der europäischen Denkfabrik Edina, zuvor war er stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts der DGAP und Leiter des Zentrums für Sicherheit und Verteidigung. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement.
Das ist keine Rückkehr großräumiger Bewegungsoperationen. Bewegung bleibt im Stellungskrieg örtlich, vorbereitet und davon abhängig, gegnerische Aufklärung, Feuer und Versorgung zeitweise zu schwächen.
Russland baut Druck bei Dobropillja auf
Das Kräfteverhältnis an der Gesamtfront bleibt unverändert. Russland verlegt nach ukrainischen Angaben Panzer und Drohneneinheiten nach Dobropillja bei Donezk. Bis zum 18. September gab es dort keine bestätigten Geländegewinne. Der Aufbau spricht dennoch für weitere Angriffe. Der Erfolg bei Lyman verschafft Zeit, begründet aber keine breitere ukrainische Initiative.
Ukrainische Drohnen bringen den Krieg tief nach Russland – aber weil nur Putin-treue Kandidaten antreten dürfen, wird die Kriegsangst am Kreml-freundlichen Ergebnis wohl nichts ändern.
18.09.2026 | 3:22 minRussland greift Bahnnetz und Flugabwehr an
Am 13. September traf eine Drohne die Lokomotive des Personenzugs Kiew-Warschau nahe der polnischen Grenze; verletzt wurde niemand. Der ukrainische Bahnchef meldete etwa 40 angegriffene Lokomotiven im August. Die Häufung spricht für eine Kampagne gegen ein Netz, das zivile Transporte und militärische Logistik trägt.
Nach ukrainischen Forensikdaten, die Reuters einsehen konnte, waren 123 von 228 im Juli und Anfang August eingesetzten ballistischen und Hyperschallraketen umgerüstete RM48U-Zielraketen. Reuters konnte das nicht unabhängig prüfen. Die weniger präzisen Waffen schonen leistungsfähigere Bestände und belasten die knappe ukrainische Raketenabwehr.
Das US-Repräsentantenhaus und der Senat haben gemeinsam ein neues Sanktionsgesetz verabschiedet. Damit sollen Moskau die Mittel für die Kriegsführung in der Ukraine entzogen werden.
17.09.2026 | 0:57 minUkraine greift Flugplatz und Raffinerie an
Die Ukraine meldete sechs zerstörte Luftfahrzeuge im russischen Rostow. Das ukrainische Analyseprojekt CyberBoroshno wertet frei zugängliche Satellitenbilder aus - Open Source Intelligence, kurz OSINT - und identifiziert darauf vier zerstörte Transportflugzeuge und Hubschrauber. Unabhängig bestätigt ist die Auswertung nicht. Der russische Gouverneur bestätigte einen Brand, in Jaroslawl zudem Schäden an einer Raffinerie. Der mögliche Effekt betrifft vor allem die Logistik.
Der Befund der Woche
Der Stellungskrieg bleibt bestimmend, doch er bedeutet keine völlige Starre. Bei Lyman kamen die Voraussetzungen für einen örtlichen Gegenangriff offenbar zusammen. Der Erfolg ist deshalb eine Ausnahme, aber kein Zufall. Nun muss es Kiews Ziel sein, die Gebietsgewinne bei Lyman zu halten.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:
Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der UkraineSeit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
Liveblog
Über den Krieg in der Ukraine berichteten verschiedene Sendungen, etwa heute xpress am 17.09.2026 ab 08:00 Uhr sowie das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 16.09.2026 ab 05:30 Uhr.
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