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Wednesday, October 28, 2026

Stadionordnung wird angepasst: St. Pauli spricht Machtwort: Keine Smart Glasses am Millerntor

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St. Pauli spricht Machtwort: Keine Smart Glasses am Millerntor

28.10.2026 | 15:58 Uhr

Der FC St. Pauli legt sich fest: Smart Glasses sind am Millerntor künftig untersagt. Dafür wird sogar die Stadionordnung angepasst. Das Verbot geht aber über die Brillen hinaus.

Der FC St. Pauli untersagt die Nutzung von Smart Glasses in seinem Millerntor-Stadion. Damit reagiere der Verein "auf die technische Entwicklung und die Möglichkeit, andere Menschen unbemerkt und ohne deren Zustimmung aufzunehmen", teilte der Fußball-Zweitligist mit. Nur in begründeten Fällen gebe es Ausnahmen vom Verbot, beispielsweise für Menschen, die auf technische Hilfsmittel angewiesen sind. Smart Glasses sind Datenbrillen, die mit einer Kamera und einem Mikrofon ausgestattet sind. Sie sind optisch kaum von gewöhnlichen Seh- oder Sonnenbrillen zu unterscheiden. Mit ihnen können unauffällig Fotos, Videos und Tonaufnahmen gemacht werden, ohne dass andere Menschen dies bemerken. 

Datenschützer sehen die Gefahr, dass Persönlichkeitsrechte verletzt werden können. Eine bundesweite Regelung zum Umgang mit den Smart Glasses gibt es derzeit nicht. Einige öffentliche Schwimmbäder haben aber beispielsweise die Brillen verboten. Die Smart Glasses werden auch dank Künstlicher Intelligenz (KI) leistungsfähiger. Es wird für andere Menschen zudem schwieriger zu erkennen, ob eine Brille aktuell genutzt wird oder nicht.  

"Der FC St. Pauli hat sich deshalb entschieden, seine Stadionordnung anzupassen. Künftig ist das Mitführen von Brillen mit integrierter Kamera- oder Tonaufnahmefunktion sowie vergleichbaren am Körper tragbaren Geräten mit entsprechender Funktion am Millerntor untersagt", schrieb der Klub. Smartphones seien von der Regelung ausgenommen. 

Verbot nicht lückenlos zu kontrollieren

Der Verein betonte, ihm sei bewusst, "dass sich ein solches Verbot ebenso wie andere Regelungen der Stadionordnung nicht lückenlos kontrollieren lässt". Die Aufnahme in die Stadionordnung schaffe jedoch Klarheit und eine Grundlage, um im konkreten Fall handeln zu können. Auch das Sicherheitspersonal werde geschult, um die betreffenden Geräte erkennen zu können.

Die Änderung der Stadionordnung sei vorab mit dem Fanladen, dem Inklusionsbeirat, dem Ständigen Fanausschuss sowie den Bereichen Sicherheit, Recht und Awareness des FC St. Pauli besprochen worden und habe breite Zustimmung gefunden. Entscheidend sei für den Verein, "einen möglichst sicheren Rahmen zu schaffen, in dem Besucher*innen sich wohl fühlen".

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