Russland-Frage polarisiert – Anders als Swiss Ice Hockey: Lettischer Verband zählt die IIHF an

Bei einer ersten Stellungnahme am Donnerstag übte sich Swiss Ice Hockey im Nachgang des TAS-Urteils 6 Tage zuvor in Zurückhaltung. Eine Solidarität mit den Nationen, die infolge Russlands Zulassung an internationalen Wettbewerben zum Boykott aufgerufen haben, kommt aktuell nicht infrage. Lieber übe man sich gemäss Verbandsboss Marc Lüthi in Zurückhaltung, warte ab und nehme die IIHF, den Eishockey-Weltverband, in die Pflicht.
Eine gänzlich andere Strategie fährt in dieser Thematik Lettland. «Es ist ganz einfach: Die Begründung, warum die IIHF die Russen ausschliesst, war sehr schwach und ging nicht wirklich auf die eigentlichen Bedenken ein», findet Arturs Irbe. Der heute 59-jährige, langjährige NHL-Torhüter gehört dem Staff des lettischen Nationalteams an. Er tätigte seine Aussage im Rahmen des Deutschland Cups in Düsseldorf.
IIHF soll zur Korrektur ansetzen
Auch der Internationale Sportgerichtshof TAS hatte in einer Erklärung auf die mangelnden Beweise des Dachverbands verwiesen. Diese seien «wahrscheinlich eher diplomatischer Natur als eine echte Begründung dafür, warum sie nicht teilnehmen dürfen», glaubt Irbe.
Er hofft nun, dass die IIHF juristisch nachbessert. «Die IIHF kann ihre Begründung, warum Russland nicht spielen darf, erneut darlegen – und jeder versteht, es geht nicht nur um Sicherheit, sondern um die Aggression, um das Blut unschuldiger Menschen, das gerade jetzt in der Ukraine vergossen wird», sagte Irbe.
Lettland gehört zu den Ländern, die mit einem Boykott gedroht haben, sollte Russland an Weltmeisterschaften teilnehmen. Auch zahlreiche Sponsoren wollen für diesen Fall Konsequenzen ziehen. Eine Entscheidung der IIHF um den neuen Präsidenten Franz Reindl, wie es weitergehen soll, wird mit Spannung erwartet. Für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ist es gar eine Option, seine Rolle als Gastgeber der WM 2027 bei einer Rückkehr Russlands zurückzugeben.
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