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Wednesday, November 4, 2026

Vom Mini-Ring zum XL-Klunker: Schweizer upgraden Verlobungsringe

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Verlobungsring, Ehering – und was dann? Manche Frauen bekommen von ihren Männern zu einem Jubiläum ein neues Schmuckstück für den Finger. Andere lassen den Ring anpassen, mit dem alles begonnen hat. Dieser Trend nennt sich Verlobungsring-Upgrade und geht bei manchen so weit, dass sie bereits eine ganze Sammlung zu Hause haben.

Unter einem Video von Samantha Clair schreibt eine Followerin, sie bekomme jedes Jahr einen neuen: «Ich habe schon zehn Ringe.» Clair zeigt in einem Clip den Ring, mit dem ihr Mann ihr einen Antrag machte, als sie 27 Jahre alt war – und das Schmuckstück, das sie mit 38 bekam.

Auch Promis wie die Unternehmerinnen Hailey Bieber oder Victoria Beckham machen das Thema sichtbarer. «Social Media und prominente Beispiele haben sicher dazu beigetragen, dass das als Möglichkeit überhaupt wahrgenommen wird», erklärt Ann Perica, Inhaberin des gleichnamigen Schmuckladens Ann Perica, gegenüber 20 Minuten.

Geschmack, Budget, Jubiläum

Bei Lazar Cebbar, Gründer von Elizza Fine Jewellery, kommt das Thema regelmässig in Beratungen auf. «Von einem neuen Hype würde ich aber nicht sprechen.» Auch Andrea Tornaghi von Tornaghi World sagt, sein Team bekommt «von Zeit zu Zeit» entsprechende Anfragen.

Gründe für einen neuen Ring oder ein anderes Design sind laut Cebbar meist ein veränderter Geschmack. Oft veränderte sich schlicht das Leben, die finanzielle Situation sei heute eine andere als beim Heiratsantrag. Auch Perica bestätigt: «Manchmal war das Budget knapp und jetzt möchte man etwas ergänzen, was damals nicht drin lag.»

Über die Expertin und Experten

Tornaghi beobachtet ebenfalls, dass oft ebendiese Faktoren zusammenkommen: ein veränderter Geschmack, die Möglichkeit, sich nun etwas zu leisten, das früher ausser Reichweite war, dazu ein Jubiläum. «Der erste Ring wird mit dem Herzen eines Anfangs gewählt, der zweite mit der Erfahrung eines ganzen Lebens», so Tornaghi.

Was mit dem ursprünglichen Ring passiert

Ein Upgrade muss nicht zwingend bedeuten, dass der erste Ring aussortiert wird. «Meist wird der Stein beibehalten, so bleibt der Kern des ursprünglichen Rings und damit auch des Versprechens erhalten», sagt Perica. Er könne in eine neue Fassung gesetzt werden. Wer dagegen einen neuen Hauptstein möchte, könne den ursprünglichen zu einem Anhänger oder zu Ohrringen verarbeiten lassen – oder ihn als Erinnerung behalten.

Tornaghi nennt als weitere Möglichkeit den sogenannten Toi-et-Moi-Ring, bei dem alter und neuer Stein nebeneinander sitzen können. Seiner Meinung nach sollte das Upgrade «behutsam ausgewählt und ein Dialog mit der ursprünglichen Wahl, keine Korrektur, sein».

Beim Diamanten zähle mehr als das Karatgewicht: «Grösser bedeutet nicht automatisch besser», sagt Tornaghi. Mit zunehmender Grösse würden Farbe und Einschlüsse sichtbarer. Auch Schliff und Proportionen würden beeinflussen, wie lichtvoll er wirkt.

Welches Schmuckstück würdest du nie hergeben?

Ein Upgrade wertet den ersten Ring nicht ab

Die Sorge, dass ein neuer oder veränderter Verlobungsring den ursprünglichen abwerten könnte, gebe es bei Pericas Kundinnen durchaus. Die Schmuckdesignerin erklärt dann: «Der erste Ring steht für den Anfang, die Ergänzung für den gemeinsamen Weg seither. Das Original wird dadurch also nicht abgewertet, sondern bekommt im Gegenteil noch mehr Bedeutung.»

Cebbars Team erlebe solche Bedenken dagegen eher selten. Für ihn bedeute ein Upgrade nicht, dass der ursprüngliche Ring weniger wert sei: «Er hat zu einem bestimmten Zeitpunkt perfekt gepasst – und heute darf es etwas anderes sein.»

Auch Tornaghi versteht die Sorge, dass der Partner die ursprüngliche Wahl infrage gestellt sehen könnte. «Der Wunsch nach Veränderung bedeutet für mich aber das Gegenteil: Der Ring hat euch begleitet und jetzt soll er mit euch wachsen.»

Hast du deinen Verlobungsring upgraden lassen – oder käme das für dich nie infrage? Was ist mit deinem ursprünglichen Ring passiert? Verrat es uns in den Kommentaren!

Vanessa Büchel

Vanessa Büchel (vab) arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Fashion-Redaktorin im Lifestyle-Ressort und schreibt über Trends und Styling-Tipps.

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