Wegen Absenkung des Gewässers – Wichelsee: Bei Bauarbeiten für einen Fischabstieg sterben Fische

Was ist passiert? Der Wichelsee im Kanton Obwalden wurde wegen eines Bauprojekts um einen guten Meter abgesenkt. Obwohl die Fischereiaufsicht etwa 200 Tiere abfischen und retten konnte, sind Hunderte weitere verstorben. Das Zentralschweizer Lokalfernsehen Tele 1 hat als erstes darüber berichtet. «Es gab viele Fische, die sich in tiefere Bereiche retten konnten, leider nicht alle», sagt Christoph Hug, Mediensprecher der Centralschweizerischen Kraftwerke CKW gegenüber SRF.
Was wird gebaut? Die CKW betreibt am Wichelsee ein Wasserkraftwerk im Auftrag der Kraftwerk Sarneraa AG. Gebaut wird ironischerweise, um den Fischen künftig zu helfen. Es entsteht ein sogenannter Fischabstieg, der Seeforellen oder Aalen hilft, den Wichelsee in Richtung Alpnachersee und Vierwaldstättersee zu verlassen. Aktuell müssen sie dafür durch die Turbine, was für viele tödlich endet.
Sind Fehler passiert? Es sei gar nicht möglich gewesen, vor der Absenkung die gesamte Fischpopulation abzufischen, ist Christoph Hug von der CKW überzeugt. «Schon in grossen Bächen ist dies schwierig, in einem so grossen Gewässer wie dem Wichelsee ist es unmöglich.» Hinzu komme, dass sich die Fische im Schilfgürtel des Sees versteckt hätten. «Wenn man da hineinginge, würde man andere Dinge zerstören», so Hug.
Ich musste abbrechen, da ich bis zu den Oberschenkeln eingesunken bin.
Was sagt die Fischereiaufsicht? Armin von Deschwanden, der Obwaldner Fischereiaufseher, sieht es ähnlich wie die CKW. Er nahm gegenüber Tele 1 Stellung. «Eine Absenkung ist keine alltägliche Arbeit. Sie stellt die Beteiligten vor verschiedenste Herausforderungen.» Er habe zwar versucht, noch einige Fische zu retten, und sei auch zum See hinabgestiegen. Doch die trockengelegten Stellen seien zu sumpfig. «Ich musste abbrechen, da ich bis zu den Oberschenkeln eingesunken bin.»
Wie geht es weiter? Man werde bei den weiteren Arbeiten besonders vorsichtig sein, beteuert Christoph Hug von der CKW. Nach der ersten Absenkung besteht der Wichelsee nun aus drei abgetrennten Becken. In diesen haben sich die verbleibenden Fische in Sicherheit gebracht. Doch der See muss Ende Monat um weitere 1.5 Meter abgesenkt werden. Die CKW macht dies jetzt schrittweise und in einem langsameren Tempo. «Wir beobachten dann, wie sich die Pegel dieser Becken verhalten», so Hug. Sollten sich diese weiter senken, prüfe man, ob nochmals abgefischt wird. Die CKW will ihre Bauarbeiten zum Fischabstieg im Januar abschliessen und den See dann wieder füllen. Spätestens zu Beginn der Brutzeit Ende Februar soll er wieder seinen normalen Füllstand haben.
Regionaljournal Zentralschweiz, 16.10.2026, 6:31 Uhr ; fise/gotl;stes;noes
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