Marktbericht: Der DAX dreht ins Minus
Marktbericht
Hohe Ölpreise belasten Der DAX dreht nach EZB-Zinserhöhung ins Minus
Stand: 10.09.2026 • 18:32 Uhr
Der DAX hat weiter an Boden verloren. Denn die Zinserhöhung der EZB war zwar erwartet worden, könnte aber nicht die letzte gewesen sein. Besonders die hohen Ölpreise lasten weiter auf dem Markt.
Der DAX ist dabei, sich auf niedrigerem Niveau einzupendeln. Der Deutsche Leitindex schloss heute bei 25.361 Punkten um 0,84 Prozent schwächer, nachdem er sich zuvor kaum bewegt hatte. Am Vortag hatte es einen kräftigen Kursrutsch um 1,7 Prozent auf 25.576 Punkte gegeben. Der DAX rutschte damit auf das Niveau von Ende Juli. Seit seinem Rekordhoch Ende August hat der Index damit über 1.200 Punkte verloren.
Der Ölpreis gibt den Takt vor
Nach der wie erwartet ausgefallenen Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 25 Basispunkte auf nunmehr 2,5 Prozent richten die Anleger weiter bange Blicke in Richtung Persischer Golf, wo die wichtige Straße von Hormus weiter geschlossen bleibt. Nach der erneuten Eskalation zwischen den Kriegsparteien USA und Iran war der Ölpreis über die Marke von 100 Dollar je Fass der Nordsee-Referenzsorte Brent gestiegen. Am Abend werden sogar rund 106 Dollar bezahlt.
Ein absolutes Horrorszenario, denn die gestiegenen Energiepreise sind der Hauptgrund für den hohen Inflationsdruck - und Aussichten auf eine Einigung sind nicht in Sicht. Zuletzt lagen die Inflationsraten im August in Europa bei 3,3 Prozent und in Deutschland bei 2,9 Prozent - und damit deutlich höher als die Zielgröße der EZB von zwei Prozent.
"Inflationsrisiken bleiben aufwärts gerichtet"
Kein Wunder, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Sachen Inflation heute warnte. Nicht nur dass die Aufwärtsrisiken weiter aufwärts gerichtet bleiben, die Inflation dürfte nach Lagardes Worten auch länger dauern als erwartet. Ziel der Währungshüter muss es nun laut Ökonomen sein, sogenannte Zweitrundeneffekte zu vermeiden - also Preiserhöhungen, die im Gefolge der hohen Energiepreise entstehen, wie etwa die Löhne.
So weit ist es zwar noch nicht, Warnzeichen gibt es aber genug. Die Kerninflationsrate - bei der die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise ausgeklammert werden - dürfte in den kommenden beiden Jahren deutlich über der 2,00-Prozent-Marke Marke verharren.
"Die EZB hat heute konsequent gehandelt. Die höheren Energiepreise infolge der Sperrung der Straße von Hormus kann sie zwar nicht verhindern, sie kann aber beeinflussen, dass die Preise nicht dauerhaft und auf breiter Front steigen", so Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands DSGV.
Gleichzeitig verweist der Experte auf geänderte Bedingungen an den Kapitalmärkten, wo die Renditen langlaufender Anleihen steigen. Diese steigen seit einigen Wochen als Reaktion auf die aufwärtsgerichteten Zinserwartungen und die immer höheren Staatsdefizite.
Wall Street im Minus
Verluste gibt es auch an der Wall Street, wo die Sorgen um die hohen Energiepreise ebenfalls ein großes Thema sind. Kommenden Woche tagt die Notenbank Federal Reserve, die bisher trotz einer noch höheren Inflation als in Europa die Zinsen unverändert gelassen hat. Doch inzwischen steigen an den Kapitalmärkten die Erwartungen, dass die US-Notenbank ebenfalls die Zinsen anhebt.
Am Freitag werden aber noch die US-Inflationsdaten von großer Relevanz erwartet. Eine Indikation dafür gaben die heute veröffentlichten Erzeugerpreise, die im August mit 5,4 Prozent im Jahresvergleich etwas stärker gestiegen sind als erwartet.
Alle großen US-Aktienindizes liegen gegen Mittag Ortszeit im Minus. Der Leitindex Dow Jones verliert rund 0,6 Prozent, der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 rund 0,9 Prozent.
Porsche trennt sich von Bugatti und Rimac
Vergleichsweise wenige Unternehmensnachrichten prägen heute den Handel. Der Autohersteller Porsche AG hat mit seinem Abschied von der Sportwagenschmiede Bugatti und dem E-Auto-Bauer Rimac eine Milliarde Euro eingenommen. Nach Genehmigung durch die Behörden sei der Verkauf der Anteile nun vollzogen worden, teilte die Tochtergesellschaft des VW-Konzerns mit. Von dem Erlös will Porsche unter anderem 250 Millionen Euro für die Ausfinanzierung seiner Pensionsverpflichtungen verwenden. Zudem will sich Porsche-Chef Michael Leiters auf das Kerngeschäft konzentrieren.
Die Blicke richten sich bei Porsche nun vor allem auf den Kapitalmarkttag in knapp einem Monat. Am 7. Oktober will Leiters hier seine Strategie ausführlich vorstellen.
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