Lokale Waffenruhe in Oleschky in Kraft getreten
In der von Russland eingeschlossenen ukrainischen Stadt Oleschky soll es eine Waffenruhe geben. Die humanitäre Lage in der Stadt ist kritisch, eine Waffenruhe wäre ein Erfolg.
26.10.2026 | 2:32 minDie Streitkräfte Russlands und der Ukraine lassen die Waffen schweigen, um eine Hilfsaktion für die Frontstadt Oleschky im russisch kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson zu ermöglichen.
Die russische Seite bestätigte in der Nacht, dass seit 3 Uhr (Ortszeit) und für die Dauer einer humanitären Operation eine Feuerpause rund um die seit Monaten abgeriegelte Ortschaft gelte.
Währenddessen sollen Lebensmittel und Medikamente an die notleidenden Bewohner geliefert und Vorbereitungen getroffen werden, damit sich die Menschen dort wieder frei bewegen können. Auch der Generalstab in Kiew hatte dies zuvor bestätigt.
Oleschky ist vollständig vermint
Weil Oleschky vollständig vermint ist, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter in die Stadt zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen.
Durch einen Kontrollmechanismus soll die Waffenruhe im ukrainischen Oleschky an der Front sichergestellt werden, berichtet ZDF-Korrespondent Dara Hassanzadeh aus Odessa.
26.10.2026 | 1:35 minNach der Vereinbarung sollen nun Minen geräumt werden, um einen sicheren Hilfskorridor zu schaffen. Unklar ist, ob die rund 2.000 verbliebenen Bewohner die Ortschaft verlassen dürfen.
Die humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses in Washington zurück. First Lady Melania Trump hatte nach Angaben der USA in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt eine lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt. Beide Konfliktparteien hätten vereinbart, alle Kampfhandlungen vorübergehend einzustellen, teilte das Weiße Haus mit.
Oleschky liegt im Süden der Ukraine direkt an der Front auf russischem Besatzungsgebiet. Die Lage ist katastrophal, es fehlt an allem. Eine Waffenruhe soll Abhilfe schaffen.
26.10.2026 | 1:32 minKiew: Feuerpause gilt nur für humanitäre Mission
Der Generalstab in Kiew betonte, dass die Feuerpause ausschließlich für die humanitäre Operation gelte. "Wir rufen alle dazu auf, in diesem Zeitraum besonders umsichtig mit den Informationen umzugehen, die Sie erhalten und weitergeben", heißt es in der Mitteilung der Generalität auf Telegram.
Vertrauen Sie keinen unbestätigten Meldungen und verbreiten Sie keine Gerüchte über Routen, Zeiten und Orte, an denen sich Menschen und humanitäre Konvois bewegen.
Generalstab der Ukraine
Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson und ist seit 2022 von Russland besetzt. Von den ursprünglich rund 24.000 Einwohnern sollen sich noch 1.700 bis 2.000 in der durch die Kämpfe schwer beschädigten Stadt aufhalten.
Frühere Bewohner der Stadt hatten der Nachrichtenagentur AFP Anfang des Jahres berichtet, dass die in der Stadt verbliebenen Menschen hungerten, es ihnen an Medikamenten fehle und sie die Stadt nicht ohne Weiteres verlassen könnten.
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Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichteten das heute journal am 26.10.2026 ab 21:45 Uhr sowie das heute journal update am 26.10.2026 um 23:50 Uhr.
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