heise+ | Steam Frame im Test: Sehr bequem, aber noch nicht ganz fertig
Wer sich Valves neue Steam Frame (ab 1049 Euro) im Losverfahren sichern konnte, bekommt nicht nur eine leichte, kabellose VR-Brille, sondern ein kleines Multitalent für den Kopf. „Half-Life: Alyx“ direkt auf dem Headset? Der Snapdragon 8 Gen 3 und 16 GByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher machen es möglich. Lieber vom Spiele-PC streamen? Dafür steckt ein latenzarmer 6-GHz-USB-Funkadapter in der Box. Oder ganz ohne VR? SteamOS bringt klassische Steam-Spiele auf eine virtuelle Leinwand. Im KDE-Plasma-Desktop wird die Steam Frame mit Bluetooth-Tastatur schließlich zum Linux-PC für den Kopf; Proton, FEX und Lepton öffnen zusätzlich die Tür zu Windows- und Android-Apps.
VR-Brille, Streaming-Client, Spiele-PC, Linux-Rechner – die Steam Frame möchte vieles zugleich sein. Doch wie gut gelingt dieser Spagat? So viel sei bereits jetzt verraten: Beim ständigen Wechsel zwischen all diesen Ebenen haben wir einige Überraschungen erlebt. Zudem wirken manche Eckdaten für ein neues VR-Headset erstaunlich konservativ. Die LC-Displays lösen lediglich mit 2160 × 2160 Pixeln pro Auge auf und erreichen bis zu 144 Hertz. Im Vergleich zur drei Jahre alten Meta Quest 3 mit 2064 × 2208 Pixeln pro Auge ist das kaum ein Fortschritt; sie schafft inzwischen sogar bis zu 207 Hertz. Wer von hochauflösenden OLED-Headsets wie der Apple Vision Pro (3660 × 3200 Pixel pro Auge) oder Pimax Dream Air (3840 × 3552 Pixel pro Auge) kommt, dürfte das gröbere Pixelraster vor allem bei Text bemerken. Farbdurchsicht wie bei der Quest 3 gibt es zudem nur mit Zusatzhardware: Die Third-Party-Kamera Arcturus Vision kostet 157 Euro.
- Steam Frame ist federleicht und extrem komfortabel, wirkt mit ihrer vergleichsweise niedrigen Auflösung aber zugleich erstaunlich konservativ.
- Dabei will Valves Headset weit mehr sein als nur eine VR-Brille: Es streamt PC-Spiele, führt Titel lokal aus und dient auf Wunsch sogar als Linux-Rechner für den Kopf.
- Im Test klären wir, wie gut dieser Spagat in SteamOS gelingt – und ob die ungewöhnliche Vielseitigkeit die sichtbaren Kompromisse aufwiegt.
Im Test klären wir, ob diese Schwächen im Alltag tatsächlich stören – und ob die Vielseitigkeit sie aufwiegt. Wir prüfen, wie zuverlässig Spiele lokal und per Streaming laufen, wie brauchbar die Steam Frame als Linux-PC ist und ob das separat erhältliche Ergonomie-Kit für 69 Euro wirklich nötig ist. Außerdem messen wir, ob der 21,6-Wh-Akku am Hinterkopf länger als eine Stunde durchhält, bevor eine externe Stromquelle nötig wird.
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