"Söldnertum" für Ukraine?: Russland nimmt mutmaßlichen Ex-Bundeswehrsoldaten fest

"Söldnertum" für Ukraine?Russland nimmt mutmaßlichen Ex-Bundeswehrsoldaten fest
21.10.2026, 11:01 Uhr
Ein Deutscher soll aufseiten der Ukraine gekämpft haben. Dann wird er Berichten zufolge vom russischen Geheimdienst festgenommen. Der wirft ihm "Söldnertum" vor.
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat laut Medienberichten einen Deutschen wegen des Vorwurfs des "Söldnertums" für die Ukraine verhaftet. Der FSB habe "einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der aktives Mitglied der ukrainischen Streitkräfte ist", hieß es in einer von mehreren russischen Nachrichtenagenturen verbreiteten Erklärung des FSB. Demzufolge soll sich der Mann, dessen Name bislang nicht bekannt gegeben wurde, für drei Jahre den ukrainischen Streitkräften verpflichtet haben.
Der Deutsche sei im November 2025 in die Ukraine gekommen und habe kurz nach der Unterschreibung seines Militärvertrages desertiert, da er seinen Sold nicht erhalten habe, behauptete der FSB. Demnach war der Mann zwischen 2004 und 2010 bereits für die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Zudem soll er in Somalia und in Syrien gekämpft haben. Der 1976 geborene deutsche "Scharfschütze" soll zudem bereits zwischen 2016 und 2018 in der Ukraine gedient haben.
Der FSB veröffentlichte ein Video, in dem sich der Mann während seiner Festnahme auf Deutsch äußert. Weshalb sich der Festgenommene in Russland aufhielt, wurde nicht bekannt gegeben. Auch zum Ort und den genaueren Umständen seiner Festnahme wurden keine Angaben gemacht. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Mehrfach Ausländer wegen "Söldneraktivitäten" verurteilt
Russland, das im Februar 2022 eine großangelegte Offensive gegen die Ukraine gestartet hatte, gibt häufiger Festnahmen mutmaßlicher Kollaborateure Kiews bekannt. Vor einer Woche hatte Moskau bereits die Festnahme eines Schweden gemeldet, dem es vorwarf, für die Ukraine zu kämpfen.
Russische Gerichte haben in den vergangenen vier Jahren lange Gefängnisstrafen gegen hunderte Menschen verhängt, denen sie unter anderem Landesverrat, Sabotage oder Spionage zur Last legen. Auch mehrere Ausländer wurden verurteilt und inhaftiert, unter anderem wegen angeblicher "Söldneraktivitäten" für die Ukraine.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Russland auch eine deutsche Person aufgrund eines Einsatzes für die Ukraine im Visier hat. Im April hatten russische Behörden nach eigenen Angaben eine Deutsche mit einer selbstgebauten Bombe im Rucksack festgenommen. Sie warfen ihr vor, im Auftrag der Ukraine eine öffentliche Einrichtung in die Luft sprengen zu wollen.
Mehr zu der aktuellen Lage in der Ukraine finden sie in unserem Ukraine-Liveticker.
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