«Ein Zauberer»: Pascal (37) umrundet Brienzersee mit Pumpfoil

Darum gehts
- Der Berner Pascal Hiltbrand (37) umrundet den Brienzersee auf dem Pumpfoil – 30 Kilometer in 2 Stunden und 14 Minuten.
- Trotz Krämpfen stürzt er auf der gesamten Strecke nur einmal und muss danach einmalig neu starten.
- Als nächstes Ziel will Hiltbrand den Thunersee in einem Stück umrunden – das wären 42 Kilometer.
«Er ist ein Zauberer», «Willkommen zurück, Merlin» oder «Das beantwortet die Frage, was Santa im Sommer macht»: In den sozialen Medien bejubeln Tausende die letzte Aktion von Pascal Hiltbrand. Er hat kürzlich den Brienzersee in 2 Stunden und 14 Minuten mit dem Pumpfoil umrundet – ohne Pause.
Mit dem kleinen Surfbrett, das nur durch Pumpbewegungen angetrieben wird, ist Hiltbrand schon länger unterwegs. Doch bei längeren Strecken habe er nach eineinhalb Stunden Krämpfe in den Beinen erlitten. Die Lösung: Kohlenhydrat-Gels und Elektrolytgetränke. «Während einer Thunersee-Umrundung leckte ich sogar den Schweiss von meiner Stirn, um etwas Salz zurückzugewinnen», sagt Hiltbrand.
Joggen für die Ausdauer
Solche Strecken schaffte Hiltbrand aber nicht sofort. «Zu Beginn übte ich sieben Tage am Stück, bis ich eine kurze Runde fahren konnte», sagt er gegenüber 20 Minuten. «Noch letzten Sommer hatte ich nach spätestens einer Stunde einen Puls von über 180 und war völlig am Ende meiner Kräfte.» Um seine Ausdauer zu verbessern, sei er im Frühling drei Monate lang regelmässig joggen gegangen und habe dabei darauf geachtet, dass sein Puls in Herzfrequenzzone zwei blieb.
«Nach diesem Training konnte ich beim Pumpfoilen meinen Puls konstant auf etwa 170 halten. Dadurch war nicht mehr das Herz-Kreislauf-System der limitierende Faktor.»
«Besser als Pulverschnee-Fahren»
Zum Pumpfoilen kam der 37-jährige Berner vor drei Jahren in den Ferien auf Sardinien. «Dort sah ich mit meinen Kindern Kitesurfer und machte noch vor Ort einen Kitekurs.» Er habe aber schnell gemerkt, dass das nichts für ihn sei. «Gleichzeitig sah ich, wie Wingfoiler nebenan ‹wie Butter› durch das Wasser glitten – das wollte ich auch.» Seit seinem ersten «Flug» lasse ihn die Sportart nicht mehr los.
«Es ist das geilste Gefühl und am ehesten mit Pulverschnee-Fahren zu vergleichen – nur noch besser», sagt Hiltbrand. Im Sommer sei er jetzt auf dem Foil unterwegs, im Winter mit dem Snowboard auf und neben der Piste.
Was hältst du von Pumpfoilen als Sport?
Ziel: Ohne Pause um den Thunersee
Wer mit dem Pumpfoilen beginnt, sollte laut Hiltbrand bestenfalls einen Kurs besuchen. So lasse sich der Sport sicher erlernen. Er empfiehlt, wenn möglich, nie quer über den See zu fahren. «Wer beim Pumpfoilen stürzt, muss nämlich selbstständig ans Land zurückschwimmen können.» Deshalb bleibe er bei längeren Touren immer nahe am Ufer, sagt Hiltbrand. Zudem gehe er nie ohne Rettungsweste am Gürtel auf Tour.
Der Berner unterrichtet an seiner Pumpfoil-Schule FoilBern.ch und bringt mittlerweile jede Woche neuen Interessierten das Dockstarten bei. Der Sport gewinnt gerade immer mehr Anerkennung: «Immer mehr Leute wollen Foilen lernen.»
Sich selbst hat Hiltbrand noch für dieses Jahr ein weiteres ambitioniertes Ziel gesetzt: «Ich möchte, nachdem ich letztes Jahr mit mehreren Stopps den Thunersee umrundete, auch diesen in einem Stück und ohne Pause absolvieren. Das wären 42 Kilometer.» Hiltbrand ist zuversichtlich, dass er dieses Ziel bald von seiner Bucket-Liste streichen kann.
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