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Thursday, October 29, 2026

Wie Kanada unter Trumps Zöllen leidet

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Blick auf Montreal, Kanada.

Gipfel mit EU Wie Kanada unter Trumps Zöllen leidet

Stand: 29.10.2026 • 14:12 Uhr

Beim heute beginnenden Gipfel in Montreal geht es auch darum, wie eng die Zusammenarbeit mit der EU sein wird. In Kanada sind die Erwartungen groß. Denn die Folgen von Trumps Zöllen sind längst spürbar.

Giselle Ucar

Für viele Kanadier sitzt der Schock nach wie vor tief. Vom ehemals engsten Verbündeten und Nachbarn USA so gegängelt zu werden, sei verstörend, sagt Jay, der in Montreal lebt. Plötzlich müsse man immer damit rechnen, dass in den Nachrichten wieder neue US-Strafzölle verkündet werden.

Im Alltag mache sich die neue Realität besonders im Supermarkt bemerkbar, meint Elaine. Für monatliche Einkäufe gaben Elaine und ihr Mann noch bis vor Kurzem 500 Kanadische Dollar aus. Nun sind es schon 800.

Kampf ums Überleben

Kleine und mittelgroße Unternehmen in Kanada kämpfen wegen der Handelszölle schon seit Monaten ums nackte Überleben. Besonders die mit einem Kundenstamm in den USA, die von Trumps Zöllen betroffen sind, erklärt Dan Kelly, Präsident des kanadischen Verbands für unabhängige Unternehmen CFIB.

Die Auswirkungen seien verheerend, schildert Kelly. Ein kanadischer Honigproduzent schrieb ihm kürzlich, er habe Angst, einen wichtigen US-Kunden zu verlieren, den er seit Jahrzehnten beliefert.

Kanadischer Honig wird seit August von den Vereinigten Staaten mit Strafzöllen von 50 Prozent belegt, genauso Teile für Modelleisenbahnen aus dem 3D-Drucker, die ein anderes kanadisches Kleinunternehmen bisher vornehmlich in die USA verkauft hat. Sobald die Zölle in Kraft traten, konnte der Produzent beobachten, wie Kunden beim Onlineshopping genau diese Waren liegengelassen haben, wenn sie die erhobenen Zölle bemerkten, so Kelly.

Keine staatliche Unterstützung

Staatliche Unterstützung bekämen viele seiner über 100.000 Verbandsmitglieder von der kanadischen Regierung in dieser schwierigen Zeit nicht, erklärt Kelly. Denn Hilfsmaßnahmen der kanadischen Regierung kämen nur großen Unternehmen zugute.

"Wenn man nicht die Umsatzschwelle von einer Million kanadischer Dollar überschreitet, dann hat man zu keinem der Hilfsprogramme Zugang", sagte Kelly. "Und das finde ich zutiefst beschämend von unserer kanadischen Regierung. Die großen Unternehmen zu unterstützen, aber nicht die kleinen."

Hoffnung in CETA

Kanadas Absicht, künftig mehr Handel mit der EU zu betreiben, um unabhängiger von den USA zu werden, begrüßt Verbandspräsident Kelly ausdrücklich. Er hofft, dass das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA dadurch endlich von allen EU-Staaten ratifiziert wird. Darüber hinaus müsse das Abkommen aber noch erweitert werden.

Das Freihandelsabkommen habe bisher kein Kapitel, das den Handel von kleineren Unternehmen in Europa mit kleineren Unternehmen in Kanada fördere. "Es wäre toll, das noch hinzuzufügen", Kelly. Dazu gehörten auch noch weitere Handelserleichterungen, zum Beispiel der Abbau von nach wie vor existierenden bürokratischen Hürden.

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