"Wir sind nicht so klein": Werder will "BVB-Party crashen"
Der SV Werder Bremen steht in dieser Saison wieder für Spektakel: Was bedeutet das für die Herangehensweise am Dienstag in Dortmund - zweieinhalb Wochen nach dem jüngsten Aufeinandertreffen?

"Lieber 3:2 als 1:0": Werder-Trainer Daniel Thioune IMAGO/Noah Wedel
Daniel Thioune gilt als ein Trainer, der seine Ansprache ans Team gerne offen gestaltet, der sich auch mal besonderer Kniffe bedient - und vielleicht, nachdem er bei der Pressekonferenz am Sonntag darauf hingewiesen wurde, zieht er dabei dieser Tage auch noch mal die jüngste Bremer Pokalbilanz gegen Borussia Dortmund zurate.
"Jetzt, wo man es mir gesagt hat, nehme ich das mit, werde es mit der Mannschaft teilen", sagte der bis dato offenbar noch unwissende Werder-Coach: "Ich mag solche Randnotizen natürlich - und ich würde mich freuen, eine Runde weiterzukommen."
Zuletzt gelang das bei den Aufeinandertreffen im DFB-Pokal ja dreimal: am 4. Februar 2020 (3:2) in Bremen, am 5. Februar 2019 (4:2 im Elfmeterschießen) in Dortmund und am 28. Januar 2009 (2:1) in Dortmund. Schon ein paar Jahre her.
Geht es Werder erneut kompakt an?
Noch gar nicht so lange zurück liegt indes der 5. Bundesliga-Spieltag, in dessen Rahmen Werder schon vor zweieinhalb Wochen in Dortmund gastierte - und nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden erwirkte. Wird diese Partie, in der Werder bis zum 0:1 nach 80 Minuten überaus diszipliniert verteidigte, nun zur Blaupause für das Wiedersehen am Dienstagabend (20.45 Uhr, LIVE! beim kicker)?
Vorschau
Es klingt so, wenn Coach Thioune angab, dass "ich mehr als einverstanden war mit unserer Vorstellung" und dass "es uns hilft, auf dieses Spiel zu schauen", in dem Werder es geschafft hatte, dem "Gegner nicht so viel zuzugestehen" - und vereinzelt offensive Gegenangriffe zu fahren.
Gehen die Gäste die Partie also ähnlich kompakt und zurückhaltend an? Trotz ein "paar inhaltlicher Anpassungen", die Thioune vornehmen wolle, erscheint das erst mal naheliegend. Zugleich sei der Glaube, in Dortmund bestehen zu können, angesichts der zurückliegenden Aufholjagd jedenfalls derart ausgeprägt, "dass diese Partie für uns zu keinem Zeitpunkt zu Ende sein wird", betonte der 52-Jährige.
"Dann ist es natürlich Unterhaltungsfußball"
Und wer weiß, vielleicht wird es am Ende dann doch wieder ein Spektakel, für das Werder in dieser Saison ja bereits mehrfach stand. Das belegt nicht nur ein Torverhältnis von 15:14 in der Bundesliga, sondern auch eine Aussage von Niclas Füllkrug, der die grün-weiße Art und Weise auf dem Platz kürzlich als entertaining bezeichnete.
Auch Thioune ist ja ein Verfechter von "lieber 3:2 als 1:0" sowie der Maßgabe "Tiefe vor Breite", so der Trainer: "Und wenn dann noch sehr viele Tore fallen, ist es natürlich Unterhaltungsfußball." Diese Unterhaltung hängt jedoch auch damit zusammen, dass Werder in dieser Saison auch spielerisch wieder überzeugt.
Worauf das zurückzuführen ist, dass die Idee des Trainerteams so gut und sogar "etwas schneller" aufgeht, als von Thioune selbst gedacht? Viele vergleichsweise spät verpflichtete Neuzugänge sind mittlerweile komplett wettkampffähig und aufeinander eingestellt, auch die Trainingsqualität sei "ausgesprochen hoch", erklärte er: "Dass wir Fußball spielen, ist das, was mich am meisten erfreut."
Thioune: "Vielleicht sind wir nicht so klein"
Ob das beim BVB über die gesamte Spielzeit auch wieder praktizierbar sein wird? Thioune machte zwar keinen Hehl aus der Bremer Außenseiterrolle, wies aber schon darauf hin, "dass wir vielleicht nicht so klein sind", wie das die Ausgangslage in einer 2. Pokalrunde meistens impliziert - zumal Werder aktuell auch ein gewachsenes Selbstvertrauen ausstrahlt.
Da wäre ja gerade erst der 3:2-Sieg vom Samstag in Mainz, eben das jüngste Comeback in Dortmund und generell der beste Bremer Saisonstart seit acht Jahren. "Vielleicht können wir die BVB-Party crashen", befand Thioune zumindest: "Und da dieser Verein ja weiß, wie man Dortmund in einer Pokalrunde ausschalten kann, hilft es sicherlich, wenn ich die Jungs noch mal daran erinnern werde ..."
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