Bund holt sensible Cloud-Daten zurück in Schweizer Bunker

- Bis zu sieben Milliarden Franken gibt der Bund über 14 Jahre für seine neue Behördencloud aus.
- Bezahlt wird nur die Leistung, die effektiv abgerufen wird; Gemeinden und Kantone können mitmachen, müssen aber nicht.
- Firmen aus den USA oder China dürfen mitbieten, müssen aber in den Stufen zwei und drei strenge Datenschutzkriterien erfüllen.
Das Thema Datensicherheit hat massiv an Bedeutung gewonnen. Regelungen wie jene der USA, wonach die Regierung jederzeit auf Daten zugreifen darf, die amerikanische Firmen speichern, oder auch Sicherheitsbedenken betreffend chinesischer Anbieter haben Behörden wie Firmen in der Schweiz aufgeschreckt.
Der Bund handelt nun und baut eine «Swiss Government Cloud». Die Ausschreibung läuft seit heute. Ziel ist, fünf verschiedene Anbieter in drei Sicherheitsstufen zu finden. Die Cloud soll ab Herbst 2027 den Betrieb aufnehmen.
Drei Stufen bis zum Datenbunker
Die Behördencloud ist in drei Stufen aufgebaut. In der ersten Stufe geht es um die am wenigsten heiklen Daten. In einem Mediengespräch des Bundesamtes für Informatik wurden hier als Beispiel Wetterdaten genannt. Diese dürfen weiterhin irgendwo auf der Welt liegen.
In der Stufe zwei geht es schon um heiklere Daten. Diese müssen in der Schweiz bleiben. Und in der Stufe drei schliesslich sollen besonders schützenswerte Daten liegen – zum Beispiel Finanz- oder Steuerdaten. Diese müssen in bundeseigenen Rechenzentren in einer Art «Datenbunker» bleiben.
Für die ersten beiden Stufen sollen je zwei Anbieter ausgewählt werden, für die dritte Stufe nur einer.
Firmen aus den USA und China dürfen mitbieten, aber …
Da die Ausschreibung Kriterien der Welthandelsorganisation WTO erfüllen muss, sind Firmen beispielsweise aus den USA oder China nicht vom Verfahren ausgeschlossen. Allerdings, so heisst es auf Nachfrage von 20 Minuten, gibt es in Stufe zwei und drei der Cloud besondere Kriterien im Hinblick auf den Datenschutz und die Souveränität zu erfüllen. Darüber grenze man die möglichen Anbieter ein, ohne nach der rechtlichen Definition zu diskriminieren, so die Fachleute.
Wie stehst du dazu, dass der Bund sensible Daten in eine eigene Schweizer Cloud zurückholen will?
Die Cloud steht nicht nur dem Bund offen, auch Gemeinden und Kantone können ihre Daten dort lagern – müssen dies aber nicht. Für das Projekt sind Ausgaben von maximal sieben Milliarden Franken über die nächsten 14 Jahre vorgesehen. Wie der Bund betont, wird aber nur jene Leistung bezahlt, die auch effektiv abgerufen wird. Werden also zum Beispiel weniger Daten in der Cloud gespeichert und somit weniger Speicherplatz benötigt, wird Geld gespart.
Stefan Lanz (sla) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Er ist Bundeshausjournalist mit langjähriger Erfahrung.
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