Zeitenwende eingeläutet: Chinesische Vorherrschaft im Tischtennis nach acht Jahren durchbrochen

Chinesische Vorherrschaft im Tischtennis nach acht Jahren durchbrochen
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05.10.2026 | 13:31 Uhr
Die Dominanz der Chinesen in der Tischtennis-Weltrangliste ist in etwa so überraschend wie die fallenden Blätter im Herbst. Umso bemerkenswerter, wenn sie dann durchbrochen wird. Das ist jetzt einem 19-jährigen Japaner gelungen. In den vergangenen 25 Jahren hatte er drei Vorgänger, darunter zwei Deutsche.
Erstmals seit März 2018 führt kein Chinese die Männerweltrangliste der Tischtennisprofis an. Im neuen Ranking übernahm der 19 Jahre alte Japaner Sora Matsushima die Führung, der bis dato erstplatzierte Wang Chuqin fiel auf Platz vier zurück. Matsushima folgt auf Timo Boll, der Rekord-Europameister aus Deutschland stand vor mehr als acht Jahren an der Spitze.
Im vergangenen Vierteljahrhundert hatten vor Matsushima überhaupt nur drei Nicht-Chinesen die Weltrangliste angeführt: Boll stand mehrmals ganz oben, auch seinem langjährigen Weggefährten Dimitrij Ovtcharov und dem Österreicher Werner Schlager gelang es, die chinesische Vorherrschaft zu durchbrechen.
Dominanz bröckelt auf vielen Ebenen
Während Boll und Schlager ihre Karrieren beendet haben, hält sich der 38 Jahre alte Ovtcharov noch immer in der erweiterten Weltspitze. Derzeit belegt der Spitzenspieler des Bundesligisten TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell Platz 19 und ist damit zweitbester Deutscher hinter Ex-Europameister Dang Qiu von Borussia Düsseldorf (Zehnter).
Die chinesische Dominanz bröckelt immer mehr. Bei der Weltmeisterschaft im Frühjahr in London kassierte die einstige Übermannschaft der Männer in der Gruppenphase ihre ersten WM-Niederlagen seit 26 Jahren, holte sich aber dennoch den Titel. Bei den Asienspielen verpasste China jüngst erstmals seit 32 Jahren Mannschaftsgold durch eine Niederlage im Finale gegen Japan.
Unter den besten zehn der Weltrangliste steht neben Wang Chuqin nur noch Lin Shidong aus China auf Platz neun. Neben Matsushima und seinem Landsmann Tomokazu Harimoto bestimmen Spieler aus Frankreich (Felix und Alexis Lebrun), Schweden (Truls Möregardh) oder Brasilien (Hugo Calderano) das Bild.
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