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Friday, October 16, 2026

Post zum Freitag: Vibe-Coding lehrt Adobe das Fürchten – und Microsoft gleich mit

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das Programmieren von Software fand ich schon immer faszinierend, bin allerdings selbst nicht über Kenntnisse von Turbo Pascal 7.0 hinausgekommen. Um die Jahrtausendwende hab ich damit "Wer wird Millionär" für DOS programmiert, sogar mit ein bisschen Grafik, das wars dann aber auch schon. "Software entwickeln sollen die, die es besser können", dachte ich damals – und eigentlich bis heute.

"Besser" konnten es bisher immer nur fähige Programmierer. Und eben nur die konnten auch ihre persönlichen Ideen in kleine Programme gießen. Dies hat sich mit dem Aufkommen immer leistungsfähiger KI-Modelle zunehmend geändert. Schon ein clever formulierter Prompt führt zu einem Software-Prototyp, den man anschließend mit vielen kleinen, gezielten Prompts weiterentwickeln kann – fast wie ein Bildhauer ein Werk. Das macht sogar richtig Spaß – insbesondere, wenn am Ende noch etwas Sinnvolles rauskommt, etwa eine kleine Portugiesisch-Lernapp.

Doch KI ist mittlerweile so leistungsfähig, dass sie sogar komplexe Standardprogramme nachbilden kann, mit denen Milliardenkonzerne bislang viel Geld verdienen. Das neueste Beispiel dafür ist das ArtCraft-Projekt, bei dem zunächst ein einzelner Entwickler per Vibe-Coding innerhalb weniger Tage quelloffene Nachbauten populärer Programme erschaffen hat. "PhotoCraft" soll mit Adobe Photoshop konkurrieren, "DesignCraft" mit Adobe InDesign und selbst für Microsoft Word gibt es mit WordCraft ein Vibe-Coding-Projekt. Bei Firmen wie Adobe und Microsoft dürften derzeit die Alarmglocken klingeln.

Sie können sich vorstellen, wie viel Interesse das ArtCraft-Projekt im Netz erzeugt hat – ein guter Grund, ihm eine erste Analyse zu widmen. Für diese hat sich unser Adobe-Experte André Kramer die ArtCraft-Suite genauer angeschaut und dabei PhotoCraft/LightCraft mit Photoshop/Lightroom verglichen. Überdies ist unser Audio-Experte Hartmut Gieselmann tiefer in SoundCraft eingestiegen, das die professionelle Musikproduktionssoftware Avid Pro Tools nachbilden soll. Dazu gibt es noch eine Einschätzung der rechtlichen Lage, schließlich stellt sich schnell die Frage: Darf man bekannte Software einfach so nachbilden und online stellen?

Eine wirklich spannende Entwicklung, die insbesondere die Zukunft von Software-Unternehmen neu schreiben könnte.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr
Martin Fischer

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