Zoff um Zivilstand-Streichung: «Wir Ledigen wollen unseren Zivilstand nicht mit Beziehungsunfähigen teilen!»
Zoff um Zivilstand-Streichung
«Wir Ledigen wollen unseren Zivilstand nicht mit Beziehungsunfähigen teilen!»
Der Zivilstand «geschieden» könnte in der Schweiz bald der Vergangenheit angehören. Der Bundesrat plant, diese Kategorie abzuschaffen – zugunsten von «ledig». Doch in der Community regt sich Widerstand.
Publiziert: vor 17 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Bundesrat plant, Zivilstand «geschieden» abzuschaffen und durch «ledig» zu ersetzen
- 57 Prozent der Leserumfrage-Teilnehmenden lehnen Änderung ab, 43 Prozent unterstützen sie
- Debatte polarisiert stark
Sarah RiberzaniRedaktorin Community
«Geschieden» – bald könnte dieser Status auf Schweizer Formularen Geschichte sein. Der Bundesrat will die Kategorie abschaffen und Geschiedene künftig als «ledig» erfassen. Die Scheidung würde zwar weiterhin amtlich registriert, doch der Zivilstand soll nicht länger festhalten, dass einmal eine Ehe bestanden hat.
Hinter dem Vorstoss von FDP-Nationalrätin Nadine Gobet steht die Idee, dass ein Zivilstand die aktuelle rechtliche Situation einer Person abbilden soll und nicht ein Ereignis aus der Vergangenheit. Weil eine geschiedene Person nicht mehr verheiratet ist, sei die bisherige Kategorie aus Sicht der Befürworter nicht mehr zeitgemäss.
Kritik an der Gleichsetzung
In unserer Community wird das Vorhaben kontrovers diskutiert. Eine Leserumfrage mit über 6000 Teilnehmenden fällt zugunsten des bisherigen Zivilstands aus: 57 Prozent der Teilnehmenden halten die Abschaffung von «geschieden» für unnötig. Als Begründung wird unter anderem genannt, dass das heutige System bereits funktioniert und deshalb kein Handlungsbedarf bestehe. 43 Prozent hingegen begrüssen den Vorschlag. Für sie ist der Status «geschieden» nicht mehr zeitgemäss und rechtlich nicht mehr relevant.
Bei den Gegnern der Abschaffung sorgt vor allem die geplante Gleichsetzung von «ledig» und «geschieden» für Kritik. Thomas Kaufmann schreibt etwa: «‹Ledig› statt ‹geschieden› wäre sicher nicht korrekt – ist einfach nicht dasselbe. ‹Unverheiratet› würde allenfalls passen. Da kann man es aber genauso gut so belassen, wie es jetzt ist. ‹Geschieden› betrifft ja immerhin rund 40 Prozent der CH-Bevölkerung und somit keine Minderheit – mich übrigens auch.»
Auch Beat Schmid sieht die Begriffe nicht als austauschbar: «Wenn der Bundesrat Geschiedene jetzt einfach als ‹ledig› tarnen will, verwässert das die Bedeutung des Begriffs komplett. Es kann nicht sein, dass ein ehrlicher Lebensentwurf administrativ mit einem Beziehungs-Armutszeugnis in denselben Topf geworfen wird, nur um die Vergangenheit anderer zu beschönigen.»
Besonders deutlich fällt die Kritik bei Urs Wicki aus. Er schreibt: «Wir Ledigen wollen unseren Zivilstand nicht mit Beziehungsunfähigen teilen! Ledig bedeutet, nie verheiratet gewesen zu sein. Geschieden bedeutet, dass eine Ehe gescheitert ist. Diese beiden Lebenswege einfach gleichzusetzen, halte ich für falsch.»
Befürworter sehen Privatsphäre im Vordergrund
Doch die geplante Abschaffung stösst nicht nur auf Kritik. Jacques Boehmer begrüsst den Vorstoss ausdrücklich: «Eine Scheidung sollte einem nicht das ganze Leben lang anhaften. Ob und wem man es erzählt, sollte Privatsache sein. Auch finde ich, dass die Frage nach dem Zivilstand auf gewissen Formularen nichts zu suchen hat.»
Ähnlich sieht es Max Frischknecht. «Man ist ledig, heiratet, lässt sich scheiden und ist dann wieder ledig», schreibt er. Den Zivilstand «geschieden» hält er deshalb für «völlig überflüssig» und teilweise sogar hinderlich. Sein Fazit: «Weglassen, sofort!»
Auch Walter Pero stellt den Schutz der Privatsphäre ins Zentrum: «Im Privatleben lernt man sich kennen und erzählt sich vom früheren Leben. Es ist ganz normal, eine Scheidung zu erwähnen. Aber auf Formularen soll es niemanden etwas angehen!»
Wie siehst du das? Ist «geschieden» als Zivilstand tatsächlich überholt, oder sollte der Status unbedingt erhalten bleiben? Schreib deine Meinung in die Kommentare.
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