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Friday, November 6, 2026

Über 60 fremde KI-Songs auf Spotify-Profil von Mundartstar Sina

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  • Auf dem verifizierten Spotify-Profil von Sina (60) sind über 60 fremde, mutmasslich KI-generierte Songs aufgetaucht.
  • Es handelt sich um drei Alben mit je 20 Songs und eine Single mit englischen Titeln, veröffentlicht im August.
  • Die Plattenfirma Musikvertrieb AG hat den Fall gemeldet und will die Songs rasch entfernen lassen.

Wer auf Spotify nach Musik von Sina (60) sucht, fand kurzzeitig neben ihren bekannten Mundartsongs auch englischsprachige Liebeslieder. Doch die Walliser Sängerin hat weder die Sprache gewechselt noch heimlich neue Alben veröffentlicht. Wie der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf das Walliser Newsportal «Pomona» (Bezahlartikel) berichtet, sind auf ihrem verifizierten Profil über 60 fremde, mutmasslich KI-generierte Songs aufgetaucht.

Drei Alben und eine Single unter falschem Namen

Konkret handelte es sich um drei Alben mit jeweils 20 Songs sowie eine zusätzliche Single. Die Veröffentlichungen stammen aus dem August und tragen englische Titel wie «The Last Time Hope Smiled» oder «Every Goodbye Lives in My Sleep». Unterdessen sind sie nicht mehr auf ihrem Account auffindbar, auf Spotify aber noch abrufbar.

Statt Sina zeigen die Coverbilder eine junge asiatische Frau. Die Bilder wirken künstlich erstellt. Beim Anhören fällt zudem auf, dass die englischsprachigen Songs musikalisch wenig mit Sinas Mundartmusik gemeinsam haben.

Wie die fremden Veröffentlichungen auf das Profil der Sängerin gelangten, ist bislang unklar.

Wie findest du es, wenn auf einem echten Künstlerprofil fremde KI-Songs auftauchen?

Management schaltet Plattenfirma ein

Aufgefallen ist die ungewöhnliche Diskografie laut «Pomona» durch eine Anfrage an Sinas Managerin Benita Andres. Diese wandte sich daraufhin an die Plattenfirma.

Das Label Musikvertrieb AG bestätigte gegenüber dem Walliser Newsportal, dass die fraglichen Songs nicht von Sina stammen. Der Fall sei zudem kein Einzelfall. Laut der Plattenfirma häufen sich solche Vorfälle, bei denen mutmasslich KI-generierte Musik auf den Profilen echter Künstlerinnen und Künstler erscheint.

Der Fall wurde dem zuständigen Musikvertriebspartner gemeldet. Die Plattenfirma bemühte sich darum, die fremden Songs möglichst rasch entfernen zu lassen.

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KI-Musik beschäftigt die Streamingbranche

Der Vorfall zeigt ein Problem, mit dem sich Streamingplattformen zunehmend beschäftigen. KI-generierte Musik lässt sich mittlerweile mit wenig Aufwand herstellen und veröffentlichen. Für Hörerinnen und Hörer ist dabei nicht immer erkennbar, ob ein Song von einem Menschen oder einer künstlichen Intelligenz stammt.

Spotify hat deshalb im August neue Kennzeichnungen für künstlich erzeugte Künstleridentitäten angekündigt. Diese sollen helfen, entsprechende Profile besser zu erkennen.

Im Fall von Sina geht es allerdings um ein anderes Problem: Fremde Musik erscheint unter dem Namen einer realen Künstlerin. Wer die Songs hochgeladen hat und weshalb sie ausgerechnet Sina zugeordnet wurden, ist bisher nicht bekannt.

Leonie Projer

Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».

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