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Wednesday, November 4, 2026

25 Jahre Harry Potter im Kino: Von der Weltpremiere am Leicester Square, die Kontroverse über J.K. Rowling bis zur Neuauflage als Streaming-Serie.

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Am 4. November 2001 verwandelte sich der Londoner Leicester Square in eine Zauberwelt. Der Film "Harry Potter and the Philosopher's Stone" (auf Deutsch: Harry Potter und der Stein der Weisen) feierte damals Weltpremiere. "Tausende begeisterte Fans, viele von ihnen mit spitzen Zauberhüten und langen Umhängen kostümiert, säumten den Leicester Square, um einen Blick auf die eintreffenden Stars zu erhaschen", beschrieb die BBC die Szene. Harry Potter-Schauspieler Daniel Radcliffe war damals 12 Jahre alt und überaus beeindruckt von der Szenerie. Die BBC zitiert ihn mit den Worten: "Das ist so cool. Ich habe noch nie erlebt, dass mein Name innerhalb einer Stunde so oft gerufen wurde."

Der Andrang zeigte, wie groß das Harry-Potter-Fieber bereits geworden war – und das in nur vier Jahren. Der erste Harry Potter Band war im Juni 1997 beim britischen Bloomsbury Verlag erschienen, mit einer Erstauflage von gerade mal 500 Hard-Cover Exemplaren. Parallel dazu erschienen damals rund 5000 Taschenbuch-Ausgaben. Die Erstausgaben sind heute heiß begehrt, die gebundenen Ausgaben erzielen bei Auktionen Höchstpreise. Mitte Oktober wurde in dem US-amerikanischen Auktionshaus Heritage Auctions ein Exemplar für 400.000 US-Dollar versteigert.

Der erste Harry Potter-Band verbreitete sich zunächst vor allem durch Mundpropaganda in den Schulen. Erst als er noch im selben Jahr den renommierten Nestlé Smarties Book Prize gewann, rückte er auch in den Fokus der Medien. Mit schätzungsweise mehr als 120 Millionen verkauften Exemplaren weltweit ist er heute nicht nur das erfolgreichste Buch der Reihe, sondern auch einer der meistverkauften Romane der gesamten Literaturgeschichte.

J.K. Rowling - eine umstrittene Autorin

Von der alleinerziehenden Mutter, die auf staatliche Hilfe angewiesen ist, zur Milliardärin: Lange Zeit prägte diese Erfolgsgeschichte das Bild von J.K. Rowling in der Öffentlichkeit. Seit einigen Jahren steht jedoch vor allem ihre Haltung in Bezug auf Geschlecht und Transidentität in der Kritik - ein Thema, das sie wie kaum ein anderes regelmäßig kommentiert.

In einem Essay, den sie am 21. Oktober 2026 auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, betont sie, dass sie die "derzeit dominante Form des Transaktivismus" ablehne. "Diese geht davon aus, dass ein Mann, der sich selbst als Frau bezeichnet, tatsächlich eine Frau sei und deshalb in allen Lebensbereichen als solche behandelt werden müsse." Rowling aber sieht es als Gefahr, wenn Transfrauen Zutritt zu geschlechtergetrennten Räumen hätten. Für sie ist das biologische Geschlecht eine "unbestreitbare biologische Tatsache".

Eine Frau mit halblangen rötlichen Haaren
Erfolgsautorin J.K. RowlingBild: Andrew Milligan/PA Wire/empics/picture alliance

Aufgrund solcher Aussagen werfen Kritiker der Autorin Transfeindlichkeit vor. Andere verstehen ihre Position als Einsatz für Frauenrechte und den Schutz von Frauen. Auch ihre Fan-Gemeinde ist gespalten. Einige unterstützen J.K. Rowling, andere plädieren dafür, Autorin und Werk zu trennen, wieder andere haben sich vollständig abgewendet. So auch die für ihre Harry-Potter-Parodien bekannte deutsche YouTuberin Coldmirror. "Ich habe keine Liebe mehr für Harry. Ein Grundinteresse schon, aber ich kann das nicht mehr mit gutem Gewissen angucken", sagte Kathrin Fricke, wie die aus dem Raum Bremen stammende Medienkünstlerin bürgerlich heißt, der Süddeutschen Zeitung. Als Grund nannte sie das Engagement der Autorin J. K. Rowling gegen Transmenschen.

Auch unter den Darstellern der "Harry Potter"-Filme herrscht Uneinigkeit. Die drei Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint stellen sich öffentlich hinter Transpersonen, während Ralph Fiennes (Lord Voldemort) und Helena Bonham Carter (Bellatrix Lestrange) Rowlings Recht auf diese Position verteidigen. 

Harry Potter als Serie erscheint um Weihnachten 

Trotz der Diskussionen um die Autorin hat sich Warner Brothers, die die Rechte an den Harry-Potter-Filmen besitzen, für eine Neuverfilmung der Buchreihe entschieden - diesmal als Serie für den hauseigenen Streamingdienst HBO. Die Veröffentlichung ist für den 25. Dezember geplant.

Die erste Staffel bildet den ersten Band ab und umfasst 8 Folgen. Die genaue Länge jeder Folge ist noch nicht bekannt, klar ist aber, dass die Verfilmung der Bücher als Serie sehr viel mehr Zeit für jeden Band lässt als die Originalfilme. Es bleibt also mehr Raum für Nebenhandlungen, Figurenentwicklung und das Leben in Hogwarts. Während viele Fans sich auf das ausführliche Format freuen, sind manche noch skeptisch, da sie sich die bekannten Figuren kaum mit anderen Schauspielern vorstellen können.

Die Hauptrollen in der Serie übernehmen Dominic McLaughlin als Harry Potter, Arabella Stanton als Hermine Granger und Alastair Stout als Ron Weasley.

J.K. Rowling ist als ausführende Produzentin an der Serie beteiligt. Ihre Ansichten bezüglich Geschlechtsidentität aber würden laut HBO keinen Eingang in die Handlung der Serie finden. Mehrere Beteiligte der neuen Serie haben sich öffentlich von ihren Positionen distanziert. So unterzeichnete Snape-Darsteller Paapa Essiedu einen offenen Brief zur Unterstützung von Transmenschen. Rowling erklärte daraufhin, sie habe weder die Macht noch den Wunsch, ihn deshalb aus der Serie zu entfernen. Auch Dumbledore-Darsteller John Lithgow und Hagrid-Darsteller Nick Frost äußerten sich kritisch zu Rowlings Positionen.

Ungeachtet dessen läuft das Merchandising auf Hochtouren. Am 4. November eröffnet in London der bislang größte Harry-Potter-Shop Großbritanniens. Nach Angaben von Warner Brothers erstreckt er sich über zwei Etagen und umfasst mehr als 1.950 Quadratmeter. Und wer Harry Potter auf Deutsch mag: Nach dem Erfolg der englischsprachen Harry-Potter-Hörbuchreihe in voller Besetzung folgt nun eine deutsche Variante, bei der jede Figur von einem eigenen Sprecher oder einer eigenen Sprecherin vertont wird. Das erste Hörbuch "Harry Potter und der Stein der Weisen" soll am 10. November erscheinen. Neben Daniel Brühl als Lord Voldemort werden unter anderem Nina Hoss als Professorin Minerva McGonagall und Armin Rohde als Hagrid zu hören sein.

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