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Sunday, November 1, 2026

Rath around the world: Wellness am Mittelrhein? Probieren Sie den nagelneuen Jakobsberg

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Rath around the worldWellness am Mittelrhein? Probieren Sie den nagelneuen Jakobsberg

01.11.2026, 08:51 Uhr imageVon Carsten K. Rath

Das traditionsreiche Hotel am Mittelrhein war für mehrere Jahre geschlossen. Nun kehrt es als Jakobsberg Nature Resort zurück – mit neuem Spa, neuer Gastronomie und deutlich größeren Ambitionen. So wird aus dem bekannten Golf- und Tagungshotel ein modernes Resort.

Fast fünf Jahre sind in der Hotellerie eine kleine Ewigkeit. Im November 2021 schloss der Jakobsberg oberhalb von Boppard am Rhein seine Türen. Nun kehrt der Jakobsberg zurück. Und zwar nicht einfach renoviert, sondern mit einer neuen, klaren Vision davon, was dieses Haus künftig sein will.

Diese Idee des "Jakobsberg Nature Resort" begeistert mich. Unter der Leadership von Marco Alfter, dem Vorstandsvorsitzenden der Gemeinnützigen Privatstiftung Kaiserschild - sie ist die Eigentümerin des Hotels -, ist hier etwas entstanden, dessen Qualität vor einigen Jahren in dieser Form kaum abzusehen war. Über Jahrzehnte war der Jakobsberg vor allem als Golf-, Tagungs- und Veranstaltungshotel bekannt - bodenständig und solide. Jetzt ist daraus ein Resort geworden, für das Wellness, Natur und Kulinarik ebenso wichtige Reisegründe sind.

Golfplatz Jakobsberg
Der 18-Loch-Golfplatz bleibt ein prägender Teil des Resorts. General Manager Thies Bruhn ist selbst passionierter Golfer. (Foto: Jakobsberg Nature Resort)

Spektakulärer Platz auf der Dachterrasse

Im neuen "Jakobsberg Nature Resort" sind die Veränderungen jedenfalls erheblich. 73 Zimmer und 13 Suiten wurden komplett renoviert. Das neue Design setzt auf Naturmaterialien, Holz, Stein und zurückhaltende Erdtöne. Herzstück der Erweiterung ist ein mehr als 1.200 Quadratmeter großer Spa mit Innenpool, Saunen, Fitness- und Behandlungsbereichen. Spektakulärster Platz aber dürfte der neue Infinity-Pool auf der Dachterrasse sein, von dem der Blick weit über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal reicht.

Allein dieser Spa verändert das Geschäftsmodell. Wer früher auf den Jakobsberg fuhr, kam häufig zum Golfen, zu einer Tagung oder einer Veranstaltung. Künftig wird man auch kommen, um dort einfach ein paar Tage Urlaub zu machen. Dabei ist die Idee, auf diesem Plateau mehr als ein Hotel zu betreiben, keineswegs neu. Sie geht auf Dr. Hans Riegel zurück. Der Bonner Unternehmer und Mitinhaber von Haribo kaufte das Gelände 1960 und eröffnete zehn Jahre später das Hotel. Später kamen unter anderem der spektakuläre 18-Loch-Golfplatz, Jagd und weitere Freizeitangebote hinzu. Riegel dachte größer als seine Zeit und den Jakobsberg schon damals als eigenen Kosmos aus Natur, Sport, Genuss und Begegnung.

Genau deshalb wäre es falsch gewesen, bei der Modernisierung alles Alte beiseitezuräumen. Der Golfplatz bleibt ein wesentlicher Bestandteil des Resorts, ebenso Jagd und Schießstand. Auch Teile von Riegels Kunstsammlungen, darunter Arbeiten des italienischen Bildhauers Toni Benetton und Exponate zur Geschichte der frühen Ballonfahrt, wurden intelligent wieder in das Haus integriert. Sie stehen dort, um etwas über die Herkunft dieses Ortes zu erzählen.

Golf gehört ohnehin zum Betriebssystem des Jakobsbergs. Der 18-Loch-Platz samt Golf-Akademie bleibt ein eigenständiger Reisegrund. Dazu passt, dass mit Thies Bruhn ein General Manager an der Spitze steht, der selbst ein ausgezeichneter Golfer ist. Und Bruhn bringt fast drei Jahrzehnte Erfahrung mit, aus der internationalen Luxushotellerie.

Unterschiedliche Welten des neuen Resorts

Die spannende Herausforderung wird darin liegen, die unterschiedlichen Welten des neuen Resorts zusammenzubringen. Golfer, Wellnessgäste, Hochzeitspaare, Tagungsteilnehmer und Menschen aus der Region kommen mit unterschiedlichen Erwartungen. Ein gutes Resort zeichnet sich dadurch aus, auf die Bedürfnisse der Gäste individuell einzugehen. Sie müssen sich zu einem schlüssigen Ganzen verbinden.

Mit dem Restaurant Kräutergarten, der Tafeley, Bars, Biergarten und weiteren Angeboten besitzt der Jakobsberg künftig eine ungewöhnlich große kulinarische Bandbreite. Regionalität wird dabei eine zentrale Rolle spielen; Kräuter und andere Produkte kommen teilweise aus dem eigenen Garten, Wild aus der eigenen Jagd. Der Biergarten und die Restaurants machen den Jakobsberg auch für Gäste aus der Region zu einem Treffpunkt - eine Rolle, die das Haus seit jeher prägt.

Auch das Tagungsgeschäft wird nicht verschwinden. Vier Konferenzräume und moderne Veranstaltungstechnik stehen weiterhin zur Verfügung. Unternehmen erwarten heute mehr als einen Tagungsraum, Beamer und Kaffeepause. Golf, Spa, Gastronomie, Wanderwege und Padel eröffnen Möglichkeiten für Programme, die einen Aufenthalt auch jenseits des eigentlichen Meetings interessant machen. Die alte Stärke des Hauses wird damit nicht aufgegeben, sondern in ein breiteres Resortkonzept eingebettet.

Veränderte Wahrnehmung des Mittelrheintals

An dieser Stelle möchte ich etwas offenlegen. Ich bin auf der genau gegenüberliegenden Rheinseite in Lahnstein aufgewachsen, kenne die Region seit meiner Kindheit und darf heute selbst im Beirat des Jakobsbergs mitarbeiten. Vollkommen unbefangen kann mein Blick auf dieses Haus also nicht sein. Gerade deshalb finde ich interessant, wie stark sich die Wahrnehmung des Mittelrheintals verändert hat. Die Region besitzt Burgen, Weinberge, spektakuläre Landschaften und mit dem Oberen Mittelrheintal seit mehr als zwei Jahrzehnten sogar den Status als UNESCO-Welterbe. Was ihr an manchen Stellen fehlt, sind zeitgemäße Hotels, die daraus ein international konkurrenzfähiges Reiseerlebnis machen.

Der neue Jakobsberg wird dazu seinen Beitrag leisten. Er liegt strategisch spannend zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main, Benelux und Rhein-Ruhr und verbindet diese Erreichbarkeit mit einer Lage, die sich schon wenige Minuten nach der Ankunft vollkommen anders anfühlt. Das ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. Interessant finde ich auch, dass die lange Schließung dazu genutzt wurde, aus dem Jakobsberg ein individuelles Resort zu machen. Die Modernisierung ist tiefgreifend, die Herkunft des Hauses aber weiterhin sichtbar. Hans Riegels Leidenschaften - Golf, Jagd und Kunst - haben ihren Platz behalten.

Den Jakobsberg neu entdecken

Nun kommt der anspruchsvolle Teil. Ein schöner Spa, frisch renovierte Zimmer und ein Infinity-Pool mit Rheinblick sorgen für Aufmerksamkeit bei der Eröffnung. Die offizielle Eröffnung im Oktober war mehr als die Wiederaufnahme eines Hotelbetriebs - die Region erhält einen ihrer markantesten Orte zurück. Hochzeitsgäste, Golfer, Spa-Gäste und Tagesbesucher werden den Jakobsberg neu entdecken. Und sie werden entscheiden, wie schnell aus dem neuen Haus wieder eine feste Institution wird.

Ich bin überzeugt, dass dies gelingt. Der neue Jakobsberg respektiert seine Herkunft, ohne in Nostalgie zu erstarren. Er ist ambitioniert, ohne laut zu sein. Er ist wirtschaftlich gedacht, ohne klein zu denken. Und er verbindet all das, was Dr. Hans Riegel einst als große Vision auf diesen Berg brachte, mit den Erwartungen einer neuen Generation.

Ob sich das Haus künftig auch unter den 101 besten Hotels behauptet, wird sich zeigen. Vorschusslorbeeren ersetzen keine Leistung im Alltag, das gilt für jedes neue Hotel. Aber die Voraussetzungen sind außergewöhnlich gut. Vor allem ist der Jakobsberg wieder das, was er immer sein sollte: ein Ort, der die Aufmerksamkeit auf den Rhein lenkt, Menschen zusammenführt und seiner Region neue Möglichkeiten eröffnet. Dr. Hans Riegel hätte daran vermutlich große Freude gehabt.

Raths Reise-Rating (aktuelle Wertung gefettet):

1. Ganz großes Kino

2. Wenn's nur immer so wäre

3. Hohes Niveau, mit ein paar wenigen Schwächen

4. So lala, nicht oh, là, là

5. Besser als im Hostel

6. Ausdrückliche Reisewarnung

Über den Autor: Als früherer Grandhotelier und Betreiber des relevantesten Hotel-Rankings im deutschsprachigen Raum die-101-besten.com ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für ntv schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.

Rath ist zudem Autor der Bücher "Die 101 besten Hotels Deutschlands". Mit seinem Ranking kam er im Jahr 2024 erstmals in die Schweiz. Bestellen Sie das Buch gerne per E-Mail an board@i-sle.ch oder online unter:

https://die-101-besten.de/interesse-am-buchband-die-101-besten-hotels-deutschlands-2026/

PODCAST – "Minibar-Geständnisse, aus Zimmer 101" von Carsten K. Rath, der bei den besten Hoteliers hinter die Kulissen blickt. Zu hören unter anderem bei Apple und Spotify.

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