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Wednesday, September 16, 2026

Lateinamerika bleibt gefährlichste Region für Umweltschützer

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Mindestens 124 Menschen sind im vergangenen Jahr weltweit wegen ihres Einsatzes für Land und Umwelt getötet worden. Das geht aus einem Bericht der Nichtregierungsorganisation Global Witness hervor. 105 der registrierten Todesfälle entfielen auf Lateinamerika, also rund 85 Prozent.

Kolumbien erneut an der Spitze

Am gefährlichsten war die Lage erneut in Kolumbien. Dort wurden 39 Umweltschützer getötet. Damit führt das Land zum vierten Mal in Folge die Statistik an.

Es folgt Brasilien mit 26 Todesfällen. Dort hat sich die Zahl innerhalb eines Jahres von zwölf auf 26 mehr als verdoppelt. In Honduras und auf den Philippinen wurden jeweils zwölf Menschen getötet, in Mexiko zehn und in Guatemala acht.

Umweltschutz unter Lebensgefahr in Kolumbien

Mehr als die Hälfte aller weltweit registrierten Fälle entfiel damit allein auf Kolumbien und Brasilien.

Besonders häufig sind Indigene und Kleinbauern betroffen

Besonders stark betroffen waren Menschen, deren Lebensgrundlage unmittelbar vom Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen abhängt, wie Kleinbauern, Angehörige indigener Völker oder Menschen afrikanischer Abstammung.

Besonders gefährlich ist die Lage dort, wo um Land und natürliche Ressourcen gestritten wird. Mehr als die Hälfte der Tötungen stand dem Bericht zufolge mit Landkonflikten in Verbindung. Betroffen sind unter anderem Regionen mit Bergbau, Rohstoffförderung, Abholzung und Landwirtschaft.

Ungeklärte oder nicht anerkannte Landrechte führten dazu, dass indigene Gemeinschaften und Kleinbauern unter Landraub, Einschüchterung und Gewalt litten, sagte Gabriella Bianchini von Global Witness.

Greenpeace-Aktivist hält ein Plakat bei einem Klimamarsch im Juni 2025 in São Paulo, Brasilien
"Respektiert das Amazonasgebiet" - Greenpeace-Aktivist bei einem Klimamarsch im Juni 2025 in São Paulo, BrasilienBild: Cris Faga/ZUMA/picture alliance

Auch organisierte Kriminalität spielt eine Rolle. Bei mehr als einem Drittel der registrierten Fälle gab es Hinweise auf Verbindungen zu kriminellen Gruppen oder Auftragsmördern.

Global-Witness-Experte Toby Hill sagte: "Umweltschützer sind die Augen und Ohren der Welt. Ihnen verdanken wir, dass wir wissen, wann Ökosysteme zerstört, Wälder gerodet oder Flüsse verschmutzt werden." Die Gewalt gegen sie spiegele einen anhaltenden Kampf um Land und Ressourcen wider.

Landkonflikte treiben Gewalt in Brasilien

In Brasilien standen viele der Fälle mit Forderungen nach der Anerkennung angestammter indigener Gebiete und nach Landreformen in den Bundesstaaten Rondônia und Pará in Verbindung.

Global Witness nennt die Konzentration von Land in den Händen weniger Großgrundbesitzer sowie die Erschließung immer größerer Flächen für Viehzucht, Sojaanbau, Rohstoffabbau und Spekulation als zentrale Konflikttreiber.

Gesamtzahl der Tötungen geht zurück

Weltweit ist die Zahl der dokumentierten Tötungen zuletzt gesunken. 2024 hatte Global Witness noch 142 Todesopfer registriert, 2023 waren es 196.

Seit Beginn der Erfassung im Jahr 2012 dokumentierte die Organisation insgesamt 2375 Tötungen. Global Witness geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl höher liegt, weil nicht alle Fälle bekannt oder erfasst werden.

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