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Monday, September 21, 2026

Presse: Merz versagt - Schwesig "standhafte Stütze"

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In gleich zwei Wahlen fährt die Partei des Bundeskanzlers Niederlagen ein, während die AfD reüssiert. Das wird auch im Ausland genau beobachtet. Viele Medien kommentieren die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin und blicken dabei auf die Zukunft von Kanzler Friedrich Merz (CDU).

Frankreich

"Libération": Merz gerät ins Taumeln: "Kann Merz nach dem Erdbeben in Sachsen-Anhalt am 6. September das Nachbeben dieses Wochenendes überleben? (...) Ein 'Desaster' laut Merz selbst, der kurz das Wort ergriffen hat. Er will von einem Rücktritt nichts hören und sieht vor, seine Reformen durchzusetzen, die genauso unbeliebt sind wie er. (...) Dabei glaubt niemand, dass er sich bis zum Ende seiner Amtszeit halten kann. Am Ende könnte Merz von mangelndem Verlangen nach dem Job gerettet werden. Man drängelt sich nicht, um seine 'Reformen des Sozialstaats' durchzusetzen. Kanzler Deutschlands zu sein kommt derzeit einem angekündigten Selbstmord gleich. (...)"

Merz' Statement um kurz nach 18 Uhr zeige, unter welchem "Autoritätsverfall" der Kanzler leide, sagt Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte.

20.09.2026 | 1:17 min

Großbritannien

"The Telegraph": Demütigende Niederlage für Kanzler Merz: "Der mitte-rechts stehende CDU-Vorsitzende ist wegen seines Versagens, die angeschlagene deutsche Wirtschaft zu reformieren und den Aufstieg der AfD einzudämmen, unter Rücktrittsdruck geraten. Mit einer Zustimmungsquote von nur 10 Prozent ist er bei den Wählern und seinen eigenen Parteimitgliedern, die ihn als realitätsfern, unsensibel und arrogant bezeichnen, äußerst unbeliebt."

Merz nennt das CDU-Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern ein "Desaster", hält am Reformkurs fest. Koalitionspartner SPD sieht Korrekturbedarf. Die Opposition fordert Konsequenzen.

20.09.2026 | 2:17 min

Italien

"La Stampa": Schwesig verantwortlich für SPD-Comeback: "Die Architektin des beeindruckenden Comebacks (der SPD) in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Frau - eine weitere standhafte Stütze gegen die nationalistische Rechte, die in Deutschland ebenfalls von den Stimmen verärgerter Männer profitiert und deren Aufstieg die Umfragen bis vor kurzem nicht auf dem Radar hatten. Manuela Schwesig, von ihren CDU-Gegnern 'Küsten-Barbie' genannt, zerlegte Tag für Tag die fadenscheinigen Wirtschaftskonzepte ihrer AfD-Konkurrenten. (...)

Während die SPD in den Abgrund stürzte, der die europäischen Massenparteien verschlingt, hat sich Schwesig einen Ruf erarbeitet, der mittlerweile fast schon in blindes Vertrauen umschlägt - so sehr, dass manche sie sich als Kanzlerkandidatin der SPD erträumen."

"Über 60 Prozent wollen, dass ich meine Arbeit als Ministerpräsidentin fortsetze", so die SPD-Spitzenkandidatin zur Frage, warum es bei der SPD nur für Platz zwei gereicht hat.

20.09.2026 | 3:57 min

Niederlande:

"De Telegraaf": Erneut ein politischer Tiefschlag für Deutschland: "Deutschland erleidet erneut einen politischen Tiefschlag. Die AfD wird in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft, während die Linke in Berlin die CDU vom Thron stößt. Für Bundeskanzler Friedrich Merz häufen sich damit die Wahlprobleme weiter an. (...) Nach der Halbierung der CDU in Sachsen-Anhalt, wo die AfD nun versucht, eine Regierung zu bilden, sind diese neuen Wahlresultate für Bundeskanzler Friedrich Merz äußerst schmerzhaft. (...)"

Polen:

"Gazeta Wyborcza": Merz konnte AfD-Unterstützung nicht halbieren: "Die Deutschen verfolgen die Wahlen in beiden Bundesländern mit großer Aufmerksamkeit, weil nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, wo die CDU eine enorme Niederlage erlitt, die weitere Kanzlerschaft von Merz in Frage gestellt wurde. Als er die Führung der CDU übernahm, hatte Merz versprochen, dass er die Unterstützung für die AfD halbieren würde. Heute wird ihm vorgeworfen, dass er zum Wachsen ihrer Popularität beigetragen hat."

CDU-Chef Merz wolle "Bundeskanzler bleiben", Verantwortung übernehmen, so ZDF-Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese. Die heutigen schlechten Ergebnisse würden daran nichts ändern.

20.09.2026 | 3:26 min

Schweiz:

"Tages-Anzeiger": Friedrich Merz ist angeschlagen: "Es hätte für Friedrich Merz ein Befreiungsschlag werden sollen. Der deutsche Kanzler hatte gestern die CDU-Ministerpräsidenten ins Konrad-Adenauer-Haus in Berlin zitiert, um gemeinsam Stärke zu demonstrieren. Nun mussten die versammelten Spitzenpolitiker schon wieder einen schwarzen Wahlsonntag ihrer Partei besprechen. (...)

Ein 'Desaster' sei das Resultat, sagte Merz gestern. Er schwor sein Land auf einen harten Reformkurs und schwierige Zeiten ein. Offensichtlich war ihm wichtig, umgehend jede Spekulation um seine Person zu beenden. Dass er sich zu dieser Erklärung überhaupt genötigt sah, zeigt, wie angeschlagen er ist. Friedrich Merz muss hoffen, dass ihm die CDU-Ministerpräsidenten - die sich noch am Mittwoch in einem gemeinsamen Brief gegen Personaldebatten ausgesprochen haben - weiterhin den Rücken stärken. (...) Dieser Wahlsonntag könnte das politische Gefüge in Deutschland noch nachhaltig erschüttern."

Michael Bröcker sieht bei "Lanz" das Risiko für einen Putsch von unten gegen Friedrich Merz. Markus Feldenkirchen betont, der Unmut in der Union sei längst tief verwurzelt.

21.09.2026 | 60:40 min

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