Saisonbilanz im Mountainbike – Sina Frei und Co. machen Nino Schurter vergessen

Es begann mit dem ersten Weltcupsieg beim Auftakt in Südkorea, gipfelte in EM- und WM-Gold und mündete in den Weltcupsiegen 2 und 3 im Cross Country, den Podestplätzen 4 bis 6 der Saison, dem Disziplinensieg im Short Track sowie dem 2. Platz im Gesamtweltcup: Mit 29 Jahren ist Sina Frei dort angekommen, wo sie Experten seit den durchschlagenden Erfolgen als Juniorin und U23-Fahrerin schon früher gesehen haben.
«Es ist die perfekte Saison. Sie startet mit einem Sieg und endet mit einem Sieg im Regenbogentrikot. Ich bin stolz auf mich und mein Team», sagt Frei am Samstag in Lake Placid nach ihrem abschliessenden Sieg im Cross-Country-Rennen.
Tatsächlich hätte das Jahr für Frei kaum besser laufen können. In 14 der 20 Rennen, die sie 2026 auf der Weltbühne bestritt, stieg sie auf das Podest. Einzig im Gesamtweltcup stand ihr die Schwedin Jenny Rissveds vor der Sonne.
Fünf Schweizerinnen in den Top 11
Zusammen mit Alessandra Keller (6. im Gesamtweltcup), Nicole Koller (7.) und Ronja Blöchlinger (8.) sorgte Frei für eine beeindruckende Schweizer Dichte an der Spitze des Frauen-Mountainbike-Sports.
Wir können jetzt ernten, was wir in den letzten zehn Jahren in den Mountainbike-Sport investiert haben.
Angesichts der Tatsache, dass Jolanda Neff (11.) seit den aufgetretenen Atemproblemen vor zwei Jahren (noch) nicht wieder regelmässig ganz vorne mitmischt und Linda Indergand zurückgetreten ist, durfte man mit dieser Entwicklung nicht unbedingt rechnen. Nur in einem der neun Cross-Country-Weltcuprennen der Saison (in La Thuile) war keine Schweizerin in den Top 3 vertreten.
Für die Frauen-Nationaltrainerin Kathrin Stirnemann sind die Erfolge das Ergebnis gezielter Anstrengungen: «Wir können jetzt ernten, was wir in den letzten zehn Jahren in den Mountainbike-Sport investiert haben. Dass in jedem Rennen vier oder fünf Schweizerinnen in die Top 10 fahren können, ist neu. Das erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine ganz vorne landet.»
Lillos Traumstart
Bei den Männern begann das Jahr 1 nach dem Rücktritt von Nino Schurter ebenfalls mit einem Paukenschlag. Wie Frei triumphierte auch Dario Lillo bei der Premiere in Yongpyong. Zweimal schaffte es im weiteren Verlauf auch Filippo Colombo aufs Podest. Doch in der Summe waren Athleten aus anderen Nationen stärker, insbesondere jene aus Frankreich um den Gesamtweltcupsieger Luca Martin und den -zweiten Adrien Boichis.
Fabio Püntener, der im Scott-Team in die Fussstapfen von Schurter trat, klassierte sich nur einmal ausserhalb der Top 15. Weitere Podestplätze kamen im Weltcup für den grossgewachsenen Urner nach der starken Vorsaison indes nicht hinzu. «In der letzten Saison war jedes Rennen super. In dieser hatte ich einige recht gute, aber auch ein paar durchzogene», so Püntener, der Anfang August an der Heim-EM im Tessin Bronze gewann.
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