Schweizer Betreiber: Polizei hebt Kinderporno-Netzwerk aus

- Die italienischen Behörden haben ein internationales Kinderporno-Netzwerk auf Telegram zerschlagen und 17 Personen festgenommen.
- Das Netzwerk hatte mehr als 1000 Nutzer und wurde von vier Italienern und einem Schweizer betrieben.
- Sichergestellt wurden 283 Gigabyte illegales Material, darunter über 22'000 Videos und 34'000 Fotos von Kindern.
Die italienischen Behörden haben nach jahrelangen Ermittlungen ein internationales Kinderporno-Netzwerk aufgedeckt und die Festnahme von 17 Menschen bekannt gegeben.
Das über den Onlinedienst Telegram organisierte Netzwerk habe mehr als tausend Nutzer gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft in Rom am Donnerstag mit. Es sei «wie ein multinationales Unternehmen» organisiert gewesen, sagte Staatsanwalt Francesco Lo Voi.
22'000 Videos von Kindern
Die Ermittler stellten den Angaben zufolge bislang etwa 283 Gigabyte an illegalem Material sicher. Darunter seien mehr als 22'000 Videos und 34'000 Fotos von Kindern, die teilweise erst vier Jahre alt sind.
Die Ermittler identifizierten Nutzerkonten in Verbindung mit 98 Ländern. Die Informationen wurden laut Staatsanwaltschaft an Behörden im Ausland weitergegeben, auch dort habe es Festnahmen gegeben.
Vier Italiener und ein Schweizer
Das Netzwerk wurde von vier Italienern und einem Schweizer betrieben. Ein verdeckt arbeitender Beamter habe sich Zugang zu der Gruppierung verschafft und sei zu einem Administrator ernannt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Dadurch habe der Ermittler Zugang zu Inhalten erlangt. Die Administratoren seien zwischen 22 und 28 Jahren alt gewesen und hätten sich per Chat ausgetauscht.
Nutzer mussten Beträge in Höhe von bis zu knapp acht Euro zahlen, die als «Spenden» bezeichnet wurden, oder neues Material bereitstellen. Das Netzwerk verlangte Zahlungen in Kryptowährung. Die italienischen Ermittler hatten ihre Arbeit 2024 nach einem Hinweis der US-Behörden aufgenommen. Die Ermittlungen dauern an.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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