Neuer „Tatort“ aus Ludwigshafen: Wo ist hier das Oberlicht?

In „Explosive Mischung“ knallt's. Nicht nur, weil es um das Sprengen von Bankautomaten geht. Trotzdem bleibt vieles im Schatten.
Foto: Benoît Linder/swr
Kamera aus! Sofort!“, ruft Kommissarin Johanna Stern (Lisa Bitter), während ein Sanitäter versucht den angeschossenen Chef der Ermittlerinnen zu versorgen. So wie diese erste Szene knallt, könnte der ganze „Tatort“ knallen, immerhin geht es um eine Gruppe von Menschen, die Geldautomaten sprengen, und um häusliche Gewalt. Trotzdem wird es dann erst mal unangenehm gemächlich erzählt und die Beleuchtung gedimmt. Ob das Oberlicht aus Finanzgründen einfach nicht repariert wurde oder sich im Präsidium jemand mit Leidenschaft für indirektes Licht durchgesetzt hat, bleibt im Schatten, genauso wie die Frage, was das alles uns sagen soll.
Am besten, man macht sich selbst neben der Couch auch eine Funzel an, damit die Hand auch zielsicher in die Chipstüte greifen kann, während Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Kollegin Stern sich an den Fall herantasten müssen.
Ein Mann ist tot, er gehörte zum Team, das Automaten sprengt und dann, so vermutet Stern, mit der Beute direkt ins Ausland abhaut. Zum Glück bleibt „Explosive Mischung“ dann doch in den Ludwigshafener Straßen, einer Bar und der Wohnung von Isa Meisner. Dorthin führt es Odenthal, weil sie dringend mit Meisners Mann Ulf (Christian Schneeweiß) sprechen will. Der führt eine Bürgerwehr an, hat das Sagen aber auch zu Hause, wo er hasserfüllt seine Frau verdrischt. Seine Bürgerwehr begründet er selbst mit dem Versagen der Polizei. Er wolle Frauen und Kinder schützen.
Kein Teamwork
Derweil ziehen junge Männer, die sich Schlachthofgang nennen, durch die Straßen. Chris, der kleinkriminelle Bruder des Toten, ist einer von ihnen, flüchtet vor Polizei und Frauenhasser Meisner. Da trifft er auf Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler). Man kennt sich aus der Jugend. Dass Langenkamp nun im Team Odenthal/Stern arbeitet, verheimlicht er lieber. Er will wissen, was passiert ist, und sorgt sich. Was macht das mit einem Menschen, wenn ehemalige Freunde Scheiße bauen, dabei sterben? Vielleicht Täter sind?
Der Film
Ludwigshafen-„Tatort“: „Explosive Mischung“, So., 20.15 Uhr, ARD, ab Freitag in der Mediathek
Wie es sich für einen „Tatort“ gehört, spricht Langenkamp nichts mit dem Team ab. Das wäre ja noch schöner, wenn man miteinander redet! Stattdessen blinken die Slot-Machines, knallen die Sprengkörper, prallen die Fäuste dumpf auf Haut und Knochen. Und das, noch bevor all die Verdächtigen unerwartet und natürlich wieder im dunklen Präsidium aufeinandertreffen.
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