Streit um Jesuskind-Schüsse beendet – Ameti mit Spende an Papst

- Die Gegner von Ex-GLP-Politikerin Sanija Ameti haben ihre Berufung im Schüsse-aufs-Jesuskind-Skandal zurückgezogen.
- Damit ist der zweijährige Rechtsstreit beendet, der Ameti zeitweise unter Polizeischutz und zum GLP-Austritt geführt hatte.
- Ameti spendet 500 Euro an Papst Leo XIV. und widmet die Spende ironisch GLP-Präsident Jürg Grossen.
Zwei Jahre nach den Schüssen auf ein Bild von Maria und Jesus endet der Skandal um Sanija Ameti mit einer Spende an den Papst, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Zuvor hatten Gegner der linken Politikerin noch Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich eingelegt. Die Begründung: Die Strafe von 500 Franken sei viel zu lasch.
Jetzt haben die Kläger um Mass-Voll-Chef Nicolas Rimoldi ihre Berufung zurückgezogen. «Ich bin enttäuscht, dass sich die Kläger nicht für die christlichen Werte einsetzen, wie sie es vorgegeben haben», kommentiert Ameti die Kehrtwende gegenüber dem «SonntagsBlick» ironisch. Rimoldi spricht derweil von einem Sieg für die Kläger: «Wir haben Ameti politisch gestoppt, und Mass-Voll wird sich auch künftig gegen alle ‹Feinde der Schweiz› stellen.»
Darum spendet Ameti an den Papst
Zugleich hat die 34-Jährige eine Spende von 500 Euro an Papst Leo XIV. öffentlich gemacht. Dieser setze sich für die Einhaltung der Menschenrechte in Gaza ein und stelle sich gegen Faschismus, weshalb Ameti ihn mit der Verdoppelung ihrer Busse von 500 Franken, zu der sie wegen der Schüsse verurteilt worden war, unterstützt.
Die damalige GLP-Politikerin und Zürcher Gemeinderätin hatte im September 2024 ein Bild auf Instagram gepostet, das sie beim Schiessen mit einer Druckluftpistole zeigt – als Zielscheibe nutzte sie ein Replikat eines bekannten Bildes, das die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind zeigt. Wenig später löschte sie das Bild wieder und entschuldigte sich, zu diesem Zeitpunkt war aber bereits ein Shitstorm entbrannt.
Rimoldi wollte Ameti «deportieren»
Nebst sachlicher Kritik von konservativen und religiösen Organisationen wurde Ameti vor allem auch aus der rechtsextremen Szene massiv angefeindet. So forderte etwa der österreichische Aktivist Martin Sellner, dass Ameti die Schweiz sofort verlassen müsse. Rimoldi forderte ebenfalls, dass Ameti «deportiert» werden müsse, während auch die SVP öffentlich fragte, was Ameti «noch in unserem Land» mache. Die katholische Kirche akzeptierte die Entschuldigung der damaligen Politikerin derweil.
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Weil die damals 31-Jährige auch Morddrohungen erhielt, wurde sie zeitweise unter Polizeischutz gestellt. Für Ameti hatten die Schüsse auch sonst weitreichende Folgen: Sie verlor ihre Stelle in einer PR-Agentur und trat im Januar 2025 aus der GLP aus. Ihre Spende an den Papst schliesst sie denn auch mit einem Seitenhieb an den jetzigen Partei-Präsidenten: «Meine Spende habe ich Jürg Grossen gewidmet», schreibt sie und ruft alle Christen dazu auf, ebenfalls zu spenden.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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