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Thursday, August 27, 2026

Zu klein: Bauer Stefan bleibt auf 3 Tonnen Zwetschgen sitzen

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  • Bauer Stefan Fankhauser aus Sulz AG sitzt auf drei Tonnen Zwetschgen, die mit unter 36 Millimetern zu klein für den Handel sind.
  • Via Facebook verkauft er die Früchte direkt an Privatpersonen und Unternehmen – für 50 Rappen pro Kilo.
  • Innerhalb von 24 Stunden nach seinem Aufruf wurden bereits 400 Kilogramm abgeholt.

Der Bauer und Familienvater Stefan Fankhauser bleibt auf drei Tonnen Zwetschgen sitzen. Die Früchte sind zu klein und entsprechen mit weniger als 36 Millimeter Durchmesser nicht den Normvorgaben des Detailhandels. Um die Zwetschgen dennoch zu verkaufen, hat der Bauer einen Aufruf in einer Facebook-Gruppe gestartet und bietet die Zwetschgen nun Privatpersonen und kleineren Unternehmen an.

Der Aargauer sagt gegenüber 20 Minuten: «Gerade angesichts der Trockenheit hätte man den Bauern entgegenkommen können. Würden die Händler bei der Mindestgrösse zwei bis drei Millimeter Spielraum lassen, könnten viele Obstbauern einen grösseren Teil ihrer Ernte regulär verkaufen.»

Innerhalb eines Tages wurden bereits 400 Kilogramm abgeholt.

Innerhalb eines Tages wurden bereits 400 Kilogramm abgeholt.Screenshot Facebook

Der Aufruf zeigte rasch Wirkung: Bereits 24 Stunden später seien 400 Kilogramm Zwetschgen abgeholt worden, erzählt Fankhauser. Schon vor zwei Jahren habe er wegen zu kleiner Früchte einen ähnlichen Aufruf gestartet und damit die gesamte Ernte verkaufen können. Deshalb mache er sich auch diesmal keine Sorgen, auf den Zwetschgen sitzen zu bleiben. Das Kilo verkauft er für 50 Rappen – deutlich weniger als die 1.50 bis 2.20 Franken, die ihm der Handel zahlen würde.

«Ein Teil der Schuld liegt auch bei mir»

Als einen Grund für die kleinen Zwetschgen nennt Fankhauser die Trockenheit der vergangenen Monate. Der Wassermangel setze die Bäume unter Stress und beeinträchtige das Wachstum der Früchte. Auch der Klimawandel spiele eine Rolle. Einen Teil der Verantwortung sieht er jedoch bei sich selbst: «Ich habe den Behang nicht gut genug ausgedünnt.»

Dabei werden gezielt kleinere Früchte entfernt, damit die verbleibenden Zwetschgen mehr Nährstoffe erhalten und entsprechend grösser werden können.

Würdest du auch Früchte oder Gemüse kaufen, das nicht der Norm entspricht ?

Fenchel, Rüebli, Tomaten und Gurken besonders betroffen

Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es von Migros, Coop, Aldi und Lidl, man sei grundsätzlich flexibel und bereit, die Standards bei aussergewöhnlichen Witterungen situativ anzupassen. Auch die Agrargenossenschaft Fenaco betont, man versuche, Foodwaste zu vermeiden, den Landwirten entgegenzukommen und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Laut Coop seien insbesondere Fenchel und Karotten von der Hitze betroffen. Aldi berichtet vor allem bei Tomaten und Gurken von Ertragseinbussen. Migros und Lidl hingegen können keine einzelnen Obst- oder Gemüsesorten benennen, die besonders stark unter der Trockenheit gelitten hätten.

Millionenhilfen und Zweitwahl gegen Lebensmittelverschwendung

Mehrere Händler unterstützen die Landwirtschaft zudem finanziell: Migros stellte diesen August zusätzlich zwei Millionen Franken bereit. Coop zahlt über seine Mehrwertprogramme jährlich rund 200 Millionen Franken an Schweizer Produzenten. Fenaco wiederum investierte nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren rund 20 Millionen Franken in die Forschung – etwa in hitzeresistente Sorten und Bewässerungssysteme.

Damit überschüssige Ware dennoch verkauft werden kann, setzen die Händler auf spezielle Zweitwahllinien: Migros mit «Save Food», Coop mit der Eigenmarke «Ünique». Bei grösseren Ernteausfällen greift Lidl zudem gezielt auf Importe zurück. Alle angefragten Unternehmen betonen, in engem Austausch mit den Produzenten zu stehen, um gemeinsam Lösungen zu finden.

View the original on 20 Minuten

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