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Thursday, August 27, 2026

Wie erfolgversprechend sind Trumps Wahlempfehlungen noch?

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  • In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen über Verluste von Kandidatinnen und Kandidaten, die von Trump empfohlen wurden, in den Vorwahlen zu den Midterms.
  • Trotzdem liegt Trumps Gesamterfolgsquote bei Wahlempfehlungen 2026 bei 95,6 Prozent.
  • Laut Politologen Louis Perron könnte Trump bei den Midterms im November jedoch zur Belastung für Republikaner werden.

Für US-Präsident Donald Trump dürften die jüngsten republikanischen Vorwahlen ein Dämpfer sein. Gleich vier der von ihm zur Wahl empfohlenen Kandidatinnen und Kandidaten unterlagen: so etwa Cory Mills – Abgeordneter im Repräsentantenhaus und Trump-Loyalist. Trotz Trumps öffentlicher Unterstützung verlor er in Florida die Wahl gegen Ryan Elijah, einen ehemaligen TV-Moderator (siehe Box unten). Gleich erging es Andy Ogles in Tennessee, Amir Hassan in Michigan und Catalina Lauf ebenfalls in Florida.

«Der Spiegel» wertet dies als: «Zweieinhalb Monate vor den Halbzeitwahlen zeigt sich, wie sehr der Segen des Paten im Weissen Haus an Kraft eingebüsst hat.» Trumps Wahlempfehlung sei keine Gewinngarantie mehr. Stimmt das?

14 Niederlagen trotz Empfehlung seit 2026

Ein Blick in die Daten zeigt: Ganz so einfach ist es nicht. Der US-Präsident ist mit seinen Wahlempfehlungen äusserst erfolgreich. Von 348 Kandidatinnen und Kandidaten, denen Trump basierend auf Daten der Nichtregierungsorganisation Ballotpedia seit 2026 seine Unterstützung ausgesprochen hat, erreichten 307 einen Sieg – eine Quote von 88,2 Prozent. Zieht man von den 348 diejenigen ab, bei denen die Wahlen noch ausstehen oder die ihre Rennen vor der Wahl verlassen haben, ergibt das sogar eine Erfolgsquote von 95,6 Prozent.

Am erfolgreichsten scheinen Trumps Wahlempfehlungen bei amtierenden Politikerinnen und Politikern zu sein. Diese gewinnen Vorwahlen allerdings statistisch gesehen ohnehin häufiger als Herausforderer. In dieser Gruppe beträgt Trumps Erfolgsquote 97,7 Prozent. Bei Herausforderern liegt sie bei 94,1 Prozent und in offenen Rennen, bei denen der bisherige Amtsträger nicht erneut antritt, bei 89,7 Prozent.

«Grundsätzlich hat Trump seine Partei fest im Griff. Die Republikanische Partei ist heute weitgehend die Partei Donald Trumps», sagt Politologe Louis Perron. Bei den kommenden Zwischenwahlen von November seien viele Bundesstaaten bereits klar demokratisch oder republikanisch geprägt. Der echte Wettbewerb finde oft in den parteiinternen Vorwahlen statt. Dort könne eine Wahlempfehlung von Trump für Republikaner durchaus erfolgsversprechend sein.

«Einige verloren nicht wegen Trump, sondern trotz Trump»

Gleichzeitig verloren allein im August sechs von Trump unterstützte Kandidaten. Der US-Präsident empfahl in diesem Monat ungefähr gleich viele oder weniger Kandidaten als im Mai oder Juni. Damals verloren jeweils zwei beziehungsweise drei der Kandidaten. Laut einer Analyse von Ballotpedia-Daten durch den US-Sender CNN entspricht die Zahl der Niederlagen 2026 derjenigen aus den Vorwahlen der Jahre 2018, 2020 und 2024 zusammen.

«Lokale Faktoren und vor allem auch die Kandidaten selbst spielen ebenfalls eine wichtige Rolle», so Perron. «Einige von Trump unterstützte Kandidaten verloren die Vorwahl nicht wegen Trump, sondern trotz seiner Unterstützung. Sie hatten zahlreiche andere Probleme und Schwächen, die seine Wahlempfehlung nicht wettmachen konnte.»

Fall Cory Mills

Der Verlierer der Vorwahl in Florida fiel vor der Wahl vor allem wegen Kontroversen auf. Ihm wird vorgeworfen, häusliche Gewalt ausgeübt zu haben und sogenannte «Rachepornos» verbreitet zu haben. Die Vorwürfe weist Mills zurück. Nach der Niederlage sagte Trump, er habe Mills geraten, von dem Rennen zurückzutreten. Gleichzeitig hat Trump den Gewinner der Vorwahl und Mills Gegner Ryan Elijah für die Zwischenwahl im November empfohlen.

«Für Republikaner könnte Trump im November zur Belastung werden»

Eine andere Frage sei, wie sich Trumps Wahlempfehlung und sein Einmischen in den Wahlkampf auf die Midterms im November auswirken werden, sagt Perron. «Momentan liegt Trumps Zustimmung zu seiner Amtsführung bei circa 39 Prozent, was sehr schlecht ist.» Auch viele in den Wahlen oft entscheidende nicht parteigebundene Wählerinnen und Wähler hätten mittlerweile eine negative Haltung zu Trump.

«Für republikanische Kandidaten könnte er im November also zu einer Belastung werden.» Heisst: Während Trumps Wahlempfehlungen in den Vorwahlen in einer republikanischen Partei, die stark an Trump gebunden ist, den Kandidaten einen Vorteil bieten konnten, könnten sie in den generellen Wahlen Unentschiedene von einer Wahl abhalten.

Bei den Zwischenwahlen von 2018 habe sich Donald Trump im Wahlkampf stark für seine Kandidaten engagiert. Die Republikaner verloren danach die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Sie büssten 40 Sitze ein. «Geschickterweise würde sich Trump im Wahlkampf also zurückhalten. Das wird er aber sicher nicht tun.»

Zum Experten

Louis Perron

Louis PerronJaroslav Monchak

Louis Perron ist Politologe und Politberater mit Kunden im In- und Ausland. Er ist Autor des Buches «Beat the Incumbent: Proven Strategies and Tactics to Win Elections» (Radius Book Group, New York).

Jan Janssen

Jan Janssen (jjn) arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Zuerst im Ressort Zürich und seit 2025 im Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

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