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Tuesday, October 20, 2026

Sektenführer lässt 190 Kinder zu Tode hungern

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Kenianischer Pastor verurteilt

Sektenführer lässt 190 Kinder zu Tode hungern

Ein kenianisches Gericht hat den selbst ernannten Prediger Paul Mackenzie wegen Mordes an 191 Menschen verurteilt, 190 davon Kinder. Im Umfeld seiner Sekte im Shakahola-Wald wurden insgesamt 429 Leichen entdeckt.

Publiziert: vor 34 Minuten

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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Er versprach den Weg zu Jesus – und führte 190 Kinder in den Tod. Der Fall der Sekte von Shakahola erschüttert Kenia. Nun verurteilte ein Gericht den selbst ernannten Prediger Paul Mackenzie (53) wegen Mordes an 191 Menschen. Insgesamt entdeckten Ermittler 429 Leichen, wie die BBC berichtet. Neben Mackenzie wurden 29 weitere Sektenanhänger verurteilt.

Wer ist Paul Mackenzie?

Paul Mackenzie war ursprünglich Taxifahrer. 2003 gründete er die Kirche «Good News International Church» und gewann mit seinen Predigten Tausende Anhänger in ganz Kenia. Seine Botschaften verbreitete er auch über einen eigenen Fernsehsender und im Internet.

Seine Lehre wurde immer radikaler: Mackenzie verkündete den Weltuntergang. Bildung sei böse, Spitäler satanisch und digitale Identitätskarten ein Zeichen des Teufels. Seine Anhänger sollten sich von der Gesellschaft abschotten und allein auf Gott vertrauen. 2019 wurde seine Kirche geschlossen. Mackenzie zog daraufhin in den abgelegenen Shakahola-Wald an Kenias Küste. Zahlreiche Gläubige folgten ihm.

Was entdeckten die Ermittler?

Im April 2023 stiessen Ermittler auf die ersten Massengräber. Was sie im Shakahola-Wald fanden, war erschütternd: Hunderte Menschen waren tot, viele offenbar verhungert. Weitere Opfer sollen erwürgt oder erschlagen worden sein. Laut den Ermittlern wurden Menschen, die sich den Anweisungen widersetzten oder fliehen wollten, teilweise gewaltsam daran gehindert.

17 Männer hoben für mickrige 8 Dollar pro Tag die flachen Gräber aus. Ein Totengräber berichtete der BBC von einem Grab, in dem zwölf Kinder übereinanderlagen – manche erst wenige Wochen alt. Besonders tragisch ist das Schicksal von Stephen Mwiti (48). Er verlor alle sechs seiner Kinder an die Sekte. Nur die Überreste seines Sohnes Samuel konnte er finden und beerdigen. Auch seine frühere Frau wurde im Mordverfahren verurteilt.

Wie funktionierte die Endzeit-Sekte?

Mackenzie predigte, die Welt werde untergehen und seine Anhänger könnten durch Fasten zu Jesus gelangen. Nach Darstellung der Anklage sollten zuerst die Kinder sterben, danach Frauen und Männer. Die Anführer sollten zuletzt folgen.

Der Prediger soll seine Anhänger gezielt von der Aussenwelt isoliert haben. Schulbildung und medizinische Versorgung waren verboten. Menschen, die krank wurden, sollten keine Medikamente nehmen. Wer Mackenzies Lehren infrage stellte, riskierte den Ausschluss oder Schlimmeres. Einige folgten ihm aus Überzeugung, andere gerieten in eine immer stärkere Abhängigkeit von seiner Lehre.

Der Fall wirft auch Fragen an die kenianischen Behörden auf: Mackenzie war bereits früher ins Visier der Justiz geraten, konnte seine Aktivitäten aber jahrelang fortsetzen. Präsident William Ruto räumte ein, dass die Todesfälle hätten verhindert werden müssen.

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