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Thursday, October 15, 2026

Fetziger Hingucker: Concept Renault E-Space verbindet Coolness mit Nutzwert

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Fetziger HinguckerConcept Renault E-Space verbindet Coolness mit Nutzwert

renault hinten
Wie cool ist dieses Concept bitte? Mit den E-Space zeigt Renault, dass auch Nutzwert Spaß machen kann. (Foto: Renault)

Während die Chinesen vor allem mit schierer Masse und Dumpingpreisen punkten möchten, gehen die Europäer gerade voll auf Heritage. Insbesondere französische Autokonzerne sind auf dem Pariser Salon 2026 stark. So auch Renault mit dem E-Space.

Es gibt auf dem Renault-Stand des Pariser Autosalons 2026 tatsächlich eine Ecke, in der auch nach Ende der Pressekonferenz noch Menschenmassen weilen, obwohl es dort weder zu essen noch zu trinken gibt. Beim ausgestellten E-Space Concept ist das zum Beispiel so. Am liebsten würde man die Studie gleich einpacken und mit nach Hause nehmen.

So attraktiv ist sie allemal, und das, obwohl das einst gefeierte Segment mit dem SUV-Boom quasi von der Bildfläche verschwand. Bedenkt man, dass sich Trends verändern und dass die Verkaufszahlen von Vans selbst nach der Einführung des ersten Renault Espace im Jahr 1984 auch nicht gleich durch die Decke gingen, muss eine Wiedergeburt dieser Fahrzeugkategorie zumindest nicht völlig abwegig erscheinen.

Dann aber bitte auch mit entsprechendem Nutzwert. Egal, das E-Space Concept schließt man gleich mit dem ersten Anblick ins Herz, denn es zitiert die erste Espace-Generation in der Grundform und garniert dieses moderne Vankonzept mit modernen Elementen. So findet sich im Bereich des acrylartigen Grills die Renault-Raute - natürlich beleuchtet und schwebend wirkend, was die ganze Sache ein bisschen futuristischer macht.

Besonders schick muten gegenläufige Türen ohne Rahmen an. Das müsste sich Renault mal trauen - Mazda hat es mit dem MX-30 ja auch getan. Und bei dem Franzosen sollte die komplett fehlende B-Säule zumindest für luftigen Ein- und Ausstieg sorgen. Etwaige praktische Unzulänglichkeiten könnten durch den komplett verglasten Fahrgastraum ausgeglichen werden. Viel Licht innen sollte damit garantiert sein.

Renault vorn
Lichtspielereien samt beleuchtetem Logo gehören anno 2026 zum konventionellen Rüstzeug. Die 23-Zöller der Studie wären für die Serie vielleicht etwas übertrieben. (Foto: Renault)

Die entsprechenden Inspirationen holten sich die Kreativen vom Farnsworth House, entworfen von Star-Architekt Ludwig Mies van der Rohe. Was die Höhe von 1,67 Metern angeht, so ist die Konzeptstudie nah an der ersten Espace-Generation, aber ebenso dicht an der fünften Generation, die von 2015 bis 2023 gebaut wurde. Allein, dem vorletzten Espace fehlte die Coolness.

Wäre als Serienmodell fein

Und auf ein richtig cooles Serienmodell macht das jetzt debütierte Concept definitiv Lust - gut vorstellen könnte man es sich als erfrischende Alternative zu den ganzen SUV. Doch selbst wenn das Concept den Weg in die Serie finden würde, typische Überzeichnungen bekäme das Production Car wohl kaum mit. Doch warum eigentlich nicht das "Vier gewinnt"-Spiel wie beim Concept gleich mitliefern, wenn andere Hersteller einen Regenschirm in der Tür verstecken?

Ob es die fancy Mittelkonsole mit Verschiebefunktion schaffen würde, sei mal dahingestellt. Aber womöglich nicht solche fülligen Designersessel mit maximaler Flexibilität in Vis-à-vis-Position - schließlich kommt das Controlling schnell mal mit dem Rotstift um die Ecke. Ob man diese Möbel drehen oder schieben möchte - alles ist möglich. Auch zum kleinen Paket kann man die ausladenden Fauteuils packen. Und ihre Polster fallen so dick und kuschlig aus, dass man gleich von Berlin nach Paris fahren möchte.

Dagegen wirkt das Cockpit recht serientauglich mit einem fast schon konventionell anmutenden Screen in exponierter Stellung auf den Armaturen. Eine zweites, nicht ganz so langes Bildschirm-"Band" sitzt näher an des Fahrers Augen neben dem Lenkrad. Und das Infotainment-Konzept ist nicht völlig aus der Luft gegriffen - zumindest der große "curved" Monitor soll in der nächsten Generation von Scenic sowie Rafale Einzug halten.

Ein kleiner Vorbote könnte das Lenkrad zudem sein. Es hat wie heute schon optional bei manchen Lexus- oder Mercedes-Modellen eher Steuerelement-Charakter und ist nicht als volles Rad ausgeführt. Dahinter verbirgt sich sogenannte Steer-by-Wire-Technologie. An diesem Thema arbeitet wohl auch Renault.

Ach ja, und dass der E-Space, wie der Name schon sagt, als vollelektrische Ausführung angedacht ist, versteht sich natürlich von selbst. Vielleicht dann auch mit 800-Volt-Bordnetz, wie ja schon Realität ist beispielsweise im bald kommenden Lieferwagen Trafic.

Ob es wieder einen Espace geben wird, der als richtiger Hingucker durchgeht, ist die große Frage. Aber durchaus denkbar - schließlich verwendet Renault den Modellnamen bis heute. Und Retro-Konzepte sind ja gerade in, nicht zuletzt, um ein Differenzierungsmerkmal gegenüber den chinesischen Herstellern hochzuhalten. Ein cooler Espace mit ausgeprägtem Nutzwert wäre auf dem Markt sicherlich keineswegs chancenlos. Und wenn er E-Space hieße, wäre das ebenfalls völlig okay. Bleibt zu hoffen, dass Renault weder Mut noch Geld verlassen, um ein leicht ausgefallenes Konzept in die Serie zu hieven.

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